„Bitte passen Sie auf“
Lawinen fast im gesamten Bezirk – sieben Todesopfer
23. Feber 2026 | von
Daniel Haueis
Die Lawine in St. Anton löste sich auf einer Breite von ca. 450 Metern in dem sehr steilen Nordhang, ging über felsdurchsetztes Gelände durch Rinnen und offene Flächen ab, verteilte sich über den kompletten Hang und hatte eine Sturzbahnstrecke von ca. einem Kilometer. Foto: Zeitungsfoto.at/Team
Am späten Nachmittag des 16. Februar wurde „Lawinengefahrenstufe 4 in weiteren Regionen Tirols“ ausgegeben, darunter Samnaungruppe, Kaunergrat, Glockturmgruppe und Weißkugelgruppe; in den Regionen Lechtaler Alpen, Verwallgruppe sowie Silvrettagebirge Ost galt sie schon zuvor. Der viele Neuschnee und die starken Verfrachtungen durch den Wind führen zu einer äußerst instabilen Schneedecke. Weitere 20 bis 40 Zentimeter Neuschnee am Donnerstag/Freitag und starker Wind sorgten dafür, dass die Schneedecke auch am Wochenende äußerst störanfällig geblieben ist. Es kam aber trotz aller Warnungen zu vielen Unglücken. Bemerkenswerterweise waren fast alle Opfer und Betroffenen sehr gut ausgerüstet.
VERLETZTE UND UNVERLETZTE. Am 15. Februar gegen 13.30 Uhr wurde in St. Anton ein 19-jähriger Schwede von einer 70 m breiten Schneebrettlawine gut 200 m mitgerissen und zur Gänze verschüttet. Begleiter konnten ihn mit Unterstützung der Crew des Notarzthubschraubers ausgraben – er wurde mit schweren Verletzungen in die Klinik Innsbruck eingeliefert. Fast genau 24 Stunden später fuhren drei deutsche Snowboarder Variantenabfahrten in St. Anton. Ein 29-Jähriger wurde von Schneemassen ca. 200 m mitgerissen – sein Lawinen-Airbag-Rucksack hielt ihn an der Oberfläche, er blieb unverletzt. Ebenfalls relativ glücklich ging am 17. Februar bei der Berglealpe oberhalb des Ischgler Ortsteils Mathon ein Lawinenabgang aus: Drei Deutsche unternahmen eine Skitour. Trotz ausgelöstem Lawinen-Airbag wurden zwei von einem Schneebrett vollständig verschüttet. Der Dritte konnte beide Verschütteten rasch orten und ausgraben. Einer wurde mit dem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus geflogen. Am 18. Februar waren in Kappl gleich zwölf Personen betroffen: Gegen 12.30 Uhr löste sich im Variantenbereich eine Lawine und verschüttete sechs teilweise und drei zur Gänze. Noch vor dem Eintreffen der Einsatzkräfte am Lawinenkegel konnten alle Beteiligten per Kameradenrettung aus der Lawine befreit werden. Eine schwer verletzte Person wurde mit dem Rettungshubschrauber geborgen. Glücklicherweise ohne menschliche Beteiligung verlief am 22. Februar um 13.30 Uhr ein Schneebrett an einem Skiweg in See. Der betroffene Bereich wurde systematisch sondiert, es wurden keine Personen verletzt oder verschüttet.
TODESOPFER IN ST. ANTON. Am 17. Februar gegen 11.45 Uhr hatte ein 18-jähriger österreichischer Skifahrer großes Pech – und es war nicht einmal eine Lawine im Spiel: Er war mit zwei Freunden im freien Skiraum in St. Anton beim Freeriden, alle mit Notfallausrüstung. Der 18-Jährige fuhr als Letzter, kam in einer Rinne zu Sturz, blieb kopfüber im Tiefschnee stecken. Ein zufällig vorbeikommender Skiguide, der vom Freund des 18-Jährigen auf die Situation aufmerksam gemacht wurde, grub ihn mit einem zweiten Skiguide mit den Händen aus. Die Crew des Gallus 3 führte eine Crashbergung mittels Tau durch. Der Verunfallte wurde mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus Zams eingeliefert, wo er aber verstarb.
