LH Platter: „Wir lassen niemanden im Stich!“

Landeshauptmann Günther Platter und Bürgermeister Georg Dornauer informierten die Presse über die Maßnahmen nach der Katastrophe. RS-Foto: Schnöll

Land Tirol unterstützt Sellraintal nach Murenkatastrophen mit 14 Millionen Euro

(GeSch) Über Sellrain gingen in der Nacht auf den 8. Juni 2015 schwere Gewitter nieder. Durch anschwellende Bäche kam es zu Vermurungen. Häuser, Straßen und andere infrastukturelle Bauwerke wurden zerstört, Menschen kamen glücklicherweise nicht zu Schaden. Die Schadenbilanz war enorm. Das Land Tirol reagierte schnell und stellte ein umfassendes Maßnahmenpaket zur Verfügung. Auch heuer sind immer wieder Muren im Sellraintal abgegangen, die Schäden hielten sich aber in Grenzen.

Landeshauptmann Günther Platter machte sich Dienstag vergangener Woche bei einem Lokal-
augenschein mit dem Sellrainer Bürgermeister Georg Dornauer ein Bild von den bisher durchgeführten Wiederherstellungsmaßnahmen. „Als die Katastrophe ausbrach, war uns allen klar: Hier muss schnell, effektiv und unkompliziert geholfen werden“, erinnerte sich LH Platter. „Ein Jahr später stellen wir fest, dass die inzwischen errichteten Schutzbauten im Gemeindegebiet bereits ihren Dienst tun. Insgesamt haben wir für Sellrain Landesmittel in der Höhe von 14 Millionen Euro bereitgestellt – diese sind auf jeden Fall gut angelegt.“ Bgm. Dornauer bedankte sich ausdrücklich für die hervorragende Zusammenarbeit mit den Landesabteilungen und der Wildbachverbauung: „Dieses Paket aus Soforthilfe und längerfristigen Maßnahmen hat das Vertrauen der Bevölkerung wiederhergestellt.“

Privatpersonen und Unternehmen erhielten für die Sanierung von Schäden Mittel aus dem Katastrophenfonds in der Höhe von 1,7 Millionen Euro. Dabei wurden Beihilfen in der Höhe von 50 Prozent des geschätzten Schadens gewährt. Für die Wiederherstellung von Wohnungen und Eigenheimen wurde außerdem ein Sonderförderungsprogramm im Rahmen der Wohnbauförderung und der einkommensunabhängigen Wohnhaussanierung aufgelegt. Im Rahmen der Wildbach- und Lawinenverbauung wurden zwei Millionen Euro zur Verfügung gestellt, wobei 2015 rund 1,6 Millionen Euro verbaut wurden, weitere 300.000 Euro stehen für 2016 an. Der Landesanteil beträgt mit 30 Prozent 600.000 Euro, 55 Prozent übernimmt der Bund, zehn Prozent entfallen auf die Gemeinde Sellrain und fünf Prozent auf die Abteilung Landesstraßen Tirol. Geplant ist auch ein Folgeprojekt im Bereich Seigesbach, das mit elf Millionen Euro projektiert ist. „Hier fehlt allerdings noch die Genehmigung“, erläuterte Franz Plank von der Wildbach- und Lawinenverbauung (WLV).

Schutzwasserbauten wurden massiv unterstützt. Die erforderliche Gesamtinvestition beläuft sich auf 6,25 Millionen Euro. Davon übernimmt das Land mit 2,1 Millionen Euro 40 Prozent. „Normalerweise entspricht das der Hälfte jener Mittel, die das Land üblicherweise pro Jahr für den Schutzwasserbau in ganz Tirol zur Verfügung stellt“, zieht LH Platter den Vergleich. 2016 werden rund 100.000 Euro verbaut, womit der Bau der Schutzmaßnahmen abgeschlossen ist.

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