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Landeck | Politik | 8. Feber 2021 | Von Herbert Tiefenbacher

Rekurs wurde abgelehnt

Rekurs wurde abgelehnt<br />
Blick vom Karlesjoch ins Langtauferertal. RS-Foto: Tiefenbacher
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Verwaltungsgericht Bozen bestätigt Nein zur Skischaukel Langtaufers-Kaunertal – Einspruch wird überlegt

Das Verwaltungsgericht Bozen wies die von der Oberländer Gletscherbahn AG vorgebrachten Rekursgründe zurück und bestätigt somit das Nein der Südtiroler Landesregierung zum skitechnischen Zusammenschluss des Langtauferer Tals mit dem Kaunertaler Gletscher.
Von Herbert Tiefenbacher

Dem Gerichtstermin (13. Jänner 2021) ging eine jahrelange harte Auseinandersetzungen zwischen Gegnern und Befürwortern des Projektes voraus. Offiziell wird dieser skitechnische Zusammenschluss von der Oberländer Gletscherbahn AG seit 2016 mit viel Einsatz vorangetrieben. Bei ihrem Engagemente musste die Projektwerberin einige Rückschläge hinnehmen, gab aber nie auf: Im Dezember 2017, wurde das Vorhaben von der Südtiroler Landesregierung bereits abgelehnt. Diese zog jedoch diesen Beschluss im Selbstschutzweg zurück. Damit kam die Landesregierung der Aufforderung der Oberländer Gletscherbahn AG nach, die Rechtsmängel beim Beschluss kritisierte. Die Landesregierung befasste sich im April 2020 erneut mit dem Antrag für einen „ergänzenden Eingriff in der Skizone Langtaufers für die skitechnische Verbindung mit der Zone Kaunertal“ und sprach sich wieder deutlich gegen das geplante Projekt aus. Das Nein der Landesregierung wurde von der Projektwerberin angefochten.

REKURS ZURÜCKGEWIESEN. Für 13. Jänner 2021 war in Bozen ein Gerichtstermin für eine Verhandlung angesetzt. Das Verwaltungsgericht wies den Rekurs der Oberländer Gletscherbahn AG zurück. Das Gericht verwies in seiner Urteilsbegründung auf den Beschluss des Gemeindeausschusses der Gemeinde Graun (zu der Langtaufers gehört) vom 9. Dezember 2020. Der Ausschuss befasste sich an diesem Tag mit der Erarbeitung einer Stellungnahmen zum Streitthema „Skischaukel Langtaufers-Kaunertal”. Das Gremium kam zu dem Schluss, dass die Gemeinde Graun dieses Vorhaben nicht weiter unterstütze, sondern bestrebt sei, den Weg einer alternativen Tourismusentwicklung einzuschlagen. Begründet wird dies damit, dass von der Mehrheit der Bevölkerung und von der Gemeindeverwaltung die skitechnische Verbindung mit dem Kaunertal nicht mitgetragen wird, im Gegenteil: Sie lehnen das Projekt ab.

UNGEREIMTHEIT. Die Ablehnung bedeutet eine Kehrtwende. In diesem Zusammenhang wird vom Geschäftsführer der Oberländer Gletscherbahn AG Armin Falkner kritisiert, dass die vorgenommene Änderung nachträglich hineinreklamiert werden konnte. Falkner sieht darin eine Ungereimtheit in der Entscheidung des Verwaltungsgerichts. „Die Gletscherbahn AG hat das Projekt 2016 eingereicht und damals hatte sich der Grauner Gemeinderat in einem Beschluss grundsätzlich für die Verbindung ausgesprochen“, betonte Falkner. Aber er lässt sich davon nicht entmutigen, und dies aus mehrere Gründen: Es sei sowohl aus wirtschaftlicher und ökologischer Sicht, als auch was die Effekte auf das Gästewachstum betrifft, ein lohnendes und gutes Projekt. Und zweitens stehe der Hauptgesellschafter nach wie vor hinter dem Vorhaben.

EINSPRUCH WIRD ÜBERLEGT. Laut GF Falkner wird die Oberländer Gletscherbahn AG jetzt das Urteil von ihren Anwälten im Detail prüfen und analysieren lassen. Zu klären sei auch die Frage, inwieweit es Sinn macht diese neue Entscheidung zu beeinspruchen. „Nun muss man abwarten, was die Anwälte sagen werden. Und dann wird die Gesellschafterversammlung die endgültige Entscheidung über das weitere Vorgehen treffen. Diese wird Ende März 2021 stattfinden“, erklärte Dr. Armin Falkner. Darüber hinaus wird Falkner nach dem Motto „Mit Reden kommen die Leute zusammen“ das Gespräch mit den in der Region Verantwortlichen suchen, um sie mit Argumenten von der Unterstützungswürdigkeit des Projektes zu überzeugen und um allfällige Bedenken und Skepsis aufzulösen.
 
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Armin Falkner, GF der Oberländer Gletscherbahn AG, steht nach wie vor hinter dem Zusammenschluss-Projekt. RS-Foto: Tiefenbacher
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