Lehrstation für Dipl. Gesundheits- und Krankenpfleger

AL DGKP Markus Berger ist Projektleiter am BKH Reutte. Foto: Foto Müller

BKH Reutte übernimmt Vorreiterrolle für alle Tiroler Krankenhäuser

Als erstes Krankenhaus Tirols eröffnet das BKH Reutte mit Juni eine Lehrstation für Dipl. Gesundheits- und Krankenpfleger. Damit wird Pflegestudenten im dritten Ausbildungsjahr die Möglichkeit gegeben, zum Ende ihrer Ausbildung hin hundertprozentige Praxiserfahrung zu sammeln.

Ziel der Lehrstation ist, dass sämtliche Tätigkeiten sowie die gesamte Organisation einer Station und die Versorgung der Patienten mit der größtmöglichen Eigenverantwortlichkeit von den Studenten durchgeführt werden – unter Aufsicht von ausgebildetem Pflegefachpersonal und Praxisanleitern. Pflegerische, interdisziplinäre und organisatorische Kompetenzen sollen sowohl theoretisch wie praktisch erworben und vertieft werden.
„Die Lehrstation soll eine Starthilfe für die Absolventen sein, wenn sie im Herbst nach dem Diplom in den Arbeitsalltag starten“, erklärt AL DGKP Markus Berger, der Projektleiter am BKH Reutte. In den ersten Wochen findet die sogenannte „Einarbeitungs- und Schulungsphase“ statt, in der die Teilnehmer lernen Dienstpläne zu schreiben und in das Medikamenten-, das Visiten-, Übergaben- und Besprechungsmanagemenent eingeführt werden. Die Praxisanleiter begleiten die fünf Auszubildenden, bis sie in der sogenannten „Kernphase“ auf sich gestellt sind. Die Dauer des freiwillig zu absolvierenden Praktikums auf der Lehrstation beträgt sechs bis acht Wochen.

Station im Kleinformat.

„Es handelt sich wirklich um eine Station im Kleinformat“, erklärt Markus Berger. „Mit eigenem Telefon, Laptop, Pflegewagen etc. Nach der Schulungsphase werden die Rollen festgelegt, wer Teamleiter ist usw.“
Es gibt acht Patienten auf der Lehrstation, die selbstverständlich über den Ablauf aufgeklärt sind und jeweils ihr Einverständnis geben. „Ein wesentliches Ziel der Lehrstation ist es, den Auszubildenden Handlungskompetenzen zu vermitteln und diese zu fördern. Sie sind die Grundvoraussetzung im Berufsleben – insbesondere auch für den Einstieg dazu“, so der Pflegedirektor des BKH Reutte, David Heitzinger.
„Durch die Lehrstation bekommen die Auszubildenden einen realen praxisnahen Einblick in die Arbeitswelt und können dadurch wertvolle praktische Berufserfahrungen sammeln.“
Aus diesem Grund ist laut Projektleitung auch der Aufwand für die Lehrstation gerechtfertigt, da sie „den Absolventen Sicherheit im Beruf gibt und somit auch die späteren Dienstgeber sowie die Patienten davon profitieren.“
Absolut positiv sieht auch Pflegeschuldirektor Peter Mittermayr die Lehrstation. „Wir sind sehr froh, dass wir jetzt die Lehrstation haben. Hier übernehmen Auszubildende im letzten Ausbildungsjahr Verantwortung für den Tagesablauf, das Management und die Organisation der Station. Eine äußerst wertvolle Erfahrung für die berufliche Praxis.“

Interesse und Anfragen.

Dass das BKH Reutte mit der Lehrstation auf dem richtigen Weg ist, zeigen die Reaktionen in der Pflegebranche.
Es gibt bereits Anfragen aus anderen Kliniken, Pflegestudenten im Abschlussjahr nach Reutte zu schicken – etwa aus Innsbruck oder aus Wien.