„Es wird jedenfalls gebraucht. Leider“
Das Oberländer Frauenhaus ist bedauerlicherweise gut ausgelastet
9. März 2026 | von
Daniel Haueis
Allein im vergangenen Jahr haben im Frauenhaus Oberland 49 Frauen und Kinder Zuflucht und Unterstützung gefunden. Foto: stock.adobe.com, Yuliia
Die Frauen (und gegebenenfalls Kinder) verbringen im Schnitt etwa fünf Monate in der Oberländer Einrichtung. In den ersten beiden Jahren – von Mai 2023 bis Mai 2025 – haben 42 Personen (21 Frauen und 21 Kinder) im Frauenhaus Oberland Schutz, Unterkunft und Unterstützung gesucht. Das sind 7.730 Aufenthaltstage bei einem Platzangebot in diesen zwei Jahren von 8.030 Aufenthaltstagen – das bedeutet eine Auslastung von 96 Prozent. Im Jahr 2025 lebten dann 27 Frauen und 22 Kinder im Frauenhaus Oberland. Aktuell sind alle fünf Wohnungen im Frauenhaus Oberland voll belegt. Eine Zeit lang waren sogar sechs Frauen im Haus. Derzeit wohnen dort vier Frauen ohne Kinder und eine Frau mit zwei Kindern, also fünf Frauen und zwei Kinder.„Die Auslastung sagt nicht unbedingt etwas darüber aus, ob das Frauenhaus gebraucht wird oder nicht. Es wird jedenfalls gebraucht. Leider“, stellt dazu Mag. Gabriele Plattner, Geschäftsführung und inhaltliche Leitung des Frauenhauses Tirol, fest.
OBERLÄNDERINNEN NICHT IMMER IM OBERLAND. Klientinnen aus dem Oberland möchten nicht immer im Oberland ins Frauenhaus, denn für viele Betroffene stellt die starke soziale Nähe und Vernetzung im ländlichen Kontext ein zentrales Problem dar. „Die Gründe dafür waren sehr vielschichtig. Manchmal ist es für Klientinnen einfacher, nicht in der Umgebung zu bleiben, und sie ziehen eine Aufnahme in einem anderen Frauenhaus vor“, so Plattner. Man kennt sich in der Gegend, ist gemeinsam im Verein, die Kinder im selben Kindergarten oder in der Schule. Viele Betroffene haben große Angst davor, dass ihre familiäre Situation bekannt werden könnte, da dies zu sozialer Ausgrenzung, Stigmatisierung und Gerüchten führen könnte. Zusätzlich haben viele die Befürchtung, dass ihnen als Opfer nicht geglaubt wird, ihre Aussagen nicht ernst genommen werden könnten. Diese Befürchtungen sind meist umso stärker, je besser der Täter im Ort vernetzt und integriert ist“, so Plattner.
BETRIEB LÄUFT GUT. „Ja, der Betrieb läuft gut“, kann Plattner ein positives Resümee ziehen. Es gibt zwar Schwankungen, aber der Bedarf ist vorhanden, und seit Jahresbeginn ist das Frauenhaus Oberland wieder komplett ausgelastet. „Es ist gut, dass wir zwei Frauenhäuser haben“, muss Plattner für die Institution „Frauenhaus Tirol“ festhalten. Gerade wegen all der Tragik, die hinter dieser Einrichtung im Oberland steht, kann auch eine gute Botschaft verkündet werden: In naher Zukunft ist das Frauenhaus Oberland finanziell abgesichert, „weil es uns gelungen ist, zu verhandeln, dass Frauenhäuser für das Jahr 2026 von Kürzungen ausgenommen werden“, so Plattner. Von einer prinzipiellen Absicherung sei man aber weit entfernt, da man keine langfristigen Finanzierungsverträge bekommen habe. Was daher bleibt, ist, dass Plattner und ihr Team für den laufenden Betrieb immer auch auf Spendengelder angewiesen sind: „Es freut uns daher immer, wenn Einzelpersonen, Firmen … beschließen, dem Frauenhaus mit Spendengeldern unter die Arme zu greifen.“
Das Spendenkonto bei der Tiroler Sparkasse lautet: IBAN: AT112050300000046797 (mit Kennwort „Frauenhaus Oberland“ kommt die Spende der Einrichtung in der Region zugute).
