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Breites Engagement der AGS

AGS-Neuwahlen: Andreas Pfenniger als Obmann bestätigt

Mit Engagement, Kultur und neuen Zielen blickt die Aktionsgemeinschaft Jugend- und Bildungshaus Sophie Scholl (AGS) nach vorn – zugleich wirft die Zukunft des Pfadiau-Geländes Fragen und Unsicherheiten auf.
25. November 2025 | von Herbert Tiefenbacher
Breites Engagement der AGS
Die eingeschworene AGS-Gruppe – verbunden durch Engagement und Haltung RS-Foto: Tiefenbacher
Als die Mitglieder der AGS vergangenen Mittwoch zur Versammlung zusammenkamen, fehlte jemand, der über Jahrzehnte hinweg nie gefehlt hatte. Am 21. März 2024 ist „Rici“ Richard Triendl, langjähriger Obmann und prägende Kraft des Vereins, verstorben. „Ohne seinen Einsatz, seine Ideen und seinen Weitblick, auch über unseren Talkessel hinaus, wären wir heute nicht hier“, sagte sein Nachfolger Andreas Pfenniger. Über fünf Jahrzehnte prägte Triendl die Gemeinschaft – als fürsorgliche Konstante, die immer da war. Seine Spuren bleiben und weisen der AGS weiterhin den Weg.

ARBEIT LEBT WEITER. Die Berichte machten deutlich, wie sehr seine Arbeit weiterlebt. Seit 13 Jahren führt die AGS als Nachfolgeverein der Pfadfindergruppe Landeck eine inzwischen 55-jährige Tradition engagierter Kinder- und Jugendarbeit fort. Neun Einrichtungen nutzen derzeit das Sophie-Scholl-Haus an Inn und Sanna regelmäßig für ihre Programme – koordiniert über einen Online-Kalender. Vom Eltern-Kind-Zentrum über das Gym Landeck bis zur Offenen Jugendarbeit Landeck–Zams spannt sich ein breites Netzwerk, das auf diesem gemeinsamen Ort aufbaut.

KULTURELLE AKZENTE. Auch kulturell setzt die AGS klare Zeichen – getragen von einer wieder hochaktuellen pfadfinderischen Haltung: Umweltbewusstsein, Dialog, Haltung gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. Unter „Au-Kultur“ öffnete sich das Haus für junge Initiativen: ein Leseabend zum Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz, das Kindertheater „Der Igel Bernhard“ im Rahmen von „Kultur wächst nach“ und eine Schreibwerkstatt der MS Clemens Holzmeister. Besonders berührend war die Lesung zu den „Sternkindern“.

GEDENKORT SCHAFFEN. Im Geist Sophie Scholls engagiert sich die AGS zudem für eine offene Erinnerungskultur – als klare Stimme gegen Antisemitismus. Auslöser war die Diskussion um den Fritz-Zelle-Weg in Landeck. „Wir wollen an einer würdigen Erinnerungskultur mitwirken. Es soll ein Gedenkort geschaffen werden, der den Opfern des Nationalsozialismus gerecht wird. Jüdische Mitbürger sollen symbolisch wieder ins Stadtbild zurückkehren“, betonte Pfenniger. Gerade in Zeiten erstarkender autoritärer Tendenzen sei Haltung notwendiger denn je: Erinnerung bedeute Verantwortung.

BELASTETES STADTBILD. Auch stadtbildprägende Entwicklungen verfolgt die AGS aufmerksam. Während die vier Silos bei der Donau Chemie das Erscheinungsbild belas­ten, ist die neue Nutzung des dort anfallenden CO₂ positiv: Seit März 2025 wird es von Messer Austria für die Lebensmittelindustrie aufbereitet. Die dabei entstehende Abwärme verpufft jedoch bislang ungenutzt sichtbar als weiße Wolke im Talkessel – ein Potenzial, das Transparenz und Druck auf die Projektpartner für ein Fernwärmeprojekt dringend erfordert.

INTERNATIONAL GENUTZT. Wie lebendig und international das Sophie-Scholl-Haus inzwischen genutzt wird, zeigen die letzten vier Jahre: 41 Institutionen und Jugendgruppen aus Österreich, Deutschland, Holland, Dänemark, Luxemburg und der Ukraine waren zu Gast – darunter das Theaterfestival Land Tirol, viele Pfadfindergruppen, die Reformschule Winterhude, die Jugendwohngruppe Space, die VS Angedair, die Ministranten Zams sowie mehrere Gruppen ukrainischer Familien.

UNGEWISSE ZUKUNFT. Die Zukunft der Pfadiau ist derzeit ungewiss: Auf dem Gelände ist ein Kraftwerk geplant. „Für uns werden die kommenden Jahre sehr herausfordernd sein – es bleibt spannend“, erklärte Pfenniger. Zugleich dankte er der Stadtgemeinde Landeck, die über Jahre den Pachtzins übernommen hat. Für die nächsten Jahre setzt sich die AGS klare Ziele: Neugründung der Pfadfindergruppe Landeck, mehr Raum für kulturelle und kreative Initiativen sowie eine intensivere Zusammenarbeit mit dem Freiwilligenzentrum und regioL. „Wir laden alle Interessierten herzlich ein, sich bei der AGS einzubringen und mitzugestalten“, so Pfenniger abschließend.



Neuwahlen und Ehrung
Gemäß Statuten wurden im Rahmen der Versammlung die Funktionen für die nächsten vier Jahre neu bestellt. Andreas Pfenniger wurde als Obmann bestätigt, Richard Eiterer fungiert als Obmann- und Kassier-Stellvertreter, Josef Hueber übernimmt erneut die Kassaführung. Beatrix Stenico-Tamanini bleibt Schriftführerin, unterstützt von Stellvertreterin Lucia Moli. Als Rechnungsprüfer wurden Gerhard Lercher und Ingrid Bürger bestätigt. In den Beisitz wurden berufen: Evi und Sigrun Lunger (Bildung & Kultur), Beatrix Stenico-Tamanini und Andreas Pfenniger (Plattform), Thilo Spenger und Emmi Juen (Technik) sowie Alrun Lunger und Richard Eiterer (Medien/Internet).
Eine besondere Würdigung erfuhr Josef „Joe“ Hueber, der für 55 Jahre unermüdliches Engagement zum Ehrenmitglied ernannt wurde.
Breites Engagement der AGS
Wurde zum Ehrenmitglied ernannt: Josef „Joe“ Hueber RS-Foto: Tiefenbacher

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