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Landeck | Sport | 23. August 2021 | Von Mel Burger

Drei Tage, zwei Stunden und acht Minuten

Drei Tage, zwei Stunden und acht Minuten<br />
Während Marco Jordan den Imster Kreisverkehr passiert, ruft er seinen Fans zu, sie sollen doch bitte den Temperaturregler runter drehen. RS-Foto: Burger
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Team Arlberg übertrifft alle Erwartungen im härtesten Rennen Europas

Auch Tage nach der Zieleinfahrt in St. Georgen beim „Race Around Austria“ können Marco Jordan und Thomas Kofler als Team Arlberg ihr Glück nicht fassen: 2200 Kilometer und 30000 Höhenmeter liegen hinter ihnen und trotz der Strapazen und der Erschöpfung sind sie stolz auf ihre Leistung – und das Team, das immer hinter ihnen stand.
Von Mel Burger

Zehn Stunden vor der erhofften und vorab errechneten Zieleinfahrt verwirklichte sich das Team Arlberg seinen Traum – und gehört nun zu den Bezwingern des härtesten Radrennens in Europa. Was beide Fahrer selbst nach einigen Tagen noch nicht so recht begreifen können, woran auch niemand zuvor auch nur zu denken gewagt hätte, wurde auf den letzten zehn Kilometern vor dem Ziel, das sie gemeinsam überfuhren, in Stein gemeißelt: Der dritte Rang in der Zweierteam-Kategorie – als neugegründetes Team, nach einem durch die Corona-Pandemie erschwerten Training, nach Schweiß, Hitze und vielen Entbehrungen. Doch immer mit einem Betreuerteam im Rücken, dass einfach nur „perfekt“ gewesen sei, loben die beiden Fahrer: Marco Jordan, Eventmanager vom Tourismusverband St. Anton am Arlberg, und Thomas Kofler, Chef des professionellen Radsport-Stalls Team Vorarlberg. Sie strahlen: An den Start ging’s zwar mit einem genauen Plan und bestens vorbereitet. Gerechnet hätten sie jedoch nicht mit einem so starken Ergebnis.

GEMEINSAM STARK. Die Maschinerie, die es dafür braucht, wissen beide zu schätzen: Ihr Team, das hauptsächlich aus Familie und Freunden besteht, hatte sie aber nicht nur mit Material, Essen, Abkühlung und den Betreuungsfahrzeugen unterstützt, sondern auch die zwei Ausnahmesportler angespornt, ihnen immer wieder Mut gemacht. Denn gerade auf dem ersten Teil der Strecke machte ihnen die Hitzewelle in Österreich zu schaffen und forderte körperlichen Tribut. „Als wir jedoch die Hälfte hinter uns hatten, wussten wir, dass wir es schaffen könnten“, erzählte Thomas Kofler, der mit Magenproblemen und Hungerrausch zu kämpfen hatte. Team Vorarlberg war als Name übrigens schnell gefunden, haben sich Kofler und Jordan doch über den Arlberg Giro kennengelernt. Kommend aus Vorarlberg und Tirol, beide verbunden durch den Arlberg. Die Idee das Rennen einerseits aus Leidenschaft zum Sport und anderseits für den guten Zweck, für die Bruderschaft St. Christoph zu bestreiten, entspringt derweil aus vielerlei Beweggründen. Bei Marco Jordan jedoch sicher auch aus persönlicher Motivation, half die Bruderschaft seiner Familie doch in der Vergangenheit nach einem schweren Schicksalsschlag. So radelten die zwei Brüder gemeinsam jeden einzelnen Höhenkilometer für andere, ebenso in Not geratene Familien.

ORGANISATION. Neben viel Organisation bedeutete der Start allerdings auch umfangreicher Materialaufwand. Um die Kosten dafür abzudecken, fanden sich Partner und Sponsoren, die sich Höhenmeter für je einen Euro sicherten und damit das Team unterstützen. Jeder Cent, der nach Abzug der Kosten übrig bleibt, fließt direkt als Spende der Bruderschaft zu. Eine großzügige Summe von fast 12000 Euro, für die sich Bruderschaftsmeister Adolf Werner und die gesamte Bruderschaft bedanken und die einem guten Zweck zugeführt wird. Auf die Frage an Marco Jordan, ob er noch einmal diese Strapaze auf sich nehmen würde, glänzen die Augen. Jedoch beruft er sich auf sein ganzes Team, als er antwortet: „Eines muss einem bei so einem Rennen bewusst sein. Als Radler allein kommst du nicht ins Ziel. Ohne unser Team wäre uns das nie gelungen!“ Ob er wieder startet, hänge so eben von seinem Team ab, denen er laut eigener Aussage bereits drei Sommerurlaube „gestohlen“ habe. Nur, wenn sie freiwillig wieder an Bord sind, werde er sich überlegen, welche Herausforderung ihn reizen würde, erklärt Jordan. Beim „Race Around Austria“ hätte jedenfalls jeder Einzelne im Team funktioniert, sein Bestes gegeben, dankt der Sportler aus Pettneu – und trotz aller körperlichen Einschränkungen und Enthaltungen für das ganze Team hätte es nie schlechte Zeiten oder Streit gegeben. Ganz besonders möchte sich Jordan abschließend noch bei seiner Zwillingsschwester Miriam bedanken, die neben der fürsorglichen Betreuung schon Wochen zuvor Bücher und andere Artikel über Ernährung durchforstet hat, aber auch Spezialisten kontaktierte, um die optimale Ernährung für ihren Bruder zu finden.
 
Drei Tage, zwei Stunden und acht Minuten<br />
Die Etappe ins Paznaun übernahm Thomas Kofler, während sein Teamkollege für zwei Stunden im Auto versuchte zu ruhen und etwas Schlaf zu finden, um Reserven für die Nacht zu mobilisieren. RS-Foto: Burger
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