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Landeck | Sport | 13. Juli 2021 | Von Albert Unterpirker

Endlich nimmer bei den Jungs duschen

Endlich nimmer bei den Jungs duschen<br />
Der SV Landeck erfreut sich mittlerweile auch über eine eigene Mädels-Nachwuchsmannschaft. RS-Foto: Unterpirker
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Landeck  Von Albert Unterpirker
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Damen des SV Landeck schufen ihre eigene Umkleidekabine

Wer’s noch nicht weiß: Wenn Damenteams im Oberland bzw. in Tirol in der Meisterschaft spielen, müssen die Mädels nach dem Match die Umkleideräume und Duschen der Jungs benutzen. Überall? Nein! Beim SV Landeck bereitete frau dieser Misere nun ein Ende und gestaltete -einen eigenen Umkleide- und Duschbereich. Eine vorbildliche Aktion, die wohl ihresgleichen sucht und die wahrlich notwendig ist, denn der Damenfußball in Landeck boomt.
Von Albert Unterpirker

Es wuselt an diesem Abend am Sportplatz auf der Landecker Öd. Einerseits, weil diverse Nachwuchsteams werken, andererseits, weil sich auch der Fußball-Kindergarten ein Stelldichein gibt. Obendrein trainieren gleichzeitig die Nachwuchs-Mädels des SV WinWin Landeck. Neun Damenfußball-Stützpunkte des Tiroler Verbandes gibt es im Bundesland, und die Bezirksmetropole stellt einen davon. Beim Projekt „Mädels gemma kicken“ (10 bis 14 Jahre) sind derzeit 16 Spielerinnen gemeldet, von denen sich dann Akteurinnen für die Kampfmannschaft (20 Spielerinnen, Landesliga West) empfehlen. „Vorrangiges Ziel ist es, die Mädels zum Vereinsfußball zu bringen, und es ist lässig, dass da was nachkommt“, sagt Markus „Mex“ Ferrari, sportlicher Leiter beim SV Landeck. Mit dabei an diesem Abend sind auch die Kampfmannschaftsspielerinnen Christina Bock und Rebecca Pregenzer, die bei „Mädels gemma kicken“ zusätzlich als Trainerinnen fungieren. „Koordinativ tun sich Mädels leichter als Jungs, und das Training funktioniert tadellos – sie sind immer fanatisch dabei“, lobt Ferrari deren Einstellung. Überhaupt: Bange braucht es einem beim Landecker Traditionsklub um den weiblichen Nachwuchs nicht werden, denn: „Trotz Corona haben wir einen brutalen Zulauf“, führt der sportliche Leiter aus, und bereits im Kindergarten laufen rund ein Dutzend Girls um die Wette und probieren sich am runden Leder.

ZUCKERL. Der Fundus der Mädels rekrutiert sich aus dem Großraum Landeck und Umgebung. Vorbildlich ist auch das Engagement der Sportlerinnen bei den verschiedenen Events, die beim SV Landeck vom Stapel laufen. „Die Mädels zeigen eine Hilfsbereitschaft, die beeindruckend ist, außerdem sind sie sehr verantwortungsbewusst“, so Ferrari, der anfügt: „Wir stehen zu 150 Prozent hinter ihnen – und der ganze Vorstand ist froh, dass wir sie haben!“ Wichtig sei zudem, dass dem Spaß am Kicken genügend Stellenwert zuteil wird und das Gesellige nicht zu kurz kommt. Apropos: In der Landesliga West feiern die Landecker Mädels heuer den Meis-tertitel, aber aus beruflichen Gründen werde auf einen Aufstieg in die Tiroler Liga verzichtet. „Manche sind selbständig, andere arbeiten in der Gastro – das geht sich nicht aus mit Fahrten (ins Unterland, Anm.).“ Zudem müsste dreimal (statt zweimal) pro Woche trainiert werden. Dafür steigen die Mädels rund um Trainer Andreas Thurner in andere angenehme Gefilde auf. Unterstützt vom Verein, gestaltete sich die Mannschaft in Eigenregie eine eigene neue Kabine (im ehemaligen Materialraum) – und die ist ein richtiges Zuckerl geworden. Meist freiwillige Helfer erledigten die Arbeit, und rund zwei Monate wurde „regelmäßig hineingebuggelt“, blickt Rebecca Pregenzer zurück. Lohn dafür: Ein sehenswertes Schmuckstück, das in ganz Tirol wohl seinesgleichen sucht. Denn welcher Verein hat für seine Damenmannschaft schon eine eigene feine Kabine samt nigelnagelneuem Duschraum parat? PS: Ein großer Dank – so die Verantwortlichen – gilt allen freiwilligen Helfern.
 
Endlich nimmer bei den Jungs duschen<br />
Christina Bock beim „Mädels gemma kicken“-Training RS-Foto: Unterpirker
Endlich nimmer bei den Jungs duschen<br />
Trainer Andreas Thurner (mit Sohn Fabio) zeigt die neue Damenkabine samt Beamer. RS-Foto: Unterpirker
Endlich nimmer bei den Jungs duschen<br />
Markus Ferrari: „Wir sind alle froh, dass wir sie haben!“ RS-Foto: Unterpirker
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