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Landeck | Politik | 30. August 2021 | Daniel Haueis

„Einer der Großen im Bezirk Landeck“

„Einer der Großen im Bezirk Landeck“<br />
Heinrich Juen: „Ich danke allen Menschen im Bezirk Landeck, politischen Weggefährten und den Vertretern der Medien für die gute und fruchtbare Zusammenarbeit über viele Jahre hinweg.“ RS-Foto: Haueis
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Alt-LA Dr. Heinrich Juen ist 90

Heinrich Juen feierte am 31. August den 90. Geburtstag. Der ehemalige Rechtsberater des Bauernbundes und Landtagsabgeordnete des Bezirkes Landeck erinnert sich an tausende Kontakte mit Hilfesuchenden.
Von Daniel Haueis

Am 31. August 1931 erblickte Heinrich Juen als siebtes von zehn Kindern in See das Licht der Paznauner Welt. Sein Vater war Gebhard Juen, ein Bergbauer und Pferdefrächter, seine Mutter Johanna Juen, eine geborene Tschiderer. Heinrich und 70 weitere Kinder wurden von einer Lehrerin in einem Raum in der Volksschule Platz unterrichtet. In seiner Freizeit war der Bub Ministrant und Hüterbub. „Tief bereichert“ haben ihn zwei Stecher: Arnold Stecher war in dieser Zeit Seelsorger in See, und sein Neffe war später Bischof von Innsbruck: Reinhold Stecher. Pfarrer Stecher empfahl Juens Eltern 1945, Heinrich solle das Gymnasium Paulinum in Schwaz besuchen. Dort erlebte er dann Reinhold Stecher als beliebten Präfekten, ehe er das Jusstudium an der Universität Innsbruck aufnahm und 1958 abschloss. Bekannt wurde der Seer, als er 1961 beim Tiroler Bauernbund Rechts- und Sozialberater war – auf Wunsch von Bundesobmann Eduard Wallnöfer. Bis 15. Dezember 2003 hatte Juen diese Funktion inne, u.a. als Abteilungsleiter. Unglaubliche 95000 ratsuchende Personen kamen in Heinrich Juens Büro während seiner Tätigkeit für den Bauernbund. Als Rechtsberater hielt er monatlich Sprechtage in Imst, Landeck und Lienz ab, im Schnitt wurde dieses monatliche Angebot allein in Landeck von mehr als 30 Personen angenommen. Juen wurde von 1964 bis 1970 dreimal zum Landesobmann der Jungen Volkspartei gewählt. Bekannt wurde er auch als freier Mitarbeiter der Tiroler Bauernzeitung und der Tiroler Nachrichten.

ABGEORDNETER. Dr. Peter Raggl, der Heinrich Juen als Rechtsberater nachgefolgt ist, erinnert sich an gemeinsame Sprechtage in der Zeit der Übergabe: Heinrich Juen habe Name und Adresse des Ratsuchenden bereits notiert, während der Sprechtagsbesucher noch den Weg von der Tür zum Tisch zurückgelegt hat. Und Juen hat tatsächlich ein phänomenales Gedächtnis – er kennt z.B. den Hochzeitstag Peter Raggls auswendig. „Die Menschen waren sehr höflich und geduldig. Meine Grunderfahrung war, dass in einigen Familien eine eingeschränkte Bereitschaft zur Kommunikation besteht“, erinnert sich Juen. Hilfreich war wohl auch, dass Heinrich Juen zehn Jahre lang Landtagsabgeordneter für den Bezirk Landeck war. 1970 war er bereits gewählt, verzichtete auf Wunsch des ÖVP-Landesgeschäftsführers aber auf dieses Mandat zugunsten eines Osttiroler Kandidaten. Im Herbst 1993 wurde Heinrich in geheimer Vorwahl auf Bezirksebene zur Ermittlung der Kandidaten für die Landtagswahlen 1994 nominiert. Und im März 1994 und März 1999 wurde er mit einem eindrucksvollen Ergebnis gewählt. „Man muss als Abgeordneter immer erreichbar sein“, sagt Juen, „und immer etwas zum Schreiben haben.“ Mit über 200 Wortmeldungen und zahlreichen Anträgen in den beiden Legislaturperioden hat sich Juen für das Land und insbesondere für seinen Bezirk Landeck engagiert – er initiierte etwa die Steilflächenförderung für landwirtschaftliche Flächen, kämpfte für die Aufstockung der Mittel für die Wildbach- und Lawinenverbauung für die Bezirke Imst, Landeck und Reutte oder unterstützte die Vermarktung regionaler Produkte wie z.B. die Käseolympiade in Galtür oder forderte Sicherheitsmaßnahmen für die Reschenstraße und die Sicherung bedarfsgerechter Verkehrswege im Bezirk. Darüber hinaus setzte sich Heinrich Juen für Themen mit landes- oder gesellschaftspolitischer Bedeutung ein. „Mir ging es in meiner Tätigkeit als Politiker um zwei große Arbeitsfelder: Erstens die großen gemeinsamen Anliegen wie Umwelt und Klima, Verkehr, Bewältigung von Katastrophen, Sicherheit und sozialen Ausgleich. Zweitens persönliche Anliegen des einzelnen Menschen wie zum Beispiel Wohnung Arbeitsplatz, Pension, materielle Absicherung und sozialrechtliche Stellung“, sagt Juen. Für sein vielfältiges Wirken erhielt er zahlreiche hohe Auszeichnungen von Bund, Land und Kirche. Besonders hat ihn die Verleihung des „Orpheus-Preises“ für die Hilfsbereitschaft gegenüber unzähligen Menschen gefreut.

HILFSAKTION. Nach seiner Tätigkeit als Landtagsabgeordneter organisierte Juen im Jahre 2003 gemeinsam mit vielen freiwilligen Helfern (Schützen, Feuerwehr, Rotes Kreuz, Unterstützungsvereine und Einzelpersonen) mehrere Jahre eine Osteuropa-Hilfe. Auch deshalb ist „der Name Heinrich Juen noch in den Köpfen der Leute drin“, wie Bauernobmann Elmar Monz sagt. Heinrich Juen ist ein Vorbild für Monz, und er ist „einer der Großen im Bezirk Landeck“.
Heinrich Juen, nun 90 Jahre alt, ist seit einem Jahr Witwer – am 9. Juni 1962 heirateten er und Brigitte Zecha, die ihn 58 Jahre lang mit „Aufmerksamkeit und Liebe“ begleitete, wie er sagt. Nach dem Verlust des ersten Kindes Josef bei der Geburt bekamen sie 1964 Sohn Christian und Tochter Kathrin, 1965 folgte Stephan, 1971 Carolin. Bisher wurde er mit elf Enkelkindern und zwei Urenkeln beschenkt.
 
„Einer der Großen im Bezirk Landeck“<br />
BR-Präsident Bauernbund-Dir. Dr. Peter Raggl (l.) und Bauernobmann Elmar Monz wünschten Heinrich Juen alles Gute zum 90. Wiegenfest – es gab u. a. Schnaps und Almkäse als Geschenke. RS-Foto: Haueis
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