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„Es geht rein ums Landschaftsbild“

Gemeinde Pians will wissen, was die Bevölkerung von Groß-PV-Anlage hält, einem innovativen Projekt

Bis morgen können die Pianner ihrer Gemeindeführung noch mitteilen, was sie von der geplanten großen Photovoltaikanlage am Hang Richtung Grins halten. Für Initiatorin Elisabeth Steinlechner ist es „ein grünes Investment aus der Region für die Region“. Bgm. Harald Bonelli hingegen geht es „rein ums Landschaftsbild“.
21. Oktober 2025 | von Daniel Haueis
„Es geht rein ums Landschaftsbild“
Auf dem Hang in der Bildmitte soll die Photovoltaikanlage entstehen. Foto: Haueis
Es sind ca. 1.700 PV-Module je 450 Watt vorgesehen, in Summe ist’s fast ein halber Fußballplatz, den die Erneuerbare-Energie-Gemeinschaft Unser Strom Landeck nutzen will: Die gesamte Modulfläche beträgt 3.400 m2, wobei durch die Hanglage nur 2.700 m2 Boden überdeckt ist. Der Großteil der Fläche liegt zwar auf ­Grinner Gemeindegebiet, aber ein Stück eben auch auf Pianner Katastralgrund – und: Einsehbar wird die Anlage gerade von Pians aus sein. Bgm. Harald Bonelli prophezeit: „Das wird das Landschaftsbild massiv beeinträchtigen.“ Eine Stellungnahme hat die Gemeinde bereits abgegeben und darin auf Blendung, Landschaftsbild u.a.m. aufmerksam gemacht, nun könnte ein mögliches Rechtsmittel ergriffen werden (naturschutzrechtliche und elektrizitätsrechtliche Genehmigung für das Projekt liegen vor, rechtskräftig ist aber erst die naturschutzrechtliche). Davor wird die Bevölkerung befragt, was sie von der geplanten PV-Großanlage hält. Bgm. Bonelli betont, dass er nichts gegen Photovoltaik hat und es auch in Pians dutzende Anlagen auf Dächern gibt, in diesem Fall gehe es aber „rein ums Landschaftsbild“, dessen Beurteilung durch die Bevölkerung er in einem „demokratischen Prozess“ erheben lässt.

ENERGIE UND NATURSCHUTZ. Dabei ist das Projekt ein grundsätzlich interessantes: „Wir schaffen ein grünes Investment aus der Region für die Region“, fasst Elisabeth Steinlechner zusammen, die Obfrau der Erneuerbare-Energie-Gemeinschaft Unser Strom Landeck (www.unserstromlandeck.at). Der Verein hat das Projekt ehrenamtlich entwickelt und eingereicht, wird aber eine Genossenschaft gründen, um die Anlage zu errichten und zu betreiben. Die EEG Unser Strom Landeck hat Mitglieder von Zams bis Pians; darüber hinaus werden aber auch andere Bürger die Möglichkeit bekommen, sich finanziell zu beteiligen – die Kos­ten betragen knapp 1,5 Millionen Euro. Dank Bundesförderung für dieses „Muster- und Leuchtturmprojekt Photovoltaik“ (55%) soll es sich rechnen – und es soll auch ökologisch Sinn stiften: „Dass wir mit dem Projekt auch eine Kulturlandschaft erhalten können, die vor dem ‚Verwalden‘ und damit einem großen Biodiversitätsverlust steht, wurde ebenfalls sehr positiv hervorgehoben“, sagt Steinlechner. Es werden z.B. Brutplätze für den auf der Roten Liste stehenden Neuntöter geschaffen und verfallende Steinmauern restauriert, die einen wichtigen Lebensraum für unterschiedliche Arten bieten, oder einem Nebenerwerbslandwirt ein Zusatzeinkommen als Vergütung für die Beweidung der Flächen mit Schafen verschafft.

STANDORT BEWUSST GEWÄHLT. Zum Thema Landschaftsbild sagt Steinlechner: Es wurde im naturschutzrechtlichen Verfahren geprüft und es sei keine unzumutbare Beeinträchtigung festgestellt worden. „Wir haben den Standort bewusst gewählt, da dieser unmittelbar neben der 380-kV-Freileitung der APG liegt, auf den Flächen die Werksleitung der Donau Chemie verläuft und unmittelbar darunter die weithin sichtbare Böschungsfläche des Tunnels Pians-Quadratsch verläuft. Die gesamte genutzte Fläche wurde im Zuge des Baus der Arlberg-Schnellstraße aufgeschüttet, stellt in der heutigen Form also keine natürliche Fläche dar.“ Wann es losgeht, falls die Genehmigungen alle rechtskräftig werden, ist noch nicht klar: Das ehrenamtlich tätige Umsetzungsteam aus kompetenten Energiegemeinschaftsmitgliedern bereite sich vor: „Ein Zeitpunkt kann leider noch nicht genannt werden“, erklärt Elisabeth Steinlechner.
„Es geht rein ums Landschaftsbild“
Bgm. Harald Bonelli: „Wir sehen diese PV-Anlage.“ RS-Foto: Archiv
„Es geht rein ums Landschaftsbild“
Elisabeth Steinlechner: „Wir schaffen ein grünes Investment aus der Region für die Region.“ RS-Foto: Archiv

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