„Lernen ist wichtig für jedermann!“

Isabell Weninger leitet seit fünf Jahren die Volkshochschule Landeck und nun auch die VHS Ötztal-Imst. RS-Foto: Stecher

Im RUNDSCHAU-Gespräch: Dr. Isabell Weninger – Leiterin der VHS Landeck und Ötztal-Imst

Dr. Isabell Weninger leitet seit fünf Jahren die Volkshochschule Landeck und nun auch die VHS Ötztal-Imst. Im RUNDSCHAU-Interview spricht die 43-Jährige, die vorher als Sportwissenschaftlerin (Schwerpunkt Leistungsdiagnostik) tätig war, über ihre Arbeit.

Von Maria Stecher

RUNDSCHAU: Neben der Leitung der VHS Landeck übernehmen Sie nun auch die Leitung der VHS Ötztal-Imst. Was wird sich dadurch an der VHS Ötztal-Imst ändern?

Dr. Isabell Weninger: Ich werde sicher die altbewährten Kurse wie z.B. Pilates, Rückenfitness, Ballett oder EDV-Kurse beibehalten. Aber auch neue Akzente werden im Herbst-/Winterprogramm gesetzt, wie etwa Kindertanz oder Kinderturnen, Laufkurse, Comic-Zeichenkurse, Kochkurse etc. Am besten einfach überraschen lassen!

 

RS: Andere Volkshochschulen in Tirol werden von zwei Personen geleitet, Sie leiten alleine zwei Schulen. Wie funktioniert das?

Weninger: Ich leite seit fünf Jahren die Zweigstelle Landeck, sodass ich mit den administrativen Arbeiten natürlich schon vertraut bin und mich nicht mehr einarbeiten muss. Außerdem kommt mir als Mutter von zwei Kleinkindern entgegen, dass ich sehr viel in Heimarbeit erledigen kann. Ich wohne in Oetz und bin überzeugt, dass ich in meiner Heimatregion ein interessantes Angebot für die Bevölkerung auf die Beine stellen kann. Ich freue mich auf jeden Fall auf die neue Herausforderung in der Zweigstelle Ötztal-Imst.

 

RS: Welche Angebote der Volkshochschulen werden in den Bezirken Landeck und Imst besonders gerne in Anspruch genommen? Gibt es auch hier Modetrends?

Weninger: Bestimmte Sportkurse wie Bauch-Beine-Po, Rückenfitness oder Yoga laufen seit Jahren gut. Themen wie gesunde Ernährung oder Kräuterkunde sind seit ein bis zwei Jahren wieder voll im Trend. Das wechselt immer etwas und ist auch recht schwer vorhersehbar. Obwohl man mit der Zeit natürlich Erfahrung sammelt, welche Themen gefragt sind und welche weniger, bleibt es oft sehr spannend bis zum Schluss, sprich bis zum Kursbeginn.

RS: Welche gesellschaftliche Rolle spielt für Sie als Leiterin das Thema Erwachsenenbildung? Denken Sie, dass die Angebote hier ausreichend sind oder sollten diese ausgebaut werden?

Weninger: Das Lernen in der Gruppe und die Begegnung mit anderen Menschen, das sind wichtige Faktoren, die die VHS mit ihren Kursen unterstützt. Ich glaube, das Angebot ist in den städtischen Regionen schon recht gut, am Land eher noch spärlich, hier gibt es noch viele Möglichkeiten. Wichtig ist, der Bevölkerung die Themen nahezubringen und zu helfen, gewisse „Hemmschwellen“ zu überwinden. Lernen ist wichtig für jedermann!

 

RS: Das Schlagwort „Digitalisierung“ ist in aller Munde. Wird es diesbezüglich künftig Schwerpunkte geben?

Weninger: Natürlich. Da muss man mit der Zeit gehen und versuchen, entsprechende Angebote zu schaffen. Wobei sich die Nachfrage nach entsprechenden Kursen bei uns momentan noch in Grenzen hält, aber das wird sicher nach und nach zunehmen.

 

RS: Welchen Nutzen hat lebenslanges bzw. lebensbegleitendes Lernen außerdem?

Weninger: Lebenslanges Lernen hält geistig fit, genauso wie lebenslange körperliche Betätigung körperlich fit hält. Beides ist wichtig, um sich wohl zu fühlen.

 

RS: Nach welchen Kriterien werden ReferentInnen für die Kurse ausgesucht? Wer kann sich wo bei Interesse melden?

Weninger: Wichtig ist mir, dass ein Kursleiter eine gute Ausbildung im entsprechenden Bereich vorweisen kann und mit Überzeugung arbeitet. Nur dann kann er den Teilnehmern auch mit Freude etwas vermitteln, egal ob in einem Vortrag oder in einem Kurs. Und wenn etwas Spaß macht, lernt man es ja auch wesentlich leichter. Wer etwas anbieten möchte, soll bitte am besten eine E-Mail an oetztal@vhs-tirol.at oder landeck@vhs-tirol.at schreiben. Eine kurze Vorstellung und Beschreibung des Themenbereichs genügt, dann setze ich mich gerne in Verbindung. In einem Gespräch kann man dann neue Ideen entwickeln und sicher etwas Interessantes auf die Beine stellen.