Lechtal erstickt an den immer stärker werdenden Lärmbelastungen

Im Rahmen einer Pressekonferenz machten Fritz Gurgiser, Josef Walch, Maria Scheiber, Günter Ihrenberger und Reinhard Oberlohr (von links) auf die prekäre Lärmsituation im Lechtal aufmerksam und forderten wirksame Maßnahmen, um dieser gesundheitsschädlichen Entwicklung Einhalt zu gebieten. RS-Foto: Claus

Interessengemeinschaft „Xund’s Lechtl“ fordert Gegenmaßnahmen

Die Interessengemeinschaft „Xund’s Lechtl“ schlägt Alarm: die Lärmbelastungen durch den Verkehr im Lech-, aber auch im Tannheimertal, nehmen immer mehr lebensbedrohende Ausmaße an.

Bei Lärmpegelmessungen an sieben Standorten in den Gemeinden Elbigenalp, Häselgehr, Stanzach und Weißenbach wurden Werte ermittelt, die zum Teil über 200 Prozent über dem gesetzlich veranschlagten Wert liegen. Die IG mit Sprecher Reinhard Oberlohr hat sich nun mit Fritz Gurgiser, Obmann des Transitforums Austria-Tirol, einen kompetenten Mann ins Boot geholt, um hier wirksame Gegenmaßnahmen bis zum Frühjahr 2018 bei der Politik einzufordern.
Die IG „Xund’s Lechtl“ verspricht sich von der Unterstützung durch das Transitforum Austria-Tirol und dessen Erfahrung (mehr als 5000 Lärmpegelmessungen im Inntal sowie eine ganze Reihe durchgesetzte Lärmschutzmaßnahmen), dass den berechtigten Interessen der Betroffenen – unter Nutzung aller demokratiepolitischen Mittel – in einer rascher „Lärmsanierung“ erfolgreich Nachdruck verliehen wird. Für Gurgiser ist es selbstverständlich, als Partner die IG auf diesem beschwerlichen Weg zu unterstützen, um die Lärmkulisse in einer der schönsten Regionen Tirols mit legalen Mitteln zu bekämpfen. „Wir suchen nicht den Konflikt, sondern das verankerte ,Recht auf Gesundheit’ und damit auch dem ,Recht auf Lärmschutz’ bei der Politik und den Behörden einzufordern, um den Betroffenen ein maximales Gehör zu verschaffen“, so Gurgiser. „Dass der Lärm Hauptursache für viele Krankheiten ist,  wurde in Studien hinreichend belegt. Da der Körper sich nie erholen kann und in der Folge Schädigungen an Herz und Kreislauf und auch Depressionen ausgelöst werden können, müssen dringend wirksame Maßnahmen ergriffen werden“, so Josef Walch von der Forstinspektion. Die ehemalige Landtagsabgeordnete der Grünen, Maria Scheiber aus Elmen, beklagte die ständige Zunahme des Verkehrs im Lechtal: „Das kann auf Dauer nicht gut gehen in einer Region, die zu Recht – insbesondere im Tourismus – auf Ruhe, Erholung und intakte Natur setzt.  Die Lebensqualität für die Anwohner sinkt immer mehr.“ Aus Stanzach meldete sich Günther Ihrenberger zu Wort: „Wie soll sich der Mensch erholen, wenn zu Spitzenzeiten bis zu 2000 Motorräder durchs Tal brettern?“
Um dem Abhilfe zu schaffen, sind alle Verantwortlichen gefordert und niemand darf sich aus der Verantwortung ziehen. Für Fritz Gurgiser steht fest, dass das Problem Lärmbelästigung von der Politik in derselben Geschwindigkeit angegangen wird, wie der Straßenbau forciert wird. Nach intensiver Aufforderung und zugleich Zusammenarbeit mit den betreffenden Behörden erwartet er, dass bis zum Frühjahr 2018 geeignete Maßnahmen stehen bzw. eingeleitet werden.

Eine Stellungnahme von LH-Stv. Ingrid Felipe zu diesem Thema folgt auf Seite 13 in dieser Ausgabe.

Von Uwe Claus

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