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Landeck | Politik | 19. April 2022 | Von Herbert Tiefenbacher

„Etwas weiterbringen und erreichen“

„Etwas weiterbringen und erreichen“<br />
Ist mit seinem Einstieg in die Aufgabe als Ortschef in Zams zufrieden: Benedikt Lentsch RS-Foto: Tiefenbacher
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Landeck  Von Herbert Tiefenbacher
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Benedikt Lentsch Zams
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Der neue Zammer Ortschef Benedikt Lentsch im Gespräch

Ende Februar hat sich Entscheidendes in Zams getan: Mit Benedikt Lentsch übernahm nach den Kommunalwahlen wieder ein Sozialdemokrat das Bürgermeisteramt, und seine offene Liste errang die Mehrheit im Gemeinderat. Jetzt hält er im Gespräch mit der RUNDSCHAU Rückschau auf seinen Einstieg in die Aufgabe als Ortschef. Er schildert auch seine Eindrücke, teilt seine Pläne mit und beschreibt seinen Arbeitsstil.
Von Herbert Tiefenbacher

RS: Wie würdest Du Deine ersten Wochen als Bürgermeister in kurzen Worten zusammenfassen?
Benedikt Lentsch:
Unglaublich spannend, fordernd und ereignisreich – genauso, wie ich es mir vorgestellt und gewünscht habe.

RS: Was schätzt Du am „Job“ des Bürgermeisters?
Benedikt Lentsch:   Die vielen Begegnungen, der Austausch und die Gespräche mit den Menschen in unserem Dorf auf der einen Seite, die Möglichkeit, Entscheidungen im Sinne der Zammerinnen und Zammer treffen zu können auf der anderen. Mein Anspruch war und ist es, Zams noch besser und noch lebenswerter zu machen – genau dafür kann ich mich als Bürgermeister jetzt einsetzen.

RS: Was ist doch anders, als Du es vor der Amtsübernahme erwartet hast?
Benedikt Lentsch: Dass das Büro meiner Sekretärin größer ist als meines als Bürgermeister (Lentsch lacht …). Nein, ich kenne die Gemeinde schon lange und weiß, auf was ich mich eingelassen habe. Ich bin mal sehr zufrieden bis jetzt.

RS: Ist nach der Missstimmung aufgrund der Amtsübergabe in Zams das politische Klima bereits wieder zur Normalität übergegangen?
Benedikt Lentsch: Aus meiner Sicht gehört es zur politischen Arbeit dazu, dass man klar anspricht, wenn Fehler passieren oder gewisse Dinge nicht optimal über die Bühne gehen. Nur so kann man als Gemeinschaft besser werden. Für mich geht es jetzt darum, dass wir miteinander nach vorne blicken und in allen Lebensbereichen das Beste für unser Dorf erreichen.

RS: Wenn jemand fragt, was jetzt in Zams anders wird, dann ist deine Antwort?
Benedikt Lentsch: Ich möchte in den kommenden Jahren einige Dinge ändern – angefangen vom Vorgehen bei großen Bauprojekten über den Ausbau der Angebote für junge Familien und Kinder bis hin zur großen Herausforderung der Verkehrssicherheit und Verkehrsberuhigung. In all diesen Bereichen wird sich nicht von heute auf morgen alles ändern, aber wir arbeiten daran, dass wir die Situation verbessern und vor allem die Menschen in unserem Dorf besser in die Ideen- und die Entscheidungsfindung einbinden können.

RS: Beschreibe in wenigen Worten Deinen persönlichen Arbeitsstil?
Benedikt Lentsch: Verlässlich und lösungsorientiert. Das sind, glaube ich, die Attribute, mit denen sich mein Arbeitsstil am besten beschreiben lässt. Wenn ich etwas verspreche, dann stehe ich dazu, und wenn ich vor Problemen stehe, suche ich nach Lösungen. Nicht zuletzt, weil ich etwas weiterbringen und erreichen will.

RS: Was lief in Zams bisher gut?
Benedikt Lentsch:
Es gibt viele Bereiche, wie zum Beispiel die Kinderbetreuung, die auch in der Vergangenheit schon gut funktioniert haben, und es gibt für mich überhaupt keinen Grund, gute und etablierte Strukturen über den Haufen zu schmeißen, nur weil sich die politischen Verhältnisse in Zams verändert haben. Mir geht es darum, dort anzusetzen, wo wir Probleme oder Verbesserungsbedarf haben.

RS: Wo siehst Du nach den ersten Wochen im Amt die größten Baustellen in Zams? Wie sieht jetzt Deine Prioritätenliste aus?
Benedikt Lentsch: Die großen Brocken in den kommenden Jahren werden sicherlich die strategischen Entscheidungen rund um den Venet und die seit mittlerweile zehn Jahren stockenden Umbaupläne in unserem Alters- und Pflegeheim. Ebenso wird das Thema Sicherheit im Straßenverkehr eine Priorität haben. Wir arbeiten aber schon hier an Lösungen und Entscheidungsgrundlagen.

RS: Stell Dir vor, die sechs Jahre dieser Amtszeit sind vorbei. Was sollen die Zammer über deine Zeit als Bürgermeister sagen?
Benedikt Lentsch: Mir geht es nicht darum, Denkmäler zu errichten, sondern darum, unser Dorf für alle Menschen in Zams so lebenswert und so attraktiv wie möglich zu machen. Daran arbeite ich in vielen Bereichen und in zahlreichen unterschiedlichen Projekten jeden Tag aufs Neue. Ob und welches dieser Projekte auch über meine aktive Zeit als Bürgermeister hinaus für Gesprächsstoff sorgen wird, kann und will ich nicht beantworten. Ich weiß für mich jedenfalls, dass ich jede Aufgabe, die sich mir als Bürgermeister stellt, mit bestem Wissen und Können angehen werde.

RS: Danke.



„Einige noch verschnupft“

Von Daniel Haueis

Die Kommunalwahlen haben in Zams noch ein Nachspiel: Eine Wahlwerbung der Liste von Benedikt Lentsch soll zu nahe an einem Wahllokal gewesen sein – am Wahltag. Zwar nur kurzfristig (ca. 45 Minuten, bis sie entfernt wurde), aber angeblich doch. Diese vermutete Übertretung der Tiroler Gemeindewahlordnung wurde offensichtlich dokumentiert und der Bezirksverwaltungsbehörde angezeigt. Die hat tätig zu werden. Da Bgm. Benedikt Lentsch auch Landtagsabgeordneter (SPÖ) ist, genießt er Immunität. Diese muss aufgehoben werden, soll er zur Verantwortung gezogen werden. Über die Aufhebung von Lentschs Immunität wurde im entsprechenden Landtagsausschuss am Dienstagfrüh beraten (also nach Redaktionsschluss). Der Ausschuss wird an den Landtag eine Empfehlung übermitteln, in der nächsten Landtagssitzung wird dann darüber beraten. Falls die Immunität aufgehoben wird, so Lentsch, rechnet er mit einer Einladung zur Stellungnahme zu diesem Fall. Der Zammer Bürgermeister meint vorab nur: „Einige sind wohl sehr verschnupft wegen dem Wahlergebnis.“
 
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