Rundschau - Oberländer Wochenzeitung
Landeck | Wirtschaft | 10. Dezember 2019 | Klara Fritz

Gut vernetzt und engagiert

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Michael Gitterle ist neuer Bezirksobmann des Wirtschaftsbundes und künftiger Bezirksobmann der Wirtschaftskammer. RS-Foto: Köhle
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Bezirksobman des Wirtschaftsbundes und designierter Wirtschaftskammerobmann Michael Gitterle im Gespräch


 

Der 41-jährige Michael Gitterle ist seit November Wirtschaftsbund-Bezirksobmann und wird im Jänner auch bei der Wirtschaftskammer in die Fußstapfen Toni Prantauers treten und die Funktion des Bezirksobmanns bekleiden. Der Urgener ist seit 2007 Geschäftsleiter von „Raumausstattung Sebastian -Gitterle GmbH“. Die Meisterprüfung als Bodenleger legte er 2003 ab, 2013–2017 absolvierte er zudem ein betriebswirtschaftliches -Studium an der Uni Krems. Aktiv tätig in der -Wirtschaftskammer ist er seit 2013. Die RUNDSCHAU hat Michael Gitterle zum -Gespräch getroffen.

 

Von Eva Köhle

 

Rundschau: Du hast die Funktion des Wirtschaftsbund-Bezirksobmanns bereits übernommen, ab Jänner wirst du wohl auch Wirtschaftskammer-Bezirksobmann sein. Kannst du schon ein paar Visionen verraten, die du in den kommenden Jahren umsetzen willst?

Michael Gitterle: Im Bereich des Wirtschaftsbundes sind wir zur Zeit im engen Kontakt mit der Landesleitung in Innsbruck. Geplant ist für 2020 einen frischen Wind in die 17 Ortsgruppen zu bringen. Dazu gehört es zum einen die Teams zu verjüngen, aber auch mehr Leute für die Mitarbeit in den jeweiligen Gruppen zu gewinnen. Ein großes Projekt bei der Wirtschaftskammer ist die Gebäudeentwicklung. Dort ist in den nächsten zwei Jahren ein Umbau geplant. Die Mittel sind vom Land schon freigegeben, wir werden jetzt im engen Kontakt mit der Stadt Landeck, der Leistungsgemeinschaft und dem TVB TirolWest zusammenarbeiten und gemeinsam eine Vision entwickeln.

RS: Um die Wirtschaft im Bezirk steht es gut – Landeck wird als „starker Wirtschaftsstandort“ bezeichnet. Was ist geplant, dass das auch in Zukunft so bleibt?

M.G.: Ein starker Standort bleibt Landeck in dem Moment, wenn uns bewusst ist, dass wir alle 80 Prozent vom Tourismus leben. Die Unkenrufe aus Innsbruck, aber auch aus Wien dürfen nicht zu Ernst genommen werden. Wir sollten wissen, was wir mit unserem Tourismus haben: Die ganze Welt spart das ganze Jahr einen Haufen Geld, um es dann in einer Woche bei uns auszugeben. Und solange das so bleibt und wir schauen, dass unser Land schön und sauber bleibt, wird diese Erfolgsstory auch weitergehen.

RS: Der Fachkräftemangel ist ein viel diskutiertes Thema. Sind Maßnahmen für den Bezirk geplant, um diesem aktiv entgegenzuwirken?

M.G.: Ja, da sind wir aktuell über die Wirtschaftskammer an einer Maßnahme dran. Es handelt sich da um ein Pilotprojekt mit Spanien, das diesen Winter gestartet ist. Spanien hat ja irrsinnig hohe Arbeitslosenquoten. Junge Spanier, die die Fremdsprache Deutsch im Level zwei beherrschen und bereits eine abgeschlossene Ausbildung haben, können durch das Pilotprojekt nach Tirol kommen, in das zweite Lehrjahr einsteigen und die Lehre z.B. zum Elektriker oder Installateur abschließen. Ich denke, das ist ein guter Weg und durchaus zu befürworten. So kann man den Fachkräftemangel etwas abfedern. Wir fordern aber auch permanent, dass die Saisonnierskontingente im Bereich des Tourismus erhöht werden. Da ist Otmar Ladner, (Anm. der Redaktion: Bezirksstellenleiter, Wirtschaftskammer Tirol) wirklich permanent dran, weil wir einfach zu geringe Kontingente haben, vor allem im Wintertourismus.

RS: Wird es Änderungen bei der Wirtschaftskammer geben? Kannst du uns dazu etwas verraten?

M.G.: Wir wählen neu im nächs-ten Jahr, dann muss man mal schauen wie sich die Mandate verteilen und wie viele Sitze wir dann über den Wirtschaftsbund bei uns im Bezirksausschuss haben. Wir werden dann wieder ein gutes Team zusammenstellen, obwohl das nicht heißen soll, dass wir nicht schon ein sehr gutes Team haben. Und ich wäre sehr glücklich, wenn mich das Team auch weiterhin unterstützt. Personell wird es dahingehend keine Veränderungen geben, wir sind super aufgestellt, haben gute Mitarbeiter. Otmar Ladner macht einen fantastischen Job. Da ist nichts geplant, irgendwas zu verändern.

RS: Gibt’s inhaltlich neue oder veränderte Angebote, etwa im Bildungsbereich (WIFI)?

M.G.: Das Herbstprogramm 2020 wird bis Ende Februar erstellt, da gibt es zur Zeit noch nicht viele Informationen. Zum Frühjahrsprogramm 2020 kann ich die Schwerpunkte aber schon nennen. Das umfasst zum einen die Lehre und Matura für die Bezirke Landeck und Imst, es werden touristische Ausbildungen angeboten wie z.B. Jungsommelier, Rezeptionsausbildung oder Online Marketing. Weiters wird die Ausbildung für Assistenzkräfte in Kinderbetreuungseinrichtungen angeboten und noch einiges mehr. Das gesamte Wifi-Angebot ist aber auch wieder im Kursbuch ersichtlich.

RS: Dein Vorgänger Toni Prantauer sagte, er sei in den letzten acht Jahren 1000 Abende nicht zu Hause gewesen. Welche privaten Aktivitäten bzw. Hobbys wirst du reduzieren müssen, um den zeitlichen Mehraufwand zu kompensieren?

M.G.: (schmunzelnd) Meinem Golf-Handicap wird es nicht gerade zuträglich sein. Nein, ehrlich gesagt bin ich es gewohnt viel unterwegs zu sein – von klein auf und bin dadurch auch sehr gut vernetzt im Oberland. Das wird auch der Grund gewesen sein, warum Toni mich als seinen Nachfolger sieht. Es wird nicht viel schlimmer, als es schon war bzw. ist.

RS: Gibt es sonst noch etwas, was dir besonders am Herzen liegt?

M.G.: Ja, und zwar die Wirtschaftskammerwahlen finden am 3./4. März 2020 statt. Der Wirtschaftsbund als größte wahlwerbende Gruppierung in der Wirtschaftskammer ist auch 2020 wieder bemüht ein entsprechendes Wahlergebnis zu erhalten. Bei der letzten Wahl konnten 77 Prozent der Zustimmung der Unternehmer erreicht werden. Das gilt es natürlich zu verteidigen und wir hoffen, dass die Unternehmerschaft sich wieder engagiert und ihre Stimme den Interessenvertretern gibt.

RS: Vielen Dank für das Gespräch.
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