Leutasch wählt am Sonntag nach Ostern

Jorgo Chrysochoidis fühlt sich recht wohl auf dem Bürgermeistersessel. Noch hat er sich aber nicht entschieden, ob er sich um das Amt des Bürgermeisters bewerben wird. Foto: Gerd Harthauser

Weil Raumordnungskonzept nicht verlängert wurde: Landhaus verhängte nun ein Widmungsverbot 

Souverän, als hätte er nie etwas anderes gemacht, zog Leutaschs derzeitiger Gemeindechef Jorgo Chrysochoidis (Für Leutasch) die erste Sitzung nach Mößmers Rücktritt durch. Zwar war die Tagesordnung nicht übermäßig lang, aber immerhin wurden einige, zuvor von Thomas Mößmer eingenommene Ämter neu besetzt, der Termin für die Bürgermeister-Neuwahl festgelegt und der Kauf eines neuen Fahrzeugs für die Gemeindegärtner beschlossen. Widmungen standen nicht auf der Tagesordnung:  Für Leutasch gilt nämlich seit Anfang Dezember ein von der Raumordnungsbehörde des Landes Tirol erlassenes Widmungsverbot.

Vor allem der letzte Punkt sorgte unter den Gemeinderäten für Diskussionen, da nicht ganz klar war, ob von dem Widmungsverbot nur zukünftige oder auch zurückliegende, eventuell sogar in der Sitzung vom 17.Dezember beschlossene Widmungen betroffen sind. Zwischenzeitlich erfuhr die RUNDSCHAU von der zuständigen Referentin für Bau-und Raumordnungsrecht im Landhaus, Barbara Bischof, dass es die Gemeinde versäumt habe, das derzeit geltende Raumordnungskonzept fortzuschreiben oder zumindest nochmals um zwei Jahre verlängern zu lassen. Zwischenzeitlich liege der Antrag auf Verlängerung jedoch vor und die Behörde werde „das Gespräch mit der Gemeinde suchen“. Sie zeigte sich zuversichtlich, dass man gemeinsam einen Konsens finden werde, wobei allerdings der Wechsel an der Spitze der Gemeinde eine rasche Lösung der Angelegenheit eher behindere. Sie stellte jedoch klar, dass das Widmungsverbot keinen generellen Baustopp bedeutet. Betroffen davon  seien Bauvorhaben, für die eine Widmung notwendig sei, diese aber noch nicht vorliege. Also auch ein angeblich von Investoren geplantes, größeres Hotelprojekt mit Chalets in Weidach.

BÜRGERMEISTERWAHL AM WEISSEN SONNTAG. Auf den 8.April, also eine Woche nach Ostern, einigte sich das Gemeindegremium als Termin für die Wahl eines Nachfolgers von Mößmer. Wie BH-Stv. Wolfgang Nairz, in der Bezirkshauptmannschaft Innsbruck zuständig für Wahlen, bestätigte, lag das Rücktrittsgesuch des bisherigen Bürgermeisters am 27. Dezember in der Gemeinde vor und ist unwiderruflich. Nunmehr hat die Behörde die Aufgabe, bis 6.Februar den Wahltermin kundzumachen. Alle im Gemeinderat vertretenen Fraktionen haben die Möglichkeit, bis zum 9.März (17 Uhr) einen geeigneten Kandidaten oder eine Kandidatin aus ihren Reihen (also bereits Mitglied des Gemeinderates) für die Neuwahl vorzuschlagen. Wird von den Fraktionen kein Kandidat vorgeschlagen, müssen die Gemeinderäte aus ihren Reihen einen Nachfolger für Mößmer bestimmen. Möglich wäre aber auch, dass sich die drei Fraktionen bereits im Vorfeld des Wahltermins auf einen gemeinsamen Kandidaten einigen und daher gar kein Wahlvorschlag eingereicht wird. In diesem Fall könnte zwar eine Wahl stattfinden, etwa darum, weil der Kandidat sich eventuell gerne von den Bürgern bestätigt sehen könnte, sie wäre aber nicht zwingend notwendig.

NACHBESETZUNGEN. Thomas Mößmers Rücktritt machte einige personelle Veränderungen erforderlich. Als Gemeinderat wurde Christian Neuner nachnominiert, den Sitz im Gemeindevorstand übernimmt Stefan Obermeir, zum Substanzverwalter der Gemeindegutsagrargemeinschaft wurde bis zur Bürgermeisterwahl Sigfried Klotz gewählt (Stellvertreter Alwin Nairz und Rainer Außerladscheider).  Die erste größere Ausgabe nach Mößmer betraf die Gemeindegärtner: Einstimmig bewilligte der Gemeinderat die Anschaffung eines neuen Fahrzeugs um rund 25.000 Euro, damit das Dorf auch in Zukunft seine Bewohner und Gäste täglich mit freundlichem Blumenschmuck begrüßt. Ein weiterer Beschluss im Finanzbereich fiel ebenfalls einstimmig: Jorgo Chrysochoidis, der momentan montags und freitags im Gemeindeamt tätig und hierfür von seinem Arbeitgeber (Liebherr) ohne Bezüge freigestellt ist, erhält die Kürzung seines Gehaltes von der Gemeinde ersetzt.

Von Gerd Harthauser

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