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Gegenwind für Windpark

Nauders: Kritik am Windpark-Standort im Gemeinderat

Seit Spätherbst 2025 sorgt das geplante Windparkprojekt am Großmutzkopf für Diskussionen in Nauders. Während die Projektentwickler die Chancen regionaler Stromerzeugung betonen, formieren sich innerhalb der Gemeindepolitik kritische Stimmen.
24. März 2026 | von Herbert Tiefenbacher
Gegenwind für Windpark
Gemeindevorstand Elmar Monz (l.) fordert eine Volksbefragung zum Windpark am Großmutzkopf. TVB-Obmann Armin Falkner (M.): „Ich bin kein großer Befürworter von Windkraft.“ Bgm. Helmut Spöttl: „Es muss noch vieles abgeklärt werden.“ Fotos: RS-Archiv
Die Firma imWind plant den Bau von fünf Windkraftanlagen, die laut Entwicklern jährlich rund 11.400 Haushalte versorgen könnten. Auf einer Projektwebseite informieren die Betreiber über das Vorhaben – und preisen Entschädigungszahlungen und weitere Vorteile für die Gemeinde als „Zuckerl“ an. Die Inbetriebnahme ist für 2031/2032 vorgesehen. Das Projekt wurde am 27. November 2025 im Veranstaltungszentrum in Nauders vorgestellt.

GV MONZ WIDERSPRICHT. Auch im Gemeinderat ist das Thema präsent: Am 18. Dezember äußerte Gemeindevorstand Elmar Monz deutliche Kritik am Standort Großmutzkopf. Seine Gemeinschaftsliste Nauders (vier von 13 Mandaten) werde das Projekt in der vorliegenden Form nicht unterstützen. Monz kritisierte zudem den zu hohen Strompreis und zu geringe Entschädigungszahlungen. Als Alternative nannte er Plamort. Monz suchte das direkte Gespräch mit Projektleiter DI Michael Pölzler. Dabei stellte er klar: Windkraft sei grundsätzlich kein Problem, wohl aber der Standort. Das Gebiet sei ein Naturjuwel im Dreiländereck – geprägt von Schwarzem und Grünem See, eindrucksvollen Ausblicken und besonderer Atmosphäre. Es ist ein beliebtes Ziel für Wanderer und Mountainbiker; zu den bekanntesten grenzüberschreitenden Wanderwegen zählt der Panoramahöhenweg. Als Alternative brachte Monz erneut den Standort Plamort ins Spiel, der aus seiner Sicht – auch wegen gut ausgebauter Forstwege – besser geeignet sei. Projektleiter Pölzler verwies hingegen auf eine Potenzialanalyse, die die Flächen am Großmutzkopf als geeignet bewertet.

VOLKSBEFRAGUNG. Mit leicht ironischem Unterton ergänzte Monz: „Ich verstehe die Betreiberfirma. Mit dem Umspannwerk der Austrian Power Grid gleich in der Nähe ist das natürlich ideal – da spart man sich einiges.“ Konkrete Alternativen habe der Projektleiter im Gespräch nicht nennen können. Das Gespräch habe an seiner Haltung nichts geändert, betont Monz. Für ihn und seine Liste komme der Großmutzkopf weiterhin nicht infrage. Sollte das Projekt weiterverfolgt werden, fordert er eine Volksbefragung: „Das ist eine Entscheidung für mehrere Generationen. Wenn die Nauderer Bevölkerung abstimmt, werden wir das Ergebnis akzeptieren. Diese Entscheidung soll nicht allein vom Gemeinderat getroffen werden.“

FALKNER SKEPTISCH. Während Monz vor allem den Standort kritisiert, äußert TVB-Obmann und Bergbahnen-Vorstand Armin Falkner grundsätzliche Vorbehalte gegenüber der Windkraft. „Ich bin kein großer Befürworter von Windkraft. Wir wohnen in einer Bergregion, hier sind Wasserkraft und Photovoltaik verlässliche erneuerbare Energiequellen – diese sollten wir ausbauen. Damit leisten wir einen bedeutenden Beitrag zum Umweltschutz und erhöhen gleichzeitig die Versorgungssicherheit“, sagt Falkner.

SPÖTTL BLEIBT MODERAT. Bgm. Helmut Spöttl setzt auf eine moderierende Linie. Die Aussagen von Monz wolle er nicht bewerten: „Die Meinung von Gemeindevorstand Monz ist zu akzeptieren.“ Insgesamt sieht er noch Klärungsbedarf: „Es muss noch vieles abgeklärt werden. Auch eine Diskussion über eine mögliche Volksbefragung ist derzeit zu früh – darüber hat der Gemeinderat zu entscheiden.“

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