„Keineswegs leichtfertig beschlossen“
Ladis: Kritik an Wasseranschluss-Erweiterungsgebühren
3. März 2026 | von
Daniel Haueis
Bgm. Hans-Georg Pittl: Die Sorge um soziale Fairness werde sehr ernst genommen, aber von der Leistungsfähigkeit der Wasserversorgung profitierten sämtliche angeschlossenen Haushalte. Foto: RS-Archiv
„… tief in die Tasche greifen“ muss man in Ladis, meint ein Bürger, da nun Erweiterungsgebühren für den Wasseranschluss zu berappen sind. Er fragt sich: „Warum soll ich jetzt für Investoren, Spekulationen und Bauprojekte im Dorf mitzahlen, von denen ich persönlich keinen Nutzen habe?“ Der Kritiker hat in der Vergangenheit bereits Anschlussgebühren bezahlt und derzeit nicht vor, zu bauen oder zu erweitern – deshalb empfindet er die Erweiterungsgebühr „als unfair und sozial nicht gerecht“. Die Lader Gemeindepolitik sieht das anders: Sie hat die Abgabe beschlossen, denn seit 2018 wurden in Ladis Investitionen von deutlich über einer Million Euro in die gemeindeeigene Wasserversorgung getätigt, da der Wasserbedarf steigt, aber auch verschärfte technische sowie hygienerechtliche Anforderungen gelten und Vorsorge gegen Versorgungsengpässe getroffen wurde. Bgm. Hans-Georg Pittl drückt sich gewählt aus: „Umgesetzt wurde eine umfassende Modernisierung und Absicherung der gesamten Wasserversorgungsanlage mit dem Ziel, die Versorgungssicherheit langfristig zu gewährleisten, bestehende technische Standards zu aktualisieren und die Infrastruktur an gegenwärtige wie künftige Anforderungen anzupassen.“
FINAZIERUNGSMODELL „MISCHUNG“. Für die Finanzierung waren drei Modelle möglich: eine dauerhafte Erhöhung der laufenden Gebühren, eine Kreditfinanzierung oder eine Kombination aus Fördermitteln, Eigenmitteln und einmaligen Beiträgen. Die Gemeinde hat sich für eine Mischform entschieden mit Zahlung der Bürger: 1,40 Euro brutto pro m³ umbauten Raumes (das macht dann rund 1.000 Euro für ein durchschnittliches Einfamilienhaus aus), die Vorschreibung erfolgt in vier Teilbeträgen über einen Zeitraum von zwei Jahren, um die Liquiditätsbelastung der Eigentümer zu reduzieren. „Dieses Modell entspricht dem Gleichheitsgrundsatz, da die Bemessung sachlich und für alle Eigentümer nachvollziehbar erfolgt. Zudem ist darauf hinzuweisen, dass die Gewährung von Bedarfszuweisungen und Fördermitteln des Landes an eine angemessene Gebührenstruktur geknüpft ist. Eine strukturell unzureichende Gebührenregelung würde die Förderfähigkeit gefährden und letztlich die Gemeindefinanzen schwächen“, beantwortet der Dorfchef eine RUNDSCHAU-Anfrage. Die Sorge um soziale Fairness wird sehr ernst genommen, sagt Pittl, aber es sei festzuhalten, „dass die Wasserversorgung eine gemeinschaftlich getragene öffentliche Infrastruktur darstellt, von deren Leistungsfähigkeit sämtliche angeschlossenen Haushalte profitieren – unabhängig davon, ob aktuell Bau- oder Erweiterungsmaßnahmen erfolgen.“ Die Investitionen dienten – entgegen der Kritik – nicht einzelnen Projekten oder Investoren, sondern der langfristigen Sicherung und Modernisierung des Gesamtsystems. Auch bestehende Gebäude profitieren von erhöhter Versorgungssicherheit und technischer Stabilität“, sagt der Bürgermeister. Im Gemeinderat seien auch soziale Aspekte ausdrücklich berücksichtigt worden – die festgelegte Gebührenhöhe liege unter den indexierten Vergleichswerten der Nachbargemeinden Fiss und Serfaus und bewege sich in einem regional angemessenen Rahmen. Daher lautet sein Fazit: „Die Einführung der Erweiterungsgebühr ist das Ergebnis einer sorgfältigen Abwägung und wurde keineswegs leichtfertig beschlossen.“
Tourismus am Sonnenplateau
(dgh) In den vergangenen Jahren gab’s in Serfaus-Fiss-Ladis eine Verdichtung sowie Ausweitung der Beherbergungskapazitäten. Das Gesamtwachstum der Region hat zusätzliche Belastungen für die technische Infrastruktur bewirkt. „Vor diesem Hintergrund wird seit geraumer Zeit in den zuständigen Gremien der Region darauf hingewirkt, ein kontrolliertes und planerisch gesteuertes Bettenwachstum sicherzustellen und zugleich die qualitative Weiterentwicklung des Angebots in den Vordergrund zu stellen“, sagt Bgm. Hans-Georg Pittl. Ziel sei es, quantitative Entwicklungen mit infrastruktureller Leistungsfähigkeit in Einklang zu bringen und langfristig ein ausgewogenes Verhältnis zwischen touristischer Nutzung, Lebensqualität der Bevölkerung und technischer Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Laut Regionsprofil des Landes Tirol hatte das Sonnenplateau im Jahr 2024 2.786 Einwohner und mehr als 13.500 Gästebetten, in denen gut 2,5 Millionen Nächtigungen erzielt wurden. In Ladis mit 547 Einwohnern wurden 2024 laut Statistik Austria rund 402.000 Nächtigungen gezählt. Damit kommen im Schnitt auf jeden Lader, der abends zu Bett geht, zwei Touristen, die sich ebenfalls im Dorf schlafen legen. Der Sonnenplateau-Durchschnitt liegt bei rund 2,5 Touristen pro Einwohner.
FINAZIERUNGSMODELL „MISCHUNG“. Für die Finanzierung waren drei Modelle möglich: eine dauerhafte Erhöhung der laufenden Gebühren, eine Kreditfinanzierung oder eine Kombination aus Fördermitteln, Eigenmitteln und einmaligen Beiträgen. Die Gemeinde hat sich für eine Mischform entschieden mit Zahlung der Bürger: 1,40 Euro brutto pro m³ umbauten Raumes (das macht dann rund 1.000 Euro für ein durchschnittliches Einfamilienhaus aus), die Vorschreibung erfolgt in vier Teilbeträgen über einen Zeitraum von zwei Jahren, um die Liquiditätsbelastung der Eigentümer zu reduzieren. „Dieses Modell entspricht dem Gleichheitsgrundsatz, da die Bemessung sachlich und für alle Eigentümer nachvollziehbar erfolgt. Zudem ist darauf hinzuweisen, dass die Gewährung von Bedarfszuweisungen und Fördermitteln des Landes an eine angemessene Gebührenstruktur geknüpft ist. Eine strukturell unzureichende Gebührenregelung würde die Förderfähigkeit gefährden und letztlich die Gemeindefinanzen schwächen“, beantwortet der Dorfchef eine RUNDSCHAU-Anfrage. Die Sorge um soziale Fairness wird sehr ernst genommen, sagt Pittl, aber es sei festzuhalten, „dass die Wasserversorgung eine gemeinschaftlich getragene öffentliche Infrastruktur darstellt, von deren Leistungsfähigkeit sämtliche angeschlossenen Haushalte profitieren – unabhängig davon, ob aktuell Bau- oder Erweiterungsmaßnahmen erfolgen.“ Die Investitionen dienten – entgegen der Kritik – nicht einzelnen Projekten oder Investoren, sondern der langfristigen Sicherung und Modernisierung des Gesamtsystems. Auch bestehende Gebäude profitieren von erhöhter Versorgungssicherheit und technischer Stabilität“, sagt der Bürgermeister. Im Gemeinderat seien auch soziale Aspekte ausdrücklich berücksichtigt worden – die festgelegte Gebührenhöhe liege unter den indexierten Vergleichswerten der Nachbargemeinden Fiss und Serfaus und bewege sich in einem regional angemessenen Rahmen. Daher lautet sein Fazit: „Die Einführung der Erweiterungsgebühr ist das Ergebnis einer sorgfältigen Abwägung und wurde keineswegs leichtfertig beschlossen.“
Tourismus am Sonnenplateau
(dgh) In den vergangenen Jahren gab’s in Serfaus-Fiss-Ladis eine Verdichtung sowie Ausweitung der Beherbergungskapazitäten. Das Gesamtwachstum der Region hat zusätzliche Belastungen für die technische Infrastruktur bewirkt. „Vor diesem Hintergrund wird seit geraumer Zeit in den zuständigen Gremien der Region darauf hingewirkt, ein kontrolliertes und planerisch gesteuertes Bettenwachstum sicherzustellen und zugleich die qualitative Weiterentwicklung des Angebots in den Vordergrund zu stellen“, sagt Bgm. Hans-Georg Pittl. Ziel sei es, quantitative Entwicklungen mit infrastruktureller Leistungsfähigkeit in Einklang zu bringen und langfristig ein ausgewogenes Verhältnis zwischen touristischer Nutzung, Lebensqualität der Bevölkerung und technischer Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Laut Regionsprofil des Landes Tirol hatte das Sonnenplateau im Jahr 2024 2.786 Einwohner und mehr als 13.500 Gästebetten, in denen gut 2,5 Millionen Nächtigungen erzielt wurden. In Ladis mit 547 Einwohnern wurden 2024 laut Statistik Austria rund 402.000 Nächtigungen gezählt. Damit kommen im Schnitt auf jeden Lader, der abends zu Bett geht, zwei Touristen, die sich ebenfalls im Dorf schlafen legen. Der Sonnenplateau-Durchschnitt liegt bei rund 2,5 Touristen pro Einwohner.