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Landeck | Politik | 14. Juni 2022 | Daniel Haueis

Ein Solider geht, ein Solider kommt

Ein Solider geht, ein Solider kommt<br />
LR Anton Mattle aus Galtür soll LH Günther Platter aus Zams nachfolgen. RS-Fotos: Archiv
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LH Platter zieht sich u. a. wegen Morddrohungen zurück – LR Mattle folgt ihm nach

Nach 14 Jahren als Landeshauptmann zieht sich LH Günther Platter aus Zams aus der Politik zurück – „sicher ein Hauptgrund“ für diese Entscheidung waren Morddrohungen. Sein Nachfolger soll LR Anton Mattle aus Galtür werden.
Von Daniel Haueis

Vor 36 Jahren hat Günther Platter als Gemeinderat in Zams seine politische Karriere begonnen, sie führte ihn ins Ministeramt (ins Verteidigungs-, später ins Innenressort) und in die höchste Position im Land. Insgesamt 28 Jahre war der gelernte Buchdrucker und Polizist in Bundes- und Landespolitik tätig. Nun, eben 68 Jahre alt geworden, hat Platter seinen Rückzug bekannt gegeben (wiewohl er vor wenigen Monaten nochmals kandidieren wollte). Was vom politischen Tagesgeschäft und Politgeplänkel meist überdeckt wird, ist das, was von der Ära Platter jedenfalls bleiben wird: die solide Finanzlage des Landes. Acht Nulldefizite des Landes in Folge beendete erst die Corona-Pandemie. Und Tirol ist weiterhin ein Top-Bundesland, was die Pro-Kopf-Verschuldung betrifft (775 Euro). Und das, obwohl „Familiensilber“ wie Tiwag, Hypo (da gab‘s bekanntlich auch Turbulenzen) oder die Wohnbauförderung nicht verkauft wurde.

BIS HIN ZU MORDDROHUNGEN. „Begleitmusik“ in solchen politischen Positionen hat Günther Platter ebenfalls erlebt: Anfeindungen hat es z. B. in der Zeit als Innenminister gegeben, trauriger Höhepunkt im Dezember vergangenen Jahres waren dann Morddrohungen. Und die seien „sicher auch ein Hauptgrund“ für den nunmehrigen Rücktritt, erklärte Platter bei seiner Abschiedspressekonferenz (Ermittlungsergebnisse wurden bisher nicht bekannt). Nachfolgen soll dem Zammer ein Galtürer – Anton Mattle. Er steht, lobte Platter, für Verlässlichkeit und Glaubwürdigkeit und sei der richtige Mann zur richtigen Zeit. Der 59-jährige Radio- und Fernsehtechnik-Meister ist wie Platter 1986 in die Kommunalpolitik eingestiegen. Von 1992 bis 2021 war er Bürgermeister von Galtür, seit 2003 auch Landtagsabgeordneter, ehe er vor vor gut einem Jahr Wirtschaftslandesrat wurde. Platter und Mattle verbindet also eine lange Politgeschichte, wobei die Herkunft aus AAB (Platter) und Wirtschaftsbund (Mattle) kein Hindernis darstellt – sie verbindet ihre Art: Beide gelten als zuverlässig und verfügen über Handschlagqualität. Im Juli soll Mattle am Landesparteitag zum Spitzenkandidaten gekürt werden, die Wahl soll im Herbst stattfinden. Mattle hat dann ein schwieriges Erbe anzutreten: Die Platter-ÖVP schaffte 2018 gut 44-Prozent. Angesichts der zahlreichen türkisen Turbulenzen auf Bundesebene in den letzten Jahren wird ein derartiges Ergebnis nicht mehr zu erreichen sein. Ein großes Plus der Tiroler Volkspartei von Platter und nun Mattle: Sie war nie türkis, sondern immer schwarz.
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