Rundschau - Oberländer Wochenzeitung
Landeck | So war es früher | 4. Oktober 2021 | Daniel Haueis

So war es früher – Ausgabe Landeck (40-21)

So war es früher – Ausgabe Landeck (40-21)
Zeichnung: Josef Walser, 2005
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Landeck Daniel Haueis
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„D’S Ånwascha“. Als die Ischgler noch vorwiegend Bauern waren, hatten die Bergwiesen für sie große wirtschaftliche Bedeutung. Einen beachtlichen Teil ihres Heubedarfes deckten sie mit ihren Bergwiesen. Ihre qualitätsvollsten Bergmähder waren im schönen Hochtal Fimba. In der Regel wurde auf den Bergwiesen im Zweijahresrhythmus gemäht, d.h. die Hälfte einer Bergwiese wurde gemäht, die andere Hälfte nicht. Das Gras der nicht gemähten Fläche diente als natürlicher Dung fürs nächste Jahr. Nur die Wiesen unterhalb der oberen Velillalpe, der Fider Taja – bis 1935 stand sie in der „Nåchtwad“ (Nachtweide) –, der Paznauner Taja und der Gampenalp konnten alljährlich gemäht werden, weil sie gedüngt wurden. Die betroffenen Bergmähder wurden aber nicht in herkömmlicher Weise gedüngt, sondern „ångwascht“ (angewascht). Auf den oben genannten Kuhalpen wurde während der Alpzeit morgens der Mist in den „Schearm“ (Stallungen) und deren Vorplätzen mit Schaufeln „gscheart“ (gesammelt) und in Mistlegen gespeichert. Dieser Mist gehörte nach altem Recht den Bauern, deren Bergwiesen unterhalb der Alp-hütten lagen. In der sogenannten „Road“ (von Rad) wurde der Mist Jahr für Jahr aufgeteilt. Im Herbst – bald nach der Alpabfahrt – nahmen die zugeteilten Bauern das „Ånwascha“ vor. Vom jeweiligen Stafel (Platz vor den Alphütten) führte ein Wasserwaal (Tragwaal) in die Bergwiesen, wo er sich verzweigte. Zuerst wurde der Waal mit Wasser gespeist, dann der Mist ins Wasser geworfen bzw. im Wasser eingerührt. Auf diese Weise transportierte man den verdünnten Mist in die Wiesen. Mit großen Waalschaufeln, die man in die Waale steckte, und „Keahrbrettern“ wurde das mit Mist angereicherte bzw. verdickte Wasser auf den Bergwiesen entsprechend verteilt. Einige Tage später „priegelte“ (zerkleinerte) und verteilte man mit einem Rechen gleichmäßig den Mist, dass er gut in den „Wåsa“ (Rasen) eindringen konnte. „Bam Ånwascha“ achteten die Bauern auch auf das Mondzeichen. Nur bei untergehendem Mond erfolgte diese Art des Düngens. Zuletzt – bis um etwa 1976 – wurde „D’S Ånwascha“ nur mehr auf der Paznauner Taja bzw. in den „Außara Tajamähdern“ praktiziert.

Josef Walser, Landeck
Zeichnung: Josef Walser, 2005
 
So war es früher – Ausgabe Landeck (40-21)
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