Leutasch muss neuen Bürgermeister wählen

Mehr als 40 Jahre im Dienste der Gemeinde, 14 Jahre lang als Bürgermeister: Thomaß Mößmer trat bei der jüngsten Gemeinderatssitzung vom Bürgermeisteramt zurück und er legt auch alle anderen Funktionen nieder. RS-Foto: Archiv/Schnöll

Langzeit-Dorfchef Thomas Mößmer legte kurz vor Weihnachten aus gesundheitlichen Gründen sein Amt nieder

Mit einem Paukenschlag endete die jüngste Sitzung des Leutascher Gemeinderates kurz vor Weihnachten. Zum Abschluss des Tagesordnungspunktes „Allfälliges“ meldete sich Bürgermeister Thomas Mößmer „in eigener Sache“ zu Wort: „Heute war meine letzte Gemeinderatssitzung. Aus gesundheitlichen Gründen trete ich hiermit als Bürgermeister und von all meinen politischen Ämtern zurück.“ Seinem Nachfolger wünsche er bei der Bewältigung der kommenden Herausforderungen eine glückliche Hand, schloss er seine knappe Erklärung ab.  

Nach einigen Augenblicken ungläubigen Staunens und betroffenen Schweigens unter den  sichtlich überraschten Gemeinderäten und Zuhörern sah sich als erster Rainer Außerladscheider aus Mößmers Bürgermeisterfraktion imstande zu einer spontanen Stellungnahme. Fast versagte ihm die Stimme, als er Mößmer für seine mehr als 40 Jahre im Dienste der Gemeinde, davon 14 Jahre als Bürgermeister, dankte: „Erst wenn er sein Büro verlassen hat, werden wir wirklich merken, was wir an ihm hatten.“ Vizebürgermeister Georgios Chrysochoidis (Für Leutasch) ergänzte: „Wir müssen die Entscheidung akzeptieren und fraktionsübergreifend schauen, wie es weitergeht.“ Er bedankte sich bei Mößmer für das stets faire und gute Miteinander  und meinte, sein Ausscheiden reiße eine große Lücke, die nicht leicht zu schließen sein werde. Gleichzeitig richtete er einen Appell „an alle“ zur Zusammenarbeit. Ganz ähnlich äußerte  sich auch Siegfried Klotz (Zukunft für Leutasch), der bei der Sitzung entschuldigt fehlte, gegenüber der RUNDSCHAU: Der Zeitpunkt sei zwar für die Gemeinde ungünstig, aber „die Gesundheit geht vor“. Allgemein werden Mößmers Leistungen als Bürgermeister gewürdigt, sein Engagement „in allen Bereichen“ hervorgehoben und Verständnis dafür bekundet, dass er jetzt seiner Gesundheit zuliebe auf die Bremse tritt. Auch seine Bürgermeisterkollegen auf dem Plateau äußerten viel Verständnis für seine „mutige Entscheidung“. Dabei hoben Isabella Blaha, Werner Frießer und Dominik Hiltpolt insbesondere auch die jederzeit angenehme Zusammenarbeit mit Mößmer hervor.

„VIZE“ ÜBERNIMMT AMTSGESCHÄFTE. Die Amtsgeschäfte in der Gemeinde übernimmt bis zur Neuwahl im kommenden Frühjahr vorübergehend Vizebürgermeister  Chrysochoidis. Laut Gemeindeordnung muss nun innerhalb von sechs Wochen die Neuwahl ausgeschrieben werden, wobei jede der derzeit im Gemeinderat vertretenen Fraktionen das Recht hat, einen eigenen Kandidaten vorzuschlagen. Falls kein entsprechender Vorschlag erfolgen sollte, muss die Nachfolge Mößmers aus den Reihen des Gemeinderates erfolgen.

WEHMUT. Da Mößmer nicht nur als Bürgermeister zurückgetreten ist, sondern auch seine zahlreichen anderen öffentlichen Ämter niederlegt, wird man sich auch beim Abfallbeseitigungsverband der Region 10, bei der Alpenbad Leutasch GmbH, beim Sozial- und Gesundheitssprengel Seefelder Plateau, bei der Gemeindegutsagrargemeinschaft oder bei der Jagdgenossenschaft Leutasch auf die Suche nach einem geeigneten Nachfolger machen müssen. Der 63-jährige Thomas Mößmer scheidet nach eigenem Bekunden durchaus mit einer gewissen Wehmut aus dem Amt, aber überzeugt von der Richtigkeit der Worte Mahatma Ghandi’s: „Es gibt Wichtigeres im Leben, als beständig deren Geschwindigkeit zu erhöhen.“

DANKESCHÖN. An dieser Stelle nochmal ein recht herzliches Dankeschön an Thomas Mößmer für die gediegene Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren und alles Gute für die Zukunft aus der RUNDSCHAU-Redaktion Telfs. Gebi G. Schnöll mit Redaktionsteam.

Von Gerd Harthauser

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