Lawinenbedingt

Aufgrund der Schneemassen musste erstmals seit fast zwei Jahrzehnten Lawinenwarnstufe 5 ausgegeben werden. RS-Foto: Haueis

Straßen- und Bahnsperren im Bezirk Landeck

 

Die Bahnstrecke und auch Straßen mussten aufgrund von Lawinengefahr gesperrt werden. Das Militär stand für Assistenzeinsätze bereit.

 

Von Daniel Haueis

 

Am Donnerstag schaute es vorerst nicht rosig aus: Am Bahnhof Landeck-Zams standen massenweise Busse – und das bedeutet: Schienenersatzverkehr, und diesmal wurde er aufgrund von Lawinengefahr eingerichtet. Auch die Straßenverbindung war nicht sicher, weshalb St. Anton zeitweise nicht per Pkw erreichbar war – am Freitag lief aber wieder alles normal. Strengen konnte (trotz manch gegenteiliger Meldung) von Landeck aus stets angefahren werden: „Gesperrt haben wir am Ende von Strengen in Richtung Flirsch. Von Landeck aus ist Strengen gut erreichbar“, erklärte Bgm. Harald Sieß am Donnerstagnachmittag. Die Lage, so BH-Stv. Siegmund Geiger, hatte sich zu diesem Zeitpunkt schon „ein bisschen beruhigt: Die Spisser und die Engadiner Straße sind beim ‚Aufgehen‘.“ Patrick Nairz vom Lawinenwarndienst Tirol erwartete von Sonntag auf Montag wieder ergiebige Niederschläge: „Wenn die Wettervorhersagen eintreffen, wird sich die Lawinensituation wieder verschärfen“, so Nairz. Um für derartige Fälle gerüstet zu sein, hat die Landeswarnzentrale Zusatzbereitschaften vorbereitet: „Wir haben eine Assistenzanforderung für die Einsatzbereitschaft der Lawineneinsatzzüge St. Johann in Tirol und Landeck an das Bundesheer gerichtet. Ebenso steht uns am Hubschrauber-Stützpunkt in Vomp über das kommende Wochenende ein Bundesheer-Hubschrauber des Typs Bell 212 mit Mannschaft von acht Uhr bis zum Einbruch der Dunkelheit zur Verfügung“, informierte Stefan Thaler von der Landeswarnzentrale am Freitag. Zudem wurden im Rahmen der Luftraumsicherungsoperation Dädalus anlässlich des Weltwirtschaftsforums in Davos Luftüberwachungskräfte nach Tirol und Vorarlberg verlegt. „Dadurch haben wir für den Katastrophenschutz auch im Raum Landeck ab kommenden Montag ausreichend Flugkapazitäten in Dauerbereitschaft, auf die wir im Anlassfall jederzeit im Zuge eines Assistenzeinsatzes zurückgreifen dürfen“, sagte Thaler. Am Sonntag kam es dann wieder zu Sperren: Die ÖBB haben einen Schienenersatzverkehr zwischen Landeck-Zams und Bludenz eingerichtet. St. Anton konnte von den Bussen nicht angefahren werden, da der Ort aufgrund von Straßensperren nicht erreichbar war. Die ÖBB stellten gemeinsam mit dem TVB Tirol West Ersatzunterkünfte für Reisende nach St. Anton im Raum Landeck zur Verfügung. Gesperrt waren laut ÖAMTC zumindest zeitweise auch die Reschenstraße und die Martinsbruckerstraße, die B 188 ins Paznaun, die Kaunertal Straße und die Spisser Landesstraße. Die letzte Meldung vor Redaktionsschluss am Montagmittag: Von der BH Landeck wurde eine Einsatzzentrale eingerichtet, Bahn und viele Straßen (Ausnahme: S 16) waren gesperrt, die Lage war aber recht ruhig.

 

LAWINENWARNSTUFE 5. Der Lawinenwarndienst Tirol beurteilte die Lawinensituation im mit anhaltend kritisch. „Erstmals seit 1999 gilt heute wieder die Lawinengefahrenstufe 5 im Lechtal und seinen Seitentälern, im Stanzer-, Paznaun-, Kauner- und Pitztal sowie im hinteren Ötztal und in den südlichen Stubaier Alpen“, informiert Rudi Mair, Leiter des Lawinenwarndienst Tirol der Abteilung Zivil- und Katastrophenschutz des Landes. „Die außergewöhnliche Niederschlagssituation erfordert ein spezielles Einsatzmanagement“, betonte LH Günther Platter. Es wurde etwa der Agusta-Bell-212-Hubschrauber von Vomp in die Landecker Pontlatzkaserne verlegt. Angefordert waren drei weitere Transport-Hubschrauber des Bundesheeres zur Stationierung in Landeck. Im Dauereinatz befanden sich auch der Landeshubschrauber, um die Lawinenkommissionen im mit Erkundungsflügen zu unterstützen. Um die Arbeit der Lawinenkommissionen noch besser zu unterstützen, wurden vier Ausbilder des Landes für Lawinenkommissionen nach Landeck verlegt. Die Polizei stellte zudem einen weiteren Hubschrauber für Tirol in Bereitschaft.