Lieder eines armen Mädchens

Ausdrucksvoll, zum Nachdenken anstiftend – so präsentierte sich Nina Proll in der Reuttener Kellerei. RS-Foto: Schretter

BASIS Reutte feierte in der Kellerei den 22. Geburtstag

Friedrich Hollaender komponierte den Liederzyklus „Lieder eines armen Mädchens“, in den 20er Jahren für seine erste Frau Blandine Ebinger. Auf der Kleinkunstbühne der Kellerei wurden seine und Lieder weiterer Komponisten von Nina Proll virtuos vorgetragen und von Eva Maria Gintsberg mit gelesenen Texten abgerundet. 

Mit kraftvoller Stimme und im ersten Teil ihres Vortrags mädchenhaft gekleidet sang Nina Proll in der bis auf den letzten Platz gefüllten Kellerei. Für ihr Programm hatte sie Lieder mit Gänsehautcharakter gