Liebe zum Verbot

Liebe Freunde des geregelten Lebens!

Am Gipfel der Freiheit unserer Gesellschaft schauen die Menschen links wie rechts in den Abgrund. Und sehen Gefahren. Diese Angst vor dem Absturz und andere eher fiktive als reale Bedrohungen lässt viele von uns nach neuen Regeln und Beschränkungen schreien. Und die Politik nimmt dankend an. Rauchverbot. Alkoholverbot an öffentlichen Plätzen. Kopftuchverbot. Waffenverbot. Essensverbot in Bussen und Zügen. Leinen- und Maulkorbzwang für Hunde. Verbot von Plastik-, aber Pflicht für Gackerlsackerln, wenn möglich ökologisch. Das alles ist nur ein kleiner Auszug der jüngst von Volksvertretern geforderten und teils auch schon umgesetzten Verordnungen, Erlässen und Gesetzen. Der Mensch will sein Leben geregelt wissen. Vor allem für die anderen. Der Nichtraucher verdammt die Raucher. Der Vegetarier die Schweinefleischesser. Immer öfter die Frauen die Männer. Und nicht selten die Alten die Kinder. Alle schreien und niemand will den Lärm. Die von den Verboten Betroffenen laufen Sturm. Jene, die sie durchsetzen, jubeln. Ausgehverbot und Anwesenheitspflicht für Ausländer. Mit Forderungen wie diesen hat unser Innenminister aufhorchen lassen. Und die Nation gespaltet. Wer nun glaubt, dass Blau und Türkis die Weltmeister der Untersagung wären, der irrt. Auch in Wien, wo Rot und Grün bis dato die hohe Lebensqualität der Stadt auf ihre Fahnen hefteten, investiert der neue Bürgermeister in Verbotstafeln und Hinweisschildern für Unerlaubtes. Dieser billige Versuch, den politischen Gegnern das Wasser abzugraben, kommt ganz schön teuer. Und verunsichert das kollektive Gutmenschentum. Da ist der Hofer, unser neuer Verkehrsminister, ja fast schon ein Freiheitskämpfer. Wenn es nach ihm geht sollen die Autofahrer wieder verstärkt Gas geben dürfen. Was die Grünen fuchsteufelswild macht. Und Diesel nur noch als Marken-Jeans salonfähig macht. Was letztlich unser Klima gewaltig erhitzt.

Meinhard Eiter