TODESOPFER IN FISS. Am 18. Februar gegen 11 Uhr verlor der nächste Mann sein Leben im Schnee: Drei Niederländer im Alter von 71, 41 sowie 34 Jahren haben in Fiss bei der Abfahrt in Richtung Lader Urgalpe eine ca. 50 Meter breite Schneebrettlawine ausgelöst. Nur die zwei Jüngeren waren mit einem LVS-Gerät ausgestattet. Ein Teilverschütteter konnte sich selbst befreien und hat den vollständig Verschütteten geortet und ausgegraben. Der 71-Jährige jedoch konnte erst nach ca. einer Stunde von einem Lawinensuchhund aufgespürt und von Helfern ausgegraben werden. Nach ca. 20-minütigen Reanimationsmaßnahmen durch zwei Notärzte konnte aber nur noch der Tod des Mannes festgestellt werden. Der 41-Jährige wurde ins Krankenhaus, der 34-Jährige zu einem Arzt gebracht.
TODESOPFER IN NAUDERS. Am 20. Februar gegen 11.15 Uhr starb ein 42-jähriger Deutscher in Nauders. Er verließ mit seinem 16-jährigen Sohn den gesicherten Skiraum, als sich ein ca. 400 Meter breites Schneebrett löste und beide ca. 200 bis 300 Meter mitriss. Der 16-Jährige blieb an der Schneeoberfläche, der 42-Jährige wurde teilweise verschüttet. Eine Reanimation des 42-Jährigen verlief negativ. Der 16-Jährige wurde mit dem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus Zams geflogen.
DREI TODESOPFER IN ST. ANTON. Am 20. Februar gegen 15 Uhr starben in St. Anton drei Menschen in einer gewaltigen Lawine: Fünf Freerider fuhren im Bereich des Gampbergs im freien Skiraum in eine nordseitige Abfahrt. Dabei löste sich ein Schneebrett, das alle fünf mitriss. Die Lawine löste sich auf einer Breite von ca. 450 Metern, verteilte sich über den kompletten Hang und hatte eine Sturzbahn von ca. einem Kilometer. Im Auslaufbereich stauten sich mehrere Lawinenkegel, die mehrere Meter hoch waren. Ein US-Amerikaner und ein Pole konnten nur noch tot geborgen werden. Ein 21-jähriger Österreicher wurde an der Unfallstelle reanimiert und in die Klinik Innsbruck geflogen, wo er wenig später verstarb. Ein Niederländer wurde schwer verletzt ins Krankenhaus geflogen, ein Ire erlitt leichte Verletzungen.
TODESOPFER IN SERFAUS. Und am 21. Februar gegen 10 Uhr verlor in Serfaus wieder im freien Skiraum ein 41-jähriger Österreicher sein Leben. Er war mit einem 29-jährigen Deutschen auf Alpinski unterwegs: Als er unterhalb eines Südhanges im Hintergreitbach stehen blieb, löste sich eine Schneebrettlawine – er wurde vollständig verschüttet. Der Begleiter und weitere vorbeikommende Skifahrer orteten ihn und gruben ihn aus einer Tiefe von ca. 2,4 Metern aus. Sie begannen sofort mit der Reanimation, die vom NAH-Team des C5 und der Bergrettung Serfaus übernommen wurde. Der Mann wurde unter Fortführung der Reanimationsmaßnahmen in die Klinik Innsbruck geflogen, wo er aber verstarb.
