Lehrreiche Bezirksversammlung der Bergrettung in Reutte

Bergrettung Landesleiter Anton Mattle (r.) lobte Bezirksleiter Markus Wolf in höchsten Tönen. Foto: Bergrettung Reutte

„Mir taugt des, was i tua und i hoff, dir seachet glei, warum!“

Mit diesen Worten begann Peter Haider, Canyoning-Referent der Bergrettung, bei der Reuttener Bezirksversammlung am Donnerstag seinen Jahresrückblick. Denn es sind die Leidenschaft für das Bergsteigen und die Liebe zum Sozialengagement, welche die Bergrettungsmitglieder in Körper und Geist vereint.  Die Versammlung war geprägt von informativen Berichten, gelegentlichen Witzeleien und Bewunderung sowie Lob seitens der Ehrengäste. 

Von Jenni Zeller

Funk-Referent Wilfried Ried berichtete über technische Neuerungen. Foto: Bergrettung Reutte

Laut stellvertretendem Landesleiter Anton Mattle zählt die Tiroler Bergrettung rund 4.500 Mitglieder; stolze 523 davon gehören der Außerferner Bergrettung an. Diese hatte im vergangenen Jahr 287 Einsätze und es wurden 302 Personen geborgen, bei nur 6 Todesfällen. Ergänzend besuchten die Bergretter des Bezirks über 400 arbeitsintensive Übungen und zahlreiche Fortbildungen sowie Vorträge, die ein weites Spektrum von Lawinen über Medizin bis hin zu neuen Technologien abdeckten. Bei der 70. Geburtstagsfeier des Alt-Landesleiters Kurt Nairz war sogar Zeit für einen humorvollen Krawattenknöpfkurs. Die Komplexität der Bergrettungstätigkeiten spiegelt sich auch in den Referaten wieder, die von Medizin, Ausbildung und Funk bis zu Canyoning und Such- und Lawinenhunden reichen.

Professionelle Hilfe in Fels, Wasser, Schnee und Luft.

Die Bergretterausbildung ist facettenreich und anspruchsvoll: Neben bergsteigerlichem Geschick gilt es, Bergungs- sowie Erste-Hilfe-Techniken zu erlernen und in verschiedensten Wetterbedingungen agieren zu können. Die dafür nötigen Prüfungssysteme werden derzeit neu zertifiziert und Dokumentationen bis zum letzten Seil werden eingeführt. In Sachen medizinischer Versorgung wurden die Bezirksbergretter im letzten Jahr genaues-tens zu Defibrillatoren, Reanimation und anderen Medizinprodukten geschult. Modernste Technik wird nicht nur hier, sondern auch in Sachen Kommunikation angewandt: neben Pagern und Funkgeräten sind Smartphone-Apps wie die „Notfall App“ der Bergrettung Tirol, „Contwise LISA“ und „Eagle Eyes“ für Echtzeit-Updates während der Einsätze bedeutend. Darüber hinaus wird die enge Zusammenarbeit mit der ARA-Flugrettung hochgeschätzt, die seit 1. April den hochmodernen Helikopter H 145 fliegt. Der neue Hubschrauber legt beeindruckende Werte an den Tag: 262 km/h Einsatzgeschwindigkeit, 5.000 Meter Flughöhe, 700 Kilometer Reichweite und 828 PS. Zu Lande runden der Canyoning-Trupp und die neunköpfige Such- und Lawinenhundestaffel das Bergrettungsteam ab; die Hunde  sind nach mehreren Kursen meist bereits mit zwei Jahren einsatzfähig. Das Canyoning-Team ist nach seiner Gründung vor drei Jahren bereits auf zehn Mitglieder angewachsen, die ihre Fertigkeiten in Schluchten und Wildgewässern stets perfektionieren.

Ehrenamtlich und zu jeder Zeit.

An der Gästeliste der Bezirksversammlung wurde ersichtlich, was die Außerferner Bergrettung noch auszeichnet: Die freundschaftliche, professionelle Zusammenarbeit mit anderen Blaulichtorganisationen und Bergvereinen – der Freiwilligen Feuerwehr, Wasserrettung, Polizei, Alpinpolizei, dem Roten Kreuz und Bergwacht. Dieses wichtige Verhältnis wurde allseits gelobt; unter anderem von Landtagspräsidentin Sonja Ledl-Rossmann: „Egal, was mir wo, wann passiert – es ist immer jemand da!“ Dem stimmten die anderen Gäste einhellig zu und drückten zudem ihre Bewunderung über die Aufopferungsbereitschaft der Bergretter aus, die viel Zeit und Arbeit in ihre freiwillige unentgeltliche Tätigkeit investieren. Mattle lobte speziell das unermüdliche Engagement von Bezirksleiter Markus Wolf und freute sich über die fulminante Leistungsbilanz der Bergrettung: „Es ist schon etwas Besonderes, seine Leidenschaft mit sozialem Engagement vereinen und in Kameradschaft gemeinsam wachsen zu können. Danke für eure wertvolle Arbeit und Berg Heil!“

 

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Die Oberländer Rundschau ist die regionale Wochenzeitung für die Bezirke Imst, Landeck, Reutte und Telfs im Tiroler Oberland.