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Wärmer ist’s – noch wärmer wird’s?

Bezirk Landeck: Die Online-Plattform oberlandklima.at liefert fundierte Klimadaten für jede Gemeinde

60-jährige Landecker leben heute in einer im Jahresschnitt 2,7 Grad wärmeren Stadt als bei ihrer Geburt. Die Schneemenge ist auf etwa 35 Prozent gesunken, die Niederschlagsmenge insgesamt aber konstant geblieben. Und: Heute (2025) scheint die Sonne gut 140 Stunden länger als 1966. Diese Daten und auch Prognosen sind auf der Online-Plattform oberlandklima.at für jede Gemeinde im Bezirk abrufbar.
21. April 2026 | von Martin Grüneis und Daniel Haueis
Wärmer ist’s – noch wärmer wird’s?
Entwicklungsleiter Thomas Pichler, Hans Georg Kreuzer, Roman Markowski und LR René Zumtobel (v.l.) bei der Präsentation der neuen Online-Plattform oberlandklima.at. Foto: Grüneis
Auf https://oberlandklima.at sind Daten für jeweils gut 30 Gemeinden und Regionen der Bezirke Landeck und Imst verfügbar. Temperatur, Niederschlag, Schnee und Sonnenschein sind für den Zeitraum 1960 bis 2025 jahreweise abrufbar. „Erwartbare Auswirkungen des Klimawandels auf das Tiroler Oberland“ sind für Tourismus, Obstbau, Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Infrastruktur, Gesundheit, Raumplanung, Energie und Lebensräume aufgelistet. Für St. Anton ergeben sich in puncto Tourismus Chancen (schneesichere Regionen profitieren im Winter), aber in energetischer Hinsicht Risiken (Rückgang der Sommerstromproduktion). Auf https://oberlandklima.at findet man auf einen Klick, dass die durchschnittliche Jahrestemperatur in Spiss (1.660 m) von 3,4 auf 6,0 Celsius gestiegen ist – in Schönwies (740 m) wurden aus durchschnittlich 7,4 (1961) nun 10,4 Celsius (10,5). In Kappl z.B. gibt’s heute 242 Heiztage im Jahr (jene Tage, an denen die mittlere Tagestemperatur unter 12 Celsius lag) – im Zeitraum 1961 bis 1990 musste man den Ofen noch 31 Tage länger anfeuern. In Pfunds z.B. darf man sich auf mehr Sonne freuen (wenn man sie mag): Aus durchschnittlich 1.221 Stunden wurden mittlerweile 1.375. Die Tendenz: stark steigend. Zu einem Bregenz (1.726 Stunden), Wien (1.953) oder Innsbruck (2.034) wird Pfunds deshalb aber nicht.

FÜR ALLE. Grundlage von ­https://oberlandklima.at sind Messdaten (Spartacus und Snowgrid), die laufend ergänzt werden, ebenso die österreichischen Klimaszenarien aus dem Jahr 2015 (ÖKS15). Das Angebot richtet sich an Bevölkerung, Gemeinden und Wirtschaft – Ziel ist es zu informieren und dabei zu unterstützen, sich gezielt an die klimatischen Veränderungen anzupassen. „Die Daten zeigen nämlich, dass der Klimawandel im Tiroler Oberland zwei- bis zweieinhalbfach so stark stattfindet wie im globalen Durchschnitt“, so Entwicklungsleiter Meteorologe und Geograf Thomas Pichler. Für ihn ist klar: Der Klimawandel ist ein naturwissenschaftliches Thema – es brauche Fakten und Daten statt Gefühle und Erzählungen.

PROJEKT MIT REGIONALER UNTERSTÜTZUNG. Mit dem Rotary Club Imst-Landeck fand Pichler einen Partner. „Wir sind bemüht, große Herausforderungen anzunehmen, wenn wir zum Wohle aller etwas bewirken können“, so dessen Präsident Hans Georg Kreuzer. Roman Markowski, Rotary-Vorstandsmitglied und Geschäftsführer der AVT Vermessung, erkennt auch aus beruflicher Sicht großes Potenzial – ob bei der Planung von Bauprojekten oder im Bereich (kritischer) Infrastruktur. Und für LR René Zumtobel bringt die Plattform den Klimawandel genau dorthin, wo Entscheidungen getroffen werden. Und tun kann man etwas, denn: In Landeck betrug die mittlere Jahrestemperatur Anfang der 1960er-Jahre noch 7,8 Celsius, im Jahr 2025 dann schon 10,7 Celsius. Ohne Klimaschutzmaßnahmen steigt sie bis zum Jahr 2100 auf 13,3 Celsius, bei begrenztem Klimaschutz-Szenario aber werden’s 10,5 Celsius, also sogar weniger als heute sein, ist auf https://oberlandklima.at zu erfahren.

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