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Landeck | Sport | 29. August 2022 | Attila Haidegger

Heimtriumph für Ausnahmetalent

Heimtriumph für Ausnahmetalent<br />
Bei der Siegerehrung der U14-Mädels im Einzel: ASVÖ-Tirol-Präsident Hubert Piegger, Lea Sabadi (2.), Anna Pircher (1.), Stella Horacek (3.) und WKO-Tirol-Präsident Christoph Walser (v. l.). Foto: ÖTV
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ANNA PIRCHER Tennis Jugend-Staatsmeisterschaften Zams
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Österreichischer Jugend-Staatsmeistertitel der U14-Mädels geht an Zammerin Anna Pircher

Die erst zwölfjährige Anna Pircher aus Zams holte bei den Jugendmeisterschaften des österreichischen Tennisverbands in der nächsthöheren Altersklasse U14 den Einzeltitel und den U12-Doppeltitel.
Von Attila Haidegger

Die Varta-ÖTV-Jugendmeisterschaften in Innsbruck sind geschlagen. Mehr als 250 junge Tennistalente haben eine Woche lang beim nationalen Event des Juniorentennis um Medaillen gekämpft. Zu sehen waren Österreichs Jugendasse der Altersklassen U12, U14 und U16. Nun stehen die Siegerinnen und Sieger fest. Ganz besonders ragte dabei ein Heimerfolg heraus: Denn die noch U12-spielberechtigte Pircher, die mittels einer „Greencard“ im Einzel bei den Unter-14-Jährigen mitspielen durfte, demonstrierte ihr Ausnahmetalent und sicherte sich gegen ihre bis zu zwei Jahre ältere Konkurrenz den Titel. Im Finale ließ die Zammerin am Sonntag der bis dahin ebenfalls sehr überzeugenden Lea Sabadi beim 6:0, 6:2 keine Chance.

DURCHWEGS DOMINANT. Am meisten gefordert war Pircher tags zuvor gegen die Nummer eins, Stella Horacek, gegen die sie beim 5:7, 6:4, 6:4 im Halbfinale ihren einzigen Satzverlust hinnehmen musste. Den ersten Satz hatte sie nach 5:3-Führung noch verloren und war im zweiten mit 2:3 zurückgelegen, ehe sie sich in den dritten Abschnitt rettete. Dort gab sie nach einer Regenpause bei 3:0 nur kurz noch das Momentum ab: „Ich habe es von 3:3 weg noch gut heimgespielt. Der Stellenwert dieses Erfolgs ist für mich ganz hoch oben. Vor allem auch, da das Turnier beim Tennisklub IEV ausgetragen worden ist, für den ich heuer in der 2. Bundesliga gespielt habe“, erzählte Pircher. Ihre Stärke und ihre Überlegenheit gegen ihre sogar älteren Rivalinnen erklärte sie sich relativ simpel: „Ich glaube, dass ich einen sehr großen Vorteil habe, weil mich meine Familie und mein Trainerteam so gut unterstützen“, zeigte sie sich dankbar.

JÜRGEN MELZER WAR BEEINDRUCKT. „In den meisten Fällen haben sich im Einzelbewerb die Favoriten durchgesetzt. Vor Pircher muss man den Hut ziehen. Ihr Sieg bei den Unter-14-Jährigen stellt klar, was für ein großes Talent sie ist und wie gut sie in Österreich ist“, so Melzer, der zum Höhepunkt seiner Karriere 2011 im Einzel und im Doppel unter den Top-10 der ATP-Weltrangliste spielte.

TIROLS TENNIS-JUNGSTAR. Anna Pircher sorgt schon seit mehreren Jahren für Aufsehen in der Tennisszene. Bereits mit fünf Jahren hat sie ihre Liebe zum Tennissport entdeckt und wurde tatkräftig von Trainer Hannes König und ihren Eltern Doris und Manfred unterstützt. Schon früh waren die herausragenden Leistungen von Anna ein Versprechen für die Zukunft. Mit zahlreichen Titeln auf nationaler und internationaler Ebene ließ sie immer wieder aufhorchen. Im Jahr 2022 erreichte Anna den wohl größten und zugleich außergewöhnlichsten Erfolg: Sie krönte sich als erst Zwölfjährige zur jüngsten Tiroler Meisterin in der allgemeinen Klasse der Damen. Dabei bezwang sie auf ihrem Weg alle heimischen Top-Spielerinnen. Die IMG (International Management Group), die Größen wie Serena Williams und Maria Sharapova betreut, wurde auf die erst Zwölfjährige aufmerksam und lud sie und eine Auswahl der derzeit 25 besten Athletinnen weltweit zum Showdown nach Athen in den TATOI Club ein. Laut IMG habe Anna das Potenzial, einmal zu den Besten der Welt gehören zu können.

STARKER RÜCKHALT. Möglich machen solche Erfolgsgeschichten unter anderem die sehr gute Arbeit des gesamten Teams und die Unterstützung ihrer Eltern. Schon seit Jahren wird das Team ständig erweitert, das unter anderem aus den Sportwissenschaftlern Christopher Schröck und Georg Hamerle, dem Mentalcoach Armin Reindl, dem Physiotherapeuten Gernot Landerer und Manager Mag. Wolfgang Mangold besteht, die Anna auf ihrem Weg begleiten. Hauptaugenmerk wird auf Verletzungs-Prophylaxe, geistige Gesundheit sowie eine „große Portion“ Spaß gelegt. Auch der SV Zams Tennis zeigt sich über Annas Erfolge begeistert: „Wir sind stolz, dass ein solches Top-Talent, welches es in Österreich vermutlich kein zweites Mal gibt, unter unserer Flagge spielt. Wir haben die Bestrebungen von Anna im Rahmen unserer (finanziellen) Möglichkeiten in den letzten Jahren stets unterstützt und drücken natürlich für die Zukunft die Daumen, dass der Sprung ins Profi-Tennisgeschäft klappt“, heißt es in einer offiziellen Stellungnahme.
Heimtriumph für Ausnahmetalent<br />
„Vor Pircher muss man den Hut ziehen“, kommentierte der ehemalige ATP-Top-10-Tennisstar Jürgen Melzer die Vorstellung der Zammerin. Foto: Hannes König
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