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Landeck | Politik | 19. Oktober 2021 | Herbert Tiefenbacher

Ampel steht endgültig auf Grün

Ampel steht endgültig auf Grün
Markus Maaß (Mitte) präsentiert das Obmanngespann Bgm. Alexander Jäger aus Fließ und Bgm. Dominik Traxl aus Zams (r.). RS-Foto: Tiefenbacher
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Gemeindeübergreifender Schlachthof in Fließ sollte 2023 in Betrieb gehen – Bgm. Jäger zum Obmann gewählt

Es war eine etwas langwierigere Sache, aber jetzt steht die ­Ampel für den gemeindeübergreifenden Schlachthof in Fließ endgültig auf Grün.
Von Herbert Tiefenbacher

Die Freude und die Erleichterung waren Projektentwickler Bernhard Pircher ins Gesicht geschrieben, als er vergangenen Montag bei einer Pressekonferenz verkündete, dass die Tiroler Landesregierung am 7. September 2021 die Vereinbarung über die Bildung des Gemeindeverbandes „Schlachthof Fließ“ genehmigt hat und in der Folge nun die konstituierende Sitzung stattfand. Bei dieser wurden die Verbandsorgane (Obmann, Ausschuss etc.) bestimmt. Einstimmig beschlossen wurde der Wahlvorschlag zu Bgm. Alexander Jäger (Fließ) als Obmann und zu Bgm. Dominik Traxl (Zams) als Obmann-Stellvertreter, teilte BH Dr. Markus Maaß mit. Er begleitete das Projekt in der Vorbereitungsphase. „Ein besonderer Dank neben Bernhard Pircher gilt vor allem Alt-Bgm. Hans-Peter Bock, der Vordenker und eine treibende Kraft hinter dem Projekt war“, sagte Maaß. Er führte weiter aus: Ziel sei es gewesen, so viele Gemeinden wie möglich einzubinden. 16 Gemeinden haben sich dazu entschlossen mitzumachen und diese würden jetzt das dafür notwendige Geld in die Hand nehmen. Das sei mutig und absolut begrüßenswert, weil mit der Realisierung des Schlachthof-Projektes die Region Landeck selbstständiger und unabhängiger werde. Maaß appellierte an die 14 Gemeinden, die noch nicht Mitglied des Gemeindeverbandes sind, sich die Entwicklung des Projektes und der Situation im Allgemeinen anzusehen und dann dem Verband beizutreten. „Das Ausmaß der Hygiene-Richtlinien habe sich seit den 1990er-Jahren verdreifacht und die gesetzlichen Anforderungen werden weiter steigen. Deswegen wird es für die kleineren Schlachthöfe zunehmend schwerer, denn sie müssen saniert und modernisiert werden“, erklärte Maaß.

NOCH KEIN FAHRPLAN. „Ich bin megastolz, dass in Fließ der Schlachthof realisiert wird“, sagte Obmann Bgm. Alexander Jäger einleitend. Nach einem kurzen freudigen Innehalten informierte er, dass das Vorhaben derzeit in der Einreichplanungsphase ist. Es soll, wie vorgeschlagen, der bestehende Schlachthof im Alten Zoll um 2,3 Millionen Euro erweitert und umfassend modernisiert werden. Geplant ist neben den üblichen baulichen Anforderungen (Schlacht-, Zerlege- und Verarbeitungsräume) ein Abholmarkt, der mit Vitrinen zur ansprechenden Präsentation von Produkten für die Konsumenten ausgestattet ist. Dazu soll es Verarbeitungsräume für die Bauern geben, in denen diese das Fleisch selbst verarbeiten und portionieren können. Außerdem wird die bestehende Parkfläche vergrößert. Zeitlichen Fahrplan gibt es noch keinen. „Realistisch ist die Einschätzung, dass der Schlachthof 2023 in Betrieb gehen wird“, so Bgm. Jäger.

NOCH VIEL ARBEIT. Das ist nur ein Teil und eine Menge weiterer organisatorischer Arbeit wartet in den nächsten Monaten auf Jäger, Traxl und den Verbandsausschuss. So zum Beispiel der Vertragsabschluss mit dem Pächter und aufs Papier zu bringen sind auch noch die Richtlinien für den Betrieb des Schlachthofes. „Bürger aus Nichtverbandsgemeinden, die ihre Tiere zum Schlachten bringen, müssen im Vergleich mit den Bürgern aus den Verbandsgemeinden natürlich einen höheren Preis bezahlen. Hinsichtlich der Wartezeit zur Schlachtung werden die Bürger aus Verbandsgemeinden auch den Vortritt vor anderen Bürgern haben. Das ist aber im Detail noch zu diskutieren“, meinte Bgm. Alexander Jäger.

WICHTIGE SACHE. Der Zammer Bürgermeister Dominik Traxl betonte, dass der gemeindeübergreifende Schlachthof für die Region wichtig ist, weil damit die  kleinstrukturierten Familienbetriebe unterstützt werden, die allesamt naturnah wirtschaften und qualitätsvolle Produkte erzeugen. Der Zammer Vollblut-Wirt mit Weitblick und Gespür Seppl Haueis hob insbesondere hervor, wie wichtig der Schlachthof in Fließ für den Tourismus ist, um einerseits gut ausgebildetes Personal in der Region zu haben und um andererseits qualitätsvolles und artgerecht erzeugtes Fleisch kaufen bzw. den Gästen servieren zu können. Haueis sprach noch einen weiteren Punkt an, und zwar das Angebot von frischen Innereien wie Herz, Lunge, Leber, Nieren, Hirn, Zunge und auch Blut, die ein wertvoller Rohstoff für eine regionalorientierte Küche sind. „Vieles davon ist nicht mehr erhältlich“, bedauerte Haueis und er meinte sinngemäß, dass die ganze Sache leider im Tourismus derzeit meist einfach nicht entsprechend wahrgenommen werde.

BOCKS BESTREBEN. Alt-Bgm. Hans-Peter Bock zeigte sich zufrieden, dass 16 von 30 Gemeinden vom Start weg mit dabei sind. „Das ist sensationell“, so Bock. Er ging dann kurz darauf ein, was sein Bestreben war: Erstens einen kleinen Beitrag zur Pflege der Kulturlandschaft und zum Erhalt der kleinbäuerlichen Landwirtschaft zu leisten, weil davon die Region noch besser vom Tourismus profitiert. Zweitens: Es wird mehr Tierwohl durch Vermeidung von Lebendtransporten und Wartezeiten in den Schlachthöfen erreicht. Dies führt zu einem weiteren positiven Effekt: „Für kleinere Betriebe rechnen sich diese Schlachtungskos-ten meist nicht, viele von ihnen würden sich dann entschließen, aufzugeben“, sagte Bock.
Ampel steht endgültig auf Grün
Seppl Haueis, Bgm. Dominik Traxl, Bgm. Alexander Jäger, BH Markus Maaß, Alt-Bgm. Hans-Peter Bock und Projektentwickler Bernhard Pircher (v.l.) RS-Foto: Tiefenbacher
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