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Landeck | Politik | 20. Dezember 2021 | Von Herbert Tiefenbacher

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Mit Rupert Schuchter (l.) verabschiedet sich ein Langzeitpolitiker von der politischen Bühne. Ein Bild aus jüngeren Tagen: Bgm. Markus Pale kurze Zeit nach Beginn seiner zweiten Amtszeit im Jahre 2004 RS-Fotos: Tiefenbacher
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Bürgermeisterwahl: Schuchter (Pfunds) und Pale (Fiss) treten nicht mehr an

Rupert Schuchter (Pfunds) und Markus Pale (Fiss) gaben vergangene Woche bekannt, dass sie bei der kommenden Bürgermeisterwahl nicht mehr antreten werden. Somit verlassen im Bezirk Landeck (bis dato) definitiv sechs amtierende Dorfchefs die kommunalpolitische Bühne.
Von Herbert Tiefenbacher

In den Gemeinden laufen die Wahlvorbereitungen derzeit auf Hochtouren. Am 27. Februar werden die Bürgermeister und Gemeinderatsmitglieder gewählt. Kandidaturen können bei der Wahlbehörde von 15. Dezember bis 28. Jänner abgegeben werden; Listenkoppelungen sind bis 4. Februar 2022 zu melden. Ende November ergab ein telefonischer Rundruf unter den Bürgermeistern folgendes Ergebnis: 18 Amtsinhaber wollen sich wieder für den Chefsessel im Gemeindeamt bewerben. Vier Langzeitbürgermeister hatten sich bereits fürs Abschiednehmen entschieden. Auf neuerliche Nachfrage zum Wiederantreten sagten Ferdinand Beer (Stanz) und Helmut Spöttl (Nauders), dass sie keineswegs amtsmüde sind und „wieder kandidieren werden“. Ein weiteres Ergebnis der Nachfrage ist, dass Rupert Schuchter (Pfunds) sowie Markus Pale (Fiss) nach den Wahlen der Politik adieu sagen und dass die Bürgermeisterkandidatur von Thomas Lutz (Grins), Hermann Huber (Galtür) und Harald Sieß (Strengen) weiterhin offen ist.

RUPERT SCHUCHTER. Mit Rupert Schuchter verabschiedet sich ein Langzeitpolitiker von der politischen Bühne. „Nach reiflicher Überlegung bin ich zur Überzeugung gekommen, dass ich mich nach 42-jähriger Tätigkeit in der Gemeindepolitik in den Ruhestand begeben werde. Während meiner Funktion als Gemeindevorstand, Vizebürgermeister und die vergangenen sechs Jahre als Bürgermeister durfte ich wesentlich dazu beitragen, unsere Gemeinde als Bereich hoffnungsvoller, lebenswerter Niederlassung und schätzenswerter Heimat mitzugestalten“, erklärte Schuchter. Nun sei die Zeit gekommen, sich aus der verantwortungsvollen Vorstehertätigkeit zurückzuziehen und einer jüngeren Person den Vortritt zu geben. Das ist Peter Wille. Er ist aktuell Vizebürgermeister und kandidierte auf der Liste „Gemeinsam für Pfunds“ und ist damit Teil der Bürgermeisterfraktion. Wille wird diese Liste als Spitzenkandidat bei den Wahlen anführen und zur Bürgermeisterwahl antreten. Er bekommt es mit einer Frau zu tun: Melanie Zerlauth (Volkspartei) tritt nämlich als Bürgermeisterkandidatin zur Wahl an.