KONTAKT. Wer Hilfe benötigt, kann sich unter 0676845702222 oder via wohnen-oberland@frauenhaus-tirol.at an die Einrichtung wenden. Erreichbar ist sie Montag bis Freitag von 8 bis 15 Uhr; außerhalb dieser Zeiten kann man (rund um die Uhr) 0512342112 kontaktieren. Nähere Informationen gibt es auf https://frauenhaus-tirol.at.
OBERLÄNDERINNEN NICHT IMMER IM OBERLAND. Klientinnen aus dem Oberland möchten nicht immer im Oberland ins Frauenhaus, denn für viele Betroffene stellt die starke soziale Nähe und Vernetzung im ländlichen Kontext ein zentrales Problem dar. „Die Gründe dafür waren sehr vielschichtig. Manchmal ist es für Klientinnen einfacher, nicht in der Umgebung zu bleiben, und sie ziehen eine Aufnahme in einem anderen Frauenhaus vor“, so Plattner. Man kennt sich in der Gegend, ist gemeinsam im Verein, die Kinder im selben Kindergarten oder in der Schule. Viele Betroffene haben große Angst davor, dass ihre familiäre Situation bekannt werden könnte, da dies zu sozialer Ausgrenzung, Stigmatisierung und Gerüchten führen könnte. Zusätzlich haben viele die Befürchtung, dass ihnen als Opfer nicht geglaubt wird, ihre Aussagen nicht ernst genommen werden könnten. Diese Befürchtungen sind meist umso stärker, je besser der Täter im Ort vernetzt und integriert ist“, so Plattner.
BETRIEB LÄUFT GUT. „Ja, der Betrieb läuft gut“, kann Plattner ein positives Resümee ziehen. Es gibt zwar Schwankungen, aber der Bedarf ist vorhanden, und seit Jahresbeginn ist das Frauenhaus Oberland wieder komplett ausgelastet. „Es ist gut, dass wir zwei Frauenhäuser haben“, muss Plattner für die Institution „Frauenhaus Tirol“ festhalten. Gerade wegen all der Tragik, die hinter dieser Einrichtung im Oberland steht, kann auch eine gute Botschaft verkündet werden: In naher Zukunft ist das Frauenhaus Oberland finanziell abgesichert, „weil es uns gelungen ist, zu verhandeln, dass Frauenhäuser für das Jahr 2026 von Kürzungen ausgenommen werden“, so Plattner. Von einer prinzipiellen Absicherung sei man aber weit entfernt, da man keine langfristigen Finanzierungsverträge bekommen habe. Was daher bleibt, ist, dass Plattner und ihr Team für den laufenden Betrieb immer auch auf Spendengelder angewiesen sind: „Es freut uns daher immer, wenn Einzelpersonen, Firmen … beschließen, dem Frauenhaus mit Spendengeldern unter die Arme zu greifen.“
Das Spendenkonto bei der Tiroler Sparkasse lautet: IBAN: AT112050300000046797 (mit Kennwort „Frauenhaus Oberland“ kommt die Spende der Einrichtung in der Region zugute).
KONTAKT. Wer Hilfe benötigt, kann sich unter 0676845702222 oder via wohnen-oberland@frauenhaus-tirol.at an die Einrichtung wenden. Erreichbar ist sie Montag bis Freitag von 8 bis 15 Uhr; außerhalb dieser Zeiten kann man (rund um die Uhr) 0512342112 kontaktieren. Nähere Informationen gibt es auf https://frauenhaus-tirol.at.
