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Landeck | Politik | 28. Juni 2022 | Von Herbert Tiefenbacher

Venet: Auch Landeck zahlt Abgangsanteil

Venet: Auch Landeck zahlt Abgangsanteil<br />

Die Zukunftsfragen für die Venet Bergbahnen stellen vor allem die beiden Gemeinden Landeck und Zams vor große Herausforderungen. RS-Foto: Tiefenbacher
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Landecker Gemeinderat fasste einstimmigen Beschluss

Die Venet Bergbahnen erhalten auch von der Stadtgemeinde Landeck den beantragten Zuschuss zur Finanzierung des Abganges von 600.000 Euro im Geschäftsjahr 2021/2022.
Von Herbert Tiefenbacher

Bei den Venet Bergbahnen steht im abgelaufenen Geschäftsjahr ein Minus von 600.000 Euro zu Buche. Dieser ist aus Liquiditätsgründen von den drei Gesellschaftern zu decken. In der Praxis sieht das so aus, dass der Vorstand des Seilbahnunternehmens diese anschreibt und sie um eine kurzfristige Abgangsfinanzierung ersucht. Die drei Gesellschafter haben dann in ihren zuständigen Gremien die Sache zu beraten und den dafür notwendigen Beschluss zu fassen. Nach Berücksichtigung des Anteils des Tourismusverbandes TVB TirolWest (60.000 Euro) verbleibt für die Gemeinden Zams und Landeck ein Restbetrag von 540.000 Euro. Der Anteil der Stadtgemeinde Landeck (55 Prozent) beträgt somit 297.000 Euro und jener der Gemeinde Zams liegt bei 243.000 Euro.

ZUKUNFTSLÖSUNG FINDEN. Wie berichtet, segnete der Zammer Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung diesen anteiligen Betrag geschlossen ab. Vergangenen Donnerstag befasste sich der Landecker Gemeinderat mit der Sache. Der entsprechende Antrag des Finanzausschusses wurde quasi durchgewunken. Finanz-StR Jakob Egg (Liste „Zukunft Landeck“) merkte an, dass der Betrag im Budget 2022 nicht veranschlagt sei. Des Weiteren gab es drei kurz gehaltene Statements zum Thema. Bgm. Herbert Mayer verwies auf die Notwendigkeit der Abgangsfinanzierung, die aus seiner Sicht aufgrund der Corona-Winter gegeben sei. Zudem brachte Mayer ein grundsätzliches Bekenntnis zum Erhalt des „Venet“ zum Ausdruck, allerdings mit der Einschränkung, dass es für die drei Hauptaktionäre leistbar sein müsse. Es brauche nun, so der Stadtchef weiter, eine offene und sachliche Diskussion und es gelte eine tragfähige und zufriedenstellende Lösung zu finden. „Im Aufsichtsrat wurde dahingehend schon ein entsprechender Prozess begonnen“, betonte Bgm. Herbert Mayer.

WEITERE STATEMENTS. Der erste Vizebürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzende Thomas Hittler (Bürgermeisterliste) zeigte sich zufrieden mit der konstruktiven Zusammenarbeit mit der Fraktion „Zukunft Landeck“ sowie mit der Gemeinde Zams und dem neuen Bürgermeister Benedikt Lentsch. Und Hittler fügte hinzu: „So lassen sich Probleme ganz anders lösen.“ Der zweite Vizebürgermeister Mathias Niederbacher (Zukunft Landeck) meinte zu Beginn seiner Wortmeldung, dass es am heutigen Tag nicht um die Zukunft des Venets gehe, sondern um die Abgangsdeckung und da komme man nicht drumherum. Darüber hinaus gehe es aber um Zukunftsfragen wie z.B. die Konzessionen für die Pendelbahn und den Südlift, die vor allem die beiden Gemeinden vor große Herausforderungen stellen würden. „Wir sind jetzt in einem empfindlichen Prozess – da geht es nur mit Zusammenarbeit und wir haben ein gemeinsames Ziel: die Infrastruktur zu erhalten, dafür Lösungen zu erarbeiten und diese zeitnah umzusetzen“, sagte Niederbacher abschließend.


Einige Gedanken
Die nunmehrige Vorgehensweise bezüglich der Weichenstellung für die Zukunft des „Venet“, dem Hausberg der Ferienregion Tirol West, ist eine begrüßenswerte. Den Verantwortlichen sind auf den nun eingeschlagenen Weg noch einige Dinge mitzugeben: Es soll der nun eingeleitete Diskussionsprozess mit maximaler Transparenz und Offenheit geführt werden. Darüber hinaus ist die Öffentlichkeit in irgendeiner Form einzubinden sowie die Grenze des finanziell Zumutbaren für die beiden Gemeinden definitiv festzulegen. Das gebietet die Fairness vor dem Steuerzahler, denn die Vergangenheit hat gezeigt, dass getätigte Investitionen nicht immer das angestrebte Ergebnis bringen. Ein Beispiel dafür ist der Venet-Bob – die Alpen-Achterbahn (Investition 1,4 Mio. Euro). Diese ist erst seit 2019 in Betrieb und wird schon wieder abgebaut.
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