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Landeck | Wirtschaft | 29. März 2021 | Von Markus Wechner

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Dominic Falch ist Landwirt aus Leidenschaft. RS-Foto: Wechner
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Dominic Falch aus Flirsch ist Landwirt aus Leidenschaft

Während immer wieder landwirtschaftliche Betriebe schließen, geht ein junger Flirscher einen anderen Weg und zeigt damit die Wichtigkeit dieser Branche auf: Der 27-jährige Dominic Falch versucht mit besonderen Strategien und modernen Ansichten dem Bergbauerntum wieder neues Leben einzuhauchen.
Von Markus Wechner

Bereits im Alter von fünf Jahren kam Falch erstmals intensiv mit der Landwirtschaft in Berührung, als er den Sommer mit seinem Großvater auf einer Stieralm verbrachte. Die familieneigene Landwirtschaft und die daraus gewachsene Leidenschaft für die Tiere veranlasste Falch zum Besuch der landwirtschaftlichen Schule in Kematen. Nach dem Schulabschluss ging er in die Schweiz, um sich zum Milchtechnologen bzw. Senner ausbilden zu lassen. Darüber hinaus verbrachte er in seiner Jugend zahlreiche Sommer als Hirte auf einer Alm und arbeitete im Zuge eines Praktikums auf einem landwirtschaftlichen Betrieb in den Niederlanden. Zudem konnte er nach seiner Lehre bereits Erfahrung als Senner auf einer Alm sammeln. Derzeit befindet er sich in der Ausbildung zum staatlich geprüften Skilehrer.

LANDWIRTSCHAFT OHNE GROSSKONZERNE. Vier Kühe, ein Galtvieh, sechs Kälber, 65 Hühner, zehn Mutterschafe mit 20 Lämmern sowie zwölf Milchziegen mit 13 Kitzen finden sich derzeit in den Stallungen von Dominic Falch am Flirscherberg. Während des Sommers wird dieser Bestand noch um sechs Schweine aufgestockt. Der Betrieb fokussiert vor allem auf die Kälbermast, wobei die Kuhmilch direkt an die Kälber verfüttert wird und nicht an einen Großkonzern verkauft werden muss. Da die Tiere im Stanzertal geschlachtet werden, fällt der vielfach zurecht kritisierte lange Lebendtransport weg, was den Tieren viel Stress und Leid erspart. Eine Besonderheit stellt darüber hinaus der jährliche Kauf von 40 Lämmern Ende April dar. Diese verbringen den Sommer auf der Flirscher Schafalm und werden im Herbst zum Metzger gebracht. Auf diese Weise ist es möglich, eine große Anzahl von Tieren zu halten, ohne dass die Kapazitäten am Hof gesprengt werden. Zudem werden die Schafe und Ziegen in Stallungen gehalten, die sich zum Teil unter freiem Himmel befinden. Nach Regenfällen müssen die Stallböden schnellstmöglich wieder getrocknet sowie das Stroh und Heu ausgetauscht werden. Dem dadurch entstehenden Mehraufwand stellt sich Dominic Falch gerne, da sich diese Haltung äußerst positiv auf die Tiere auswirke. All dies ist natürlich mit großem Arbeitsaufwand verbunden und beansprucht rund fünf Stunden Stallarbeit pro Tag, die nicht von ihm alleine bewältigt werden können. Falch wird in seinem Vorhaben von Familie und Freunden unterstützt, allen voran von seinem Vater, seiner Freundin und seiner mittlerweile 92-jährigen Oma, die ebenfalls stets fleißig mit anpackt.

VERMARKTUNG ÜBER SOCIAL MEDIA. Falchs landwirtschaftlicher Betrieb wirft eine Vielzahl an Produkten ab, die ab Hof an Privatpersonen, Hotels, aber auch mittels eines Selbstbedienungskühlschranks vertrieben werden. Neben Eiern, Almkäse, Speck oder Hauswürsten werden Lamm-, Kalb- und Schweinefleisch angeboten. Um Kundschaft anzuwerben und den landwirtschaftlichen Betrieb ins Rampenlicht zu rücken, werden auch Social-Media-Accounts bespielt. Unter dem Namen „dommis.kleine.farm“ hat sich Dominic Falch bereits einen Namen gemacht und gibt auf Instagram und Facebook mittels Fotos und Videos einen Einblick in das Leben am Bauernhof. Die Kanäle werden von Falchs Freundin Vanessa betrieben und zeigen auch die vielen erhältlichen Produkte. „Man muss mit der Zeit gehen“, so Falch, der die Wichtigkeit von Social Media erkannt hat und diese für seinen Bergbauernbetrieb zu nutzen weiß.

BLICK IN DIE ZUKUNFT Um seinem ursprünglichen Lehrberuf nachgehen zu können, wird Dominic Falch künftig für Thomas Raffeiner arbeiten. Dieser hatte die Idee, in St. Anton einen Stall inklusive Sennerei zu errichten und konnte Falch für dieses Vorhaben gewinnen. Bereits im September dieses Jahres will man mit der Produktion starten und von September bis Mai die Produkte über einen Hofladen vertreiben. Doch auch Falchs eigener Landwirtschaftsbetrieb in Flirsch soll künftig noch umstrukturiert werden. Mit dem Umbau sollen etwa ein Laufstall errichtet und auch die Schafe gemolken werden. „All dies kann aber sicher noch fünf Jahre dauern“, so Falch. Sein Ziel ist es, mit Regionalität zu punkten und immer wieder in sein „zeitraubendes Hobby“ zu investieren, wie er es schmunzelnd bezeichnet. Dominic Falch ist davon überzeugt, dass regionale Produkte Zukunft haben und auch künftig Produzenten aus der Region wieder den Stellenwert erhalten, den sie verdienen.




 
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Halb draußen, halb drinnen – den Tieren scheint es gut zu bekommen. RS-Foto: Wechner
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In diesem Unterstand befindet sich ein Selbstbedienungskühlschrank mit Produkten vom Hof. RS-Foto: Wechner
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„Dommi’s kleine Farm“ setzt auf Wiedererkennungswert und Social Media. RS-Foto: Wechner
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