LH MATTLE ERSCHÜTTERT. LH Anton Mattle – er war früher u.a. stellvertretender Landesleiter der Bergrettung – war erschüttert über die traurige Bilanz: „Mein tiefes Mitgefühl gilt den Angehörigen der Verunglückten.“ Auch er appellierte: „Bitte passen Sie auf, bleiben Sie auf gesicherten Pisten und Routen und planen Sie Ihre Ski- oder Bergtouren mit der notwendigen Vorsicht. Informieren Sie sich über die aktuelle Lawinensituation und verzichten Sie im Zweifelsfall auf Ihre Skitour.“ Dank sprach er den Lawinenkommissionen, Gemeinden, Einsatzorganisationen sowie dem Lawinenwarndienst des Landes Tirol, der Leitstelle Tirol und dem Landes-Warn- und Lagezentrum aus. Als Beispiel: Allein beim Unglück in St. Anton mit den drei Todesopfern waren an die 150 Mann im Einsatz.
Alle Infos zur aktuellen Lawinensituation finden sich auf www.lawinen.report.
VERLETZTE UND UNVERLETZTE. Am 15. Februar gegen 13.30 Uhr wurde in St. Anton ein 19-jähriger Schwede von einer 70 m breiten Schneebrettlawine gut 200 m mitgerissen und zur Gänze verschüttet. Begleiter konnten ihn mit Unterstützung der Crew des Notarzthubschraubers ausgraben – er wurde mit schweren Verletzungen in die Klinik Innsbruck eingeliefert. Fast genau 24 Stunden später fuhren drei deutsche Snowboarder Variantenabfahrten in St. Anton. Ein 29-Jähriger wurde von Schneemassen ca. 200 m mitgerissen – sein Lawinen-Airbag-Rucksack hielt ihn an der Oberfläche, er blieb unverletzt. Ebenfalls relativ glücklich ging am 17. Februar bei der Berglealpe oberhalb des Ischgler Ortsteils Mathon ein Lawinenabgang aus: Drei Deutsche unternahmen eine Skitour. Trotz ausgelöstem Lawinen-Airbag wurden zwei von einem Schneebrett vollständig verschüttet. Der Dritte konnte beide Verschütteten rasch orten und ausgraben. Einer wurde mit dem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus geflogen. Am 18. Februar waren in Kappl gleich zwölf Personen betroffen: Gegen 12.30 Uhr löste sich im Variantenbereich eine Lawine und verschüttete sechs teilweise und drei zur Gänze. Noch vor dem Eintreffen der Einsatzkräfte am Lawinenkegel konnten alle Beteiligten per Kameradenrettung aus der Lawine befreit werden. Eine schwer verletzte Person wurde mit dem Rettungshubschrauber geborgen. Glücklicherweise ohne menschliche Beteiligung verlief am 22. Februar um 13.30 Uhr ein Schneebrett an einem Skiweg in See. Der betroffene Bereich wurde systematisch sondiert, es wurden keine Personen verletzt oder verschüttet.
TODESOPFER IN ST. ANTON. Am 17. Februar gegen 11.45 Uhr hatte ein 18-jähriger österreichischer Skifahrer großes Pech – und es war nicht einmal eine Lawine im Spiel: Er war mit zwei Freunden im freien Skiraum in St. Anton beim Freeriden, alle mit Notfallausrüstung. Der 18-Jährige fuhr als Letzter, kam in einer Rinne zu Sturz, blieb kopfüber im Tiefschnee stecken. Ein zufällig vorbeikommender Skiguide, der vom Freund des 18-Jährigen auf die Situation aufmerksam gemacht wurde, grub ihn mit einem zweiten Skiguide mit den Händen aus. Die Crew des Gallus 3 führte eine Crashbergung mittels Tau durch. Der Verunfallte wurde mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus Zams eingeliefert, wo er aber verstarb.
TODESOPFER IN FISS. Am 18. Februar gegen 11 Uhr verlor der nächste Mann sein Leben im Schnee: Drei Niederländer im Alter von 71, 41 sowie 34 Jahren haben in Fiss bei der Abfahrt in Richtung Lader Urgalpe eine ca. 50 Meter breite Schneebrettlawine ausgelöst. Nur die zwei Jüngeren waren mit einem LVS-Gerät ausgestattet. Ein Teilverschütteter konnte sich selbst befreien und hat den vollständig Verschütteten geortet und ausgegraben. Der 71-Jährige jedoch konnte erst nach ca. einer Stunde von einem Lawinensuchhund aufgespürt und von Helfern ausgegraben werden. Nach ca. 20-minütigen Reanimationsmaßnahmen durch zwei Notärzte konnte aber nur noch der Tod des Mannes festgestellt werden. Der 41-Jährige wurde ins Krankenhaus, der 34-Jährige zu einem Arzt gebracht.
