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Landeck | Politik | 29. November 2021 | Daniel Haueis

Mit „Innsbruck“ vernetzt

Mit „Innsbruck“ vernetzt<br />
Frauenlandesrätin Gabriele Fischer (2. v. l.) gab Julia Haberkorn (Gewaltschutzzentrum Tirol), Gabi Plattner (Tiroler Frauenhaus) und Elisabeth Stögerer-Schwarz (Abt. Gesellschaft und Arbeit/Bereich Frauen und Gleichstellung; v. l.) einen Überblick über Gewaltschutz und Gewaltprävention in Tirol. Foto: Land Tirol/Huldschiner
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Fünf Frauenhaus-Plätze im Oberland ab Anfang 2022

Anfang 2022 gibt es endlich das Frauenhaus-Angebot in der Region – fünf Plätze bietet die Einrichtung im Oberland, die mit dem Innsbrucker Frauenhaus eng vernetzt sein wird.
Von Daniel Haueis

28 Frauenmorde und 51 Mordversuche bzw. Fälle von schwerer Gewalt gegen Frauen, fast immer von (Ex-)Partnern, Bekannten oder einem Familienmitglied begangen, gab es im laufenden Jahr in Österreich. Im vergangenen Jahr wurde auch im Oberland, im Bezirk Imst, einer Frau das Leben von ihrem Ehemann genommen. Betretungs- und Annäherungsverbote müssen immer wieder ausgesprochen werden, 2020 waren es in Tirol 716, wie SP-NR Selma Yildirim mitteilt. Imst mit 24 und Landeck mit 17 sind die Bezirke mit den wenigsten in Tirol – im Oberland mit gut 13 Prozent der Tiroler Bevölkerung gibt es also nicht einmal 6 Prozent der Wegweisungen. Wie zuverlässig sie das reale Geschehen in den heimischen Wohnzimmern abbilden, darf also hinterfragt werden. Und Corona und die folgenden einschränkenden Maßnahmen sind wohl auch diesbezüglich nicht hilfreich: „Krisenzeiten und Isolation erhöhen die Gefahr. Der Schutz von Frauen muss dringend verbessert werden“, sagt SP-Landesfrauenvorsitzende Yildirim. Eine Petition der SPÖ-Frauen „Stoppt Femizide. Endlich ein Ende der Gewalt an Frauen“ kann hier unterzeichnet werden: https://frauen.spoe.at/2021/04/29/spoe-petition-stoppt-femizide-endlich-ein-ende-der-gewalt-gegen-frauen. Eine deutliche Verbesserung des Angebots gibt es im Oberland schon demnächst – ein Frauenhaus.

FÜNF PLÄTZE IM OBERLAND. Österreich ist laut Frauenlandesrätin Gabriele Fischer das einzige Land in der Europäischen Union, das von 2016 bis 2018 durchgehend einen höheren Anteil von Frauen an den Mordopfern hatte als von Männern. Frauen werden überwiegend im Zusammenhang mit Beziehungen getötet. Vielfach sind die Morde der Schlusspunkt einer längeren von Gewalt geprägten Beziehung. Deshalb auch ein Frauenhaus im Oberland. Hier (der Ort wird aus Opferschutzgründen nicht bekanntgegeben) finden ab Anfang 2022 fünf Frauen und deren Kinder Schutz und Betreuung. Das Land Tirol finanziert das Projekt mit 250.000 Euro. „Das Frauenhaus im Oberland wird stark mit dem Tiroler Frauenhaus vernetzt sein: Es wird eine gemeinsame Notrufnummer betrieben und – je nach individueller Situation und Auslastung der beiden Frauenhäuser – kann auch eine örtliche gegenseitige Verweisung stattfinden“, betont Gabi Plattner, Geschäftsführerin des Tiroler Frauenhauses (dort ist Platz für 16 Frauen sowie 16 Kinder und Jugendliche). Ein Herzensanliegen war das Oberländer Frauenhaus auch ÖVP-Frauensprecherin NR Elisabeth Pfurtscheller: „Das jahrelange Bohren harter Bretter hat sich bezahlt gemacht. Nächstes Jahr wird diese für gewaltbetroffene Frauen so wichtige Einrichtung endlich eröffnet.“ Sie erinnert daran, dass das Gewaltproblem nicht allein mit Geld in den Griff zu bekommen sein wird: „Jede und jeder einzelne von uns ist gefordert hinzuschauen, sensibel zu sein und einzuschreiten, wenn er Gewalt an Frauen und Mädchen mitbekommt … es braucht einen gesamtgesellschaftlichen Kraftakt, um die Situation nachhaltig zu verbessern.“


Wichtige Kontakte
• Sämtliche Beratungs- und Hilfsangebote in Tirol gibt’s auf www.gewaltfrei-tirol.at
• Die Frauenhelpline ist rund um die Uhr zum Nulltarif erreichbar: 0800-222 555.
• Das Tiroler Frauenhaus ist unter der Nummer 0512342112 rund um die Uhr erreichbar.
• Das Gewaltschutzzentrum Tirol ist unter der Nummer 0512571313 erreichbar. Weitere Informationen auf www.gewaltschutzzentrum-tirol.at
 
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