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Hoch-Saison

Almauftriebe im Bezirk bereits abgeschlossen

Aufgrund der guten Bedingungen auf den Almen haben die Almauftriebe heuer durchwegs früher stattgefunden als in den Vorjahren. Konsumenten dürfen sich auf Butter und Käse freuen, Bauern und Hirten müssen hoffen …
17. Juni 2025 | von Daniel Haueis
Hoch-Saison
Einzigartige Almkulisse auf der Alpe Stalanz in Ried. Die Kühe sind seit dem 24. Mai auf der Alm. Der Auftrieb war damit um zwei Wochen früher als bisher. Foto: Franz Neuner
„Mittlerweile sind alle Almauftriebe im Bezirk abgeschlossen und damit herrscht auf den Almen nun wieder Hochsaison“, berichtet Ing. Mag. (FH) Peter Frank von der Landwirtschaftskammer Landeck. Genaue Auftriebszahlen liegen im Juli vor, sie scheinen aber bei den meisten Almen auf dem Niveau der Vorjahre zu liegen. Es herrschen jedenfalls gute Bedingungen in den oberen Stockwerken Tirols: Junges frisches Gras ist heuer frühzeitig und in ausreichender Menge vorhanden. Diese Top-Futtergrundlage danken die Wiederkäuer mit guten Milch- und Zuwachsleis­tungen. Spätestens ab Mitte Juli gibt es „den weltbesten Almkäse“, so Frank, zu genießen: „Almprodukte werden immer stärker nachgefragt, insbesondere die Almbutter. Die Leute haben den gesundmachenden Mehrwert der Almprodukte erkannt und sie warten darauf, dass diese saisonalen Produkte endlich erhältlich sind“, sagt der Fachmann. Frank erinnert aber an den vielfältigeren Nutzen der Almwirtschaft: „Der Mehrwert reicht von einzigartigen Lebensmitteln über die Offenhaltung der Kulturlandschaft und die Reduktion von Naturgefahren bis hin zur Sicherung der Artenvielfalt. Der Bezirk Land­eck ist mit seinen bewirtschafteten Almen, Bergmähdern und Wiesen ohnehin der Biodiversitätshotspot in Europa, darüber wird noch zu wenig geredet. Nur durch die traditionelle Berg- und Almwirtschaft wird dieser einzigartige Lebens- und Kulturraum erhalten.“

HERAUSFORDERUNGEN. Eine der größten Herausforderungen ist und bleibt das Almpersonal – es gelingt aber immer wieder Fachleute zu finden, die sich um das Vieh und die Lebensmittelproduktion kümmern: „Sie arbeiten ja praktisch rund um die Uhr mehr als drei Monate hindurch, diesen Leuten gebührt höchster Respekt!“, verneigt sich Frank. Den sollte man als Erholungssuchender auch den Tieren zollen: Wanderungen über Almflächen sind mit einem hohen Maß an Eigenverantwortung verbunden. Es ist wichtig Absperrungen, Verhaltensregeln und Hinweistafeln im Umgang mit dem Weidevieh zu beachten, um Unfälle zu vermeiden. „Dem Vieh muss einfach immer mit Respekt begegnet werden“, sagt Frank. Der fehlt dem Wolf manchmal, weshalb es Herdenschutzprojekte bei drei Schafalmen im Bezirk gibt: Spisser Schafberg-Alm, Lader Heuberg-Alm und Verwall-Alm. Sie werden heuer weitergeführt und zwar mit rund 1.100 Schafen – die Auftriebszahl ist im Vergleich zum Vorjahr geringfügig gestiegen.

ABSCHUSSVERORDNUNG? Bisher hat es im Bezirk keine Wolf-Abschussverordnung gegeben, das kann sich allerdings sehr schnell ändern: Im Frühjahr hat es bereits Risse im Bereich einer Heimweide in Ischgl gegeben. Und in St. Anton wurde im März und April ein Wolf im Siedlungsbereich gesichtet. „Gibt es Risse auf einer Alm, dann wird eine Abschussverordnung erlassen, wenn der Verursacher ein Wolf ist. Ich hoffe, dass wir im Sommer keine großen Probleme mit Großraubtieren bekommen“, sagt Frank. Mit der Änderung des Schutzstatus des Wolfs müsse als nächster Schritt eine Änderung des Tiroler Jagdgesetzes folgen – das Ziel: die ganzjährige Bejagbarkeit des Wolfes.

KLIMAFITTES STALANZ. Eine Sennalm im Bezirk wird heuer intensiver beobachtet: die Alpe Stalanz in Ried. Im Rahmen des Projekts klimafitte Alm- und Weidebewirtschaftung in der Gemeinde Ried setzt Hirte Franz Neuner gemeinsam mit den Almverantwortlichen gezielte Maßnahmen um. Der gewählte Auftriebszeitpunkt am 24. Mai war sehr mutig, hat sich aber schon bewährt und ist eine Antwort auf den immer früheren Vegetationsbeginn auf den Almen.
Peter Franks Fazit, nachdem nun die tierische Sommerfrische in der Höhe begonnen hat: „Der Start in die Almsaison ist heuer sehr gut verlaufen und alle hoffen, dass im weiteren Verlauf keine größeren Probleme auftreten.“

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