TODESOPFER IN NAUDERS. Am 20. Februar gegen 11.15 Uhr starb ein 42-jähriger Deutscher in Nauders. Er verließ mit seinem 16-jährigen Sohn den gesicherten Skiraum, als sich ein ca. 400 Meter breites Schneebrett löste und beide ca. 200 bis 300 Meter mitriss. Der 16-Jährige blieb an der Schneeoberfläche, der 42-Jährige wurde teilweise verschüttet. Eine Reanimation des 42-Jährigen verlief negativ. Der 16-Jährige wurde mit dem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus Zams geflogen.
DREI TODESOPFER IN ST. ANTON. Am 20. Februar gegen 15 Uhr starben in St. Anton drei Menschen in einer gewaltigen Lawine: Fünf Freerider fuhren im Bereich des Gampbergs im freien Skiraum in eine nordseitige Abfahrt. Dabei löste sich ein Schneebrett, das alle fünf mitriss. Die Lawine löste sich auf einer Breite von ca. 450 Metern, verteilte sich über den kompletten Hang und hatte eine Sturzbahn von ca. einem Kilometer. Im Auslaufbereich stauten sich mehrere Lawinenkegel, die mehrere Meter hoch waren. Ein US-Amerikaner und ein Pole konnten nur noch tot geborgen werden. Ein 21-jähriger Österreicher wurde an der Unfallstelle reanimiert und in die Klinik Innsbruck geflogen, wo er wenig später verstarb. Ein Niederländer wurde schwer verletzt ins Krankenhaus geflogen, ein Ire erlitt leichte Verletzungen.
TODESOPFER IN SERFAUS. Und am 21. Februar gegen 10 Uhr verlor in Serfaus wieder im freien Skiraum ein 41-jähriger Österreicher sein Leben. Er war mit einem 29-jährigen Deutschen auf Alpinski unterwegs: Als er unterhalb eines Südhanges im Hintergreitbach stehen blieb, löste sich eine Schneebrettlawine – er wurde vollständig verschüttet. Der Begleiter und weitere vorbeikommende Skifahrer orteten ihn und gruben ihn aus einer Tiefe von ca. 2,4 Metern aus. Sie begannen sofort mit der Reanimation, die vom NAH-Team des C5 und der Bergrettung Serfaus übernommen wurde. Der Mann wurde unter Fortführung der Reanimationsmaßnahmen in die Klinik Innsbruck geflogen, wo er aber verstarb.
LH MATTLE ERSCHÜTTERT. LH Anton Mattle – er war früher u.a. stellvertretender Landesleiter der Bergrettung – war erschüttert über die traurige Bilanz: „Mein tiefes Mitgefühl gilt den Angehörigen der Verunglückten.“ Auch er appellierte: „Bitte passen Sie auf, bleiben Sie auf gesicherten Pisten und Routen und planen Sie Ihre Ski- oder Bergtouren mit der notwendigen Vorsicht. Informieren Sie sich über die aktuelle Lawinensituation und verzichten Sie im Zweifelsfall auf Ihre Skitour.“ Dank sprach er den Lawinenkommissionen, Gemeinden, Einsatzorganisationen sowie dem Lawinenwarndienst des Landes Tirol, der Leitstelle Tirol und dem Landes-Warn- und Lagezentrum aus. Als Beispiel: Allein beim Unglück in St. Anton mit den drei Todesopfern waren an die 150 Mann im Einsatz.
Alle Infos zur aktuellen Lawinensituation finden sich auf www.lawinen.report.
