Lautstarkes Schwärmen in Imsterberg

Die Arbeit in den Kompositionsgruppen ging flott voran. RS-Foto: Dorn

„Klangspuren“: Musizier- und Komponierwerkstatt ganz im Zeichen der Planeten

Bereits zum elften Mal veranstalteten die Klangspuren Schwaz in Imsterberg die mehrtägige musikalische Werkstatt für Kinder und Jugendliche. Die heurige Veranstaltung stand ganz im Zeichen der Planeten und unter dem Motto „Im Schwarm“ wurde neun Tage lang fleißig musiziert, improvisiert und geprobt. Als Abschluss fand auch heuer wieder ein großes Konzert statt, das die Fülle an Kompositionen, die im Zuge der Werkstatt entstanden ist, vor Publikum zur Aufführung brachte.

Von Agnes Dorn

Ganz leicht ist es nicht zu verstehen, was die jungen Musiker im Alter von 8 bis 18 Jahren in Imsterberg da machen. Dass in der kurzen Zeit von neun Tagen wirklich eine Komposition zustande kommt, die in mehreren Gruppen entwickelt worden ist und an der alle 45 Kinder tatkräftig mitgewirkt haben, ist ja auch fast unglaublich. Dabei sind alle Instrumente zugelassen und dem spielerischen Ausdruck beim Musizieren keine Grenzen gesetzt. Auch die inhaltliche Interpretation des Themas war wieder zunächst noch völlig offen. Dass das Ganze trotz der vielen Möglichkeiten schlussendlich in einem absolut aufführungswerten „Produkt“ gipfelt, ist der umsichtigen Koordination der künstlerischen Leiterin Cathy Milliken und ihrem zehnköpfigen Dozententeam zu verdanken. Denn die Gesamtheit dieser als „Neuen Musik“ zu begreifenden Melodien, Fragmente und Lieder ist schlussendlich viel mehr als die Summe ihrer Teile. Zwar gibt es kein notwendiges Grundgerüst, an das sich die jugendlichen Komponisten zu halten haben, doch Inspirationsquellen allemal: Da sind zum einen zwei Stücke der Komponisten Michael Schiefel und Dietmar Wiesner, an denen die jungen Musiker in den Instrumentalgruppen Anleihen finden können, sowie die zwölftönige Komposition von Karlheinz Stockhausen mit dem Titel „Gruppen“ aus dem Jahr 1958, das als Inspiration zur Erforschung von Schwarmverhalten dienen sollte. Anstelle des Dirigenten fungiert hier wie dort eine Stoppuhr, die den Musikern den richtigen Einsatz vermittelt, wie Koordinator und Dozent für Klavier Klaus Niederstätter erörtert.

Planeten im Schwarm der neuen Musik.

Um das Thema der Planeten zunächst emotional zu erarbeiten, dachten sich die jungen Komponisten in jeder der insgesamt sechs Gruppen anfangs einen neuen Planeten aus, dem sie unterschiedliche Eigenschaften zuordneten. War dies geschehen, wurde der Farbe, der Leuchtkraft, der Dichte, der Schwingung und der Geschwindigkeit dieses Planeten jeweils ein Klang zugeordnet, der dann als Motiv für die folgenden Kompositionen diente. Neben der vier- bis sechsstündigen täglichen Arbeit am Instrument, die entweder in Kompositions- oder in Instrumentalgruppen erfolgte, blieb den Teilnehmern immer noch Platz für ein unterhaltsames Rahmenprogramm, das vier Freizeitbetreuer begleiteten. So bot sich die Nacht von Sonntag auf Montag aufgrund des hohen Sternschnuppenaufkommens bestens an, den frühen Abend am Rücken liegend auf einer Wiese in Imsterberg zu verbringen. Auch Fußball, Yoga, Tischtennis, Grillen und ein Filmabend standen auf dem Programm. Pünktlich zum zehnjährigen Jubiläum ist letztes Jahr außerdem ein Arbeitsbuch für Schulklassen und Musikschulen im ConBrio-Verlag erschienen, das einen Rückblick auf die vergangenen Jahre der Musizier- und Komponierwerkstatt bietet. Alle Noten der bisher entstandenen Kompositionen sind dabei zumindest online verfügbar und mittels Codes, die im Buch zu finden sind, einzusehen.

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