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„Während der Woche keine Einschränkungen“

Psychiatrisches Angebot im Bezirk: Praxis in Landeck wird eröffnet, Krankenhaus schränkt Betrieb ein

Drei Psychiaterinnen des Krankenhauses in Zams eröffnen in Landeck eine Gemeinschafts­praxis. In „St. Vinzenz“ wird daher der Betrieb angepasst.
1. Dezember 2025 | von Daniel Haueis
„Während der Woche keine Einschränkungen“
Das Zammer Psychiatrie-Team unter der Leitung von Primar Dr. Martin Kurz (l.) gewährleistet die akute psychiatrische Versorgung ambulanter Patienten werktags von 8 bis 16 Uhr. Foto: Krankenhaus St. Vinzenz Zams/Christoph Nösig Photography
Der österreichweit spürbare Mangel an Fachärzten betrifft auch die Psychiatrie im Bezirk und verlangt vom Krankenhaus St. Vinzenz und damit von seinen Patienten Anpassungen. Positiv: Drei am Krankenhaus in Zams ausgebildete Fachärztinnen für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin eröffnen eine Kassen-Gemeinschaftspraxis in Landeck – die wohnortnahe niedergelassene Versorgung wird damit gestärkt. Für das Krankenhaus ergeben sich dadurch aber Änderungen: Die akute psychiatrische Versorgung ambulanter Patienten ist nun werktags von 8 bis 16 Uhr gewährleis­tet. Außerhalb dieser Zeiten ist sie nur mehr durch die psychiatrische Abteilung des Landeskrankenhauses Hall sichergestellt, auch Krisendienste stehen zur Verfügung (siehe Kästchen „Krisendienste“). „Während der Woche bestehen keine Einschränkungen. Es trifft nur akut psychiatrische Patienten außerhalb der regulären Dienstzeiten. Fremd- oder selbstgefährdende Patienten wurden auch bisher schon nach Hall überstellt. Während der Öffnungszeiten steht unser Angebot uneingeschränkt zur Verfügung und wir hoffen, dass unsere Patienten uns während dieser Zeiten aufsuchen“, sagt Krankenhaus-Geschäftsführer Bernhard Guggenbichler. Primar Dr. Martin Kurz, Leiter der Psychiatrie und Psychotherapeutischen Medizin in „Zams“, fügt an: „Auch wenn das ambulante Angebot abends bzw. nachts und am Wochenende vor Ort nicht verfügbar ist, bleibt die psychiatrische Notfallversorgung vollständig gewährleistet.“ Hilfesuchende müssen ambulante psychiatrische Anliegen nun während der Tagesöffnungszeiten im Krankenhaus anmelden und abklären. Die Wartezeiten für geplante ambulante Termine liegen derzeit bei rund zwei Wochen, teilt das Krankenhaus mit. Und auch im stationären Bereich tut sich was: „Für den Normalbetrieb haben wir 18 Betten zur Verfügung. Bisher haben wir bis zu 22 Patienten unter Verwendung der Betten auf der ‚geschlossenen‘ Abteilung aufgenommen. Wir werden uns wieder auf die 18 Betten beschränken“, sagt Dipl.-KH-Bw. Guggenbichler.

STELLEN AUSGESCHRIEBEN. Die erweiterte niedergelassene Versorgung, das nunmehrige Angebot im Krankenhaus St. Vinzenz und die Kooperation aller beteiligten Partner ermöglichen weiterhin eine moderne, gut abgestimmte und verlässliche psychiatrische Betreuung der Oberländer, erklärt das Krankenhaus. Dank der langjährigen Zusammenarbeit mit den drei Psychiaterinnen, die die Kassen-Gemeinschaftspraxis gründen, seien die Schnittstellen gut abgestimmt und die Kontinuität in der Versorgungsplanung sichergestellt. Die durch den Wechsel freigewordenen Ausbildungsstellen in „Zams“ sind bereits ausgeschrieben. Bis zu fünf Ärzte können dort zeitgleich ihre Spezialisierung absolvieren. Bernhard Guggenbichler ist aber nicht sonderlich optimistisch: „Wir suchen ja schon lange nach zusätzlichen Fachärzten, teils durch Inserate, aber auch durch persönliche Ansprache. Leider bisher ohne große Erfolge. Ob sich das in absehbarer Zeit ändert, ist eher unwahrscheinlich.“ Primar Dr. Kurz und sein Team legen jedenfalls Wert auf ein modernes, patientenzentriertes Behandlungskonzept. Ziel des multiprofessionellen Teams (Psychiatrie, Pflege, Psychologie, Sozialarbeit, Ergotherapie, Sozialpädagogik, Ex-In-Genesungsbegleitung, Verwaltung) ist, Lebensqualität, Selbstbestimmung und Alltagstauglichkeit zu fördern und soziale Rollen zu stärken.


Krisendienste
• Rettung (Notruf, täglich rund um die Uhr): 144
• Telefonseelsorge (täglich rund um die Uhr): 142
• Rat auf Draht (für Kinder & Jugendliche, täglich rund um die Uhr): 147
• Psychosozialer Krisendienst Tirol (täglich von 8 bis 20 Uhr): 0800400120
• Psychosoziale Zentren Tirol (Montag bis Freitag 9 bis 14 Uhr): 050500, www.psz.tirol
• Ö3-Kummernummer (täglich von 16 bis 24 Uhr): 116123
• Hilfe für Angehörige psychisch Erkrankter (Erstkontakt, Information und Terminvereinbarung): 069917238060

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