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Landeck | Wirtschaft | 4. Mai 2020 | Von Eva Köhle

„Der richtige Zeitpunkt ist jetzt gekommen“

„Der richtige Zeitpunkt ist jetzt gekommen“
Alexander von der Thannen: „Wir möchten die Qualität im Paznaun weiter erhöhen und den Wintersport und das Skifahren stärker in den Vordergrund stellen.“ RS-Foto: Archiv
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Landeck  Von Eva Köhle
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Alexander von der Thannen über die Zukunft des Paznaun

Eine schwierige Zeit liegt hinter dem ganzen Paznaun: Das schnelle Ende der Wintersaison, schwerwiegende Vorwürfe, Quarantäne für das ganze Tal und eine unsichere Zukunft für den Tourismus. Die RUNDSCHAU hat nachgefragt bei Alexander von der Thannen, Obmann des TVB Paznaun – Ischgl, wie die Stimmung ist und wie man sich den Tourismus in Zukunft vorstellt.
Von Eva Köhle

RUNDSCHAU: Wie ist die Stimmung derzeit im Paznaun nach diesen schwierigen Zeiten, den Vorwürfen und der Quarantäne?

Alexander von der Thannen: Natürlich war die Situation im Paznaun in den letzten Wochen für uns alle keine leichte. Als Tourismusverband bedauern wir jeden einzelnen Corona-Fall, der in der Region aufgetreten ist und sind uns unserer Verantwortung gegenüber unseren Mitgliedern, Gästen und Mitarbeitern bewusst. In der Berichterstattung wurde aber auch ein Bild von Ischgl gezeichnet, das uns nicht gerecht wird. Dort, wo rote Linien überschritten wurden, haben wir uns auch entsprechend gewehrt und falsche Behauptungen richtig gestellt. Wir haben in den letzten Wochen hunderte Medienanfragen beantwortet und waren ohne Pause in Krisenstäben im Einsatz. Seit dem Ende der Quarantäne merken wir aber auch wieder Zuversicht. Schon in der Zeit der Quarantäne hat sich gezeigt, dass der Zusammenhalt im Paznaun großartig funktioniert! Wir Paznauner haben schon verschiedene schwierige Situationen gemeistert und werden auch aus dieser gestärkt hervorgehen, wenn wir alle an einem Strang ziehen.
RS: Die unsichere wirtschaftliche Zukunft ist selbstverständlich ein großes Thema. Was hat der Tourismusverband in
den letzten Wochen getan, um dem entgegenzuwirken?


Alexander von der Thannen: Wir sind seit Beginn der Krise rund um die Uhr im Einsatz, um unseren Mitgliedern zu helfen. Jedes Mitglied soll wissen: Die Türen des Tourismusverbands stehen für euch immer offen! Ein erster Schritt ist es, heuer eine funktionierende Sommersaison zu ermöglichen.

RS: Wie stellt man sich die kommende Sommersaison in Ischgl vor?

Alexander von der Thannen: Jedenfalls anders, als wir es bis jetzt gewohnt sind. Großveranstaltungen wurden bereits abgesagt. Wir setzen derzeit alles daran, kleinere Veranstaltungen stattfinden zu lassen und ein abwechslungsreiches Wochenprogramm, beispielsweise mit geführten Wanderungen, auf die Beine zu stellen. Dazu gehört auch die „Silvretta Card“, die auch in diesem Sommer attraktive Angebote bieten soll. Klarerweise sind wir hier aber von den Vorgaben der Bundesregierung und der Regierungen anderer europäischer Länder abhängig.

RS: Mit einem Brief wandte man sich kürzlich an die Bevölkerung des Paznaun und teilte mit, dass man nach geeigneten Schritten suche, um zurück zur Normalität zu finden. Um welche Maßnahmen handelt es sich dabei?

Alexander von der Thannen: Ein erster Schritt zu dieser Normalität war mit Sicherheit das Ende der Quarantäne. Jetzt geht es in einem nächsten Schritt darum, die Sommersaison zu ermöglichen und parallel an der Zukunft des gesamten Tals zu arbeiten.

RS: Gibt es bereits Pläne oder Ideen bezüglich dieser Neuaufstellung?

Alexander von der Thannen: Wir möchten die Qualität im Paznaun weiter erhöhen und den Wintersport und das Skifahren stärker in den Vordergrund stellen. Wir haben einen umfassenden Prozess bereits gestartet und werden uns dazu über den Sommer intensiv Gedanken machen. So etwas passiert ja nicht von heute auf morgen und sollte auch viele Menschen in der Region einbinden. Dabei möchte ich jeden einzelnen Vermieter einladen, seine Vorschläge einzubringen. Schon zu meinem Amtsantritt letzten Dezember habe ich versprochen, das ganze Tal in Zukunft stärker einzubinden. Der richtige Zeitpunkt dafür ist jetzt gekommen.

RS: Danke.
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