MARKUS PALE. Auch der Fisser Bürgermeister Markus Pale wird sich am 27. Februar nicht mehr der Wiederwahl stellen. Pales Begründung: 24 Jahre im Amt sind genug. „Man soll den jungen Kräften Platz machen, wenn es geht“, erklärte Pale. Und mit Simon Schwendinger stehe ein junger Nachfolger aus seiner Fisser Gemeinderatsliste zur Verfügung, der der Sache gewachsen sei. Pale fügte hinzu, dass die Gemeinde Fiss nicht so einfach zu bewältigen sei. Schwendinger sei kompetent und habe bereits Erfahrung. Er ist erstmals 2010 in den Gemeinderat eingezogen. Seit 2016 übt Schwendinger die Funktion des Vizebürgermeisters aus. „Und das muss man ausnutzen. Wenn man zu lange mit der Übergabe wartet, verlieren die jungen Leute die Lust“, so Bgm. Markus Pale.



Wer hat sich bereits entschieden und wer nicht?

(aktiefi) 20 der 30 Bürgermeister des Bezirkes Landeck sagen heute, dass sie sich am 27. Februar 2022 der Wiederwahl stellen. Sechs altgediente Amtsträger kandidieren nicht mehr.
Eine weitere Amtszeit streben an: Herbert Mayer (Landeck), Ferdinand Beer (Stanz), Martin Auer (Tobadill), Harald Bonelli (Pians), Dominik Traxl (Zams), Alexander Jäger (Fließ), Helmut Ladner (Kappl), Werner Kurz (Ischgl), Matthias Schranz (Kauns), Peter Moritz (Kaunerberg), Heinz Kofler (Prutz), Elmar Handle (Ried), Bernhard Achenrainer (Tösens), Alois Jäger (Spiss), Andreas Förg (Faggen), Helmut Spöttl (Nauders), Paul Greiter (Serfaus), Roland Wechner (Flirsch), Patrik Wolf (Pettneu) und Helmut Mall (St. Anton).
Nicht mehr kandidieren werden: Wilfried Fink (Schönwies), Anton Mallaun (See), Heinrich Scherl (Fendels), Pepi Raich (Feichten), Rupert -Schuchter (Pfunds) und Markus Pale (Fiss).
Entscheidung weiter offen: Thomas Lutz (Grins), Hermann Huber (Galtür) und Harald Sieß (Strengen). Für eine Stellungnahme zur erneuten Kandidatur nicht erreichbar blieb Florian Klotz (Ladis).



Schwarzer Tag: Landecker Grüne kandidieren nicht mehr

Es kommt nicht ganz überraschend, und seit vergangenem Wochenende ist es offiziell: Es wird bei den Gemeinderatswahlen am 27. Februar in Landeck keine Grüne Liste geben.

Ahmet Demir, Gemeinderat der Grünen in Landeck und ehemaliger Landtagsabgeordneter, verleiht in einer Aussendung seiner Enttäuschung darüber Ausdruck, dass das Aus für die Grüne Liste in Landeck nun endgültig ist. Er sei darüber sehr traurig. Als Grundproblem führte Demir die Pandemie an. Und weiter schreibt er, dass es einst eine aktive Gruppe aus 20 Personen gegeben habe, die sich regelmäßig zu politischen Diskussionen getroffen habe. „Fast alle sind jetzt abgewandert, studieren oder arbeiten anderswo. Der wenige und eingeschränkte Kontakt zu den Leuten in den letzten paar Jahren hat es nicht einfacher gemacht“, hebt Demir das Problem der Abwanderung aus dem Bezirk hervor. Die Entscheidung falle ihm „nach 12 Jahren aktiver Parteipolitik, ohne Parteisoldat gewesen zu sein, sehr schwer“ und stimme ihn traurig. Gerne hätte er mehr für die Gemeinde und das Land getan. Dennoch könne er auf grüne Ideen verweisen, die die Fahrbahnmarkierung zur Orientierung für Radfahrer, die verkehrsberuhigte Zone in der Malser Straße und den Fahrradwegausbau veranlasst bzw. verschnellert hätten. Er, so Demir abschließend, werde in Zukunft versuchen sich mehr parteiintern als auch gesamtgesellschaftspolitisch einzubringen, denn er könne nicht zusehen wie „falsche politische Entscheidungen getroffen werden, die nur einer kleinen Gruppe gut tun“.
 
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