Lech Funding Contest

Initiator Henrik Wentzler (im Bild rechts) und sein Umsetzungspartner Michael Hosp (im Bild links) freuen sich mit den Preisträgern des ersten Tiroler Lech Funding Contests: André Schütter, Thomas Huber, Armin Sauerwein, Florian Klotz, Sandra Moosbrugger-Koch, Johannes Leismüller, Djuro Iljazovic, Clemens Pfefferkorn und Ulrich Huber (v.l.). RS-Foto: Gerrmann

Viel Lob für die Finalisten des Tiroler Lech Funding Contests

Das Außerfern ist ein Paradies für kreative Köpfe: Das zeigte sich am Samstagabend bei der Abschlussveranstaltung des ersten Tiroler Lech Funding Contests im Haus der Aromapflege in Lechaschau. Für die acht Finalisten gab es viel Lob und kräftigen Beifall.

47     Geheimhaltungsvereinbarungen
waren laut Finn Wentzler, der der Vor-Jury angehört hatte, zu Beginn des Wettstreits der Ideen unterzeichnet worden. 33 Konzepte wurden danach tatsächlich eingereicht, und fast ein Viertel davon schaffte es ins abschließende Hearing im Berggut Gaicht.
„Wir haben tolle Konzepte gelesen. Es hat riesigen Spaß gemacht, das alles vorgestellt zu bekommen“, schwärmte Finn Wentzler bei der Präsentation der   Finalisten, die  allesamt unterstützt werden. „Wir waren von der Masse der supermegageilen Ideen überrascht“, bekannte auch seine Mit-Vorjurorin Sandra Bischof. Und deswegen wollte man (so Fritzi Wentzler, die der Jury fürs Finale angehörte) „auch keinen offiziellen Sieger küren.“ Denn: „Alle waren klasse. Wie sie sich präsentiert haben, war absolut bombastisch. Wir drücken allen die Daumen, dass es gut für sie weitergeht!“
„Wir haben im Außerfern helle Köpfe“, freute sich denn auch Initiator Henrik Wentzler, in dessen Kopf die Idee dieser Initiative vor rund drei Jahren Gestalt angenommen hatte. Die Finalisten des ersten Tiroler Lech Funding Contests werde man nicht im Stich lassen, versprach er bei der Abschlussparty, die zum Festival der Ideen wurde, und fügte unter großem Beifall hinzu: „Nachdem wir unsere interne Lernphase aufgearbeitet haben, werden wir sicher eine zweite Auflage starten.“
Für  Michael Hosp vom kdg campus geht es nun darum, die Ideen der Finalisten vom Kopf auf den Boden zu bringen und sie in eine gute Zukunft zu begleiten: „Wir brauchen solche Impulsgeber in der und für die Region, sonst läuft nichts.“

Impulsgeber. Eine davon ist Sandra Moosbrugger-Koch, deren gemeinsam mit Johannes Leismüller  ausgetüfteltes Projekt hier exemplarisch etwas ausführlicher vorgestellt sei: Das „Werkhaus“ soll eine offene Werkstatt in der Region werden. Modernste Technologie (wie Laser oder 3D-Drucker) soll dort allen zur Verfügung stehen, die sich das allein nicht leisten können – und gemeinsam genutzt werden. „Techno-Sharing“ gewissermaßen, das traditionelles Handwerk mit modernen Mitteln verbindet.
Als Zielgruppe stellen sich die beiden Handwerker, aber auch Do-it-yourself-Bastler vor. Und man möchte auch Schulen und Bildungseinrichtungen mit ins Boot holen. Plus  Betriebe, die ihr Fachwissen zur Verfügung stellen, deren Lehrlinge sich dort einbringen und ihre Kreativität ausleben können. Das Werkhaus soll dann auch für Teambuilding-Maßnahmen zur Verfügung stehen. So auch für Workshops und das gemeinsame Lösen kniffliger Aufgaben. Zudem möchte man den Besuchern auch eine „Workbox“ an die Hand geben. Was das sein soll? „Eine kleine Überraschungskiste mit Werkzeug drin, um selbst ein Werkstück zu bauen.“ Die gibt es dann in einer Erwachsenen- und einer Kinder-Variante. Sandra Moosbrugger-Koch ist überzeugt: „Unser Konzept stärkt die Region, weil sich Betriebe vernetzen. Doch wir sehen uns auch als Freizeiteinrichtung für alle von acht bis 88.“
Siegerurkunden gab es auch für diese sieben Tüftler: Djuro Iljazovics Welt ist das Bad. Die Faszination seines „Anima Bads“ (so der Obertitel seiner Bad-Möbel)  besteht in der Kombination aus alten Fertigungstechniken und modernsten Materialien. Clemens Pfefferkorn, Ulrich Huber und Stefanie Graber wollen mit Design-Lampenschirmen aus Almheu – unter dem Motto „Almut“ – den internationalen Markt erobern. Das „Wendefeuer“ von Florian Klotz will Unternehmen und Institutionen den Weg zu erneuerbaren Energien erleuchten.
André Schütter hat sich ein Vertriebskonzept für eine lokale Streetwear-Marke ausgedacht.
Armin Sauerwein möchte mit seinem IT-Beratungshaus vor allem lokalen und regionalen Bedürfnissen gerecht werden. Hinter der „Bergbox“ von Thomas Huber verbirgt sich ein „stylisches und leistbares Wohncontainer-Konzept“ für die Alpenregion. Auch Pfarrer Dr. Otto Walch taucht in der Preisträgerliste auf. Er hatte der Jury „Sunhydrostore“ präsentiert – „ein geradezu revolutionäres Energienutzungskonzept für einen Zweckbau“, so kdg-Pressesprecherin Christine Frei.

Von Jürgen Gerrmann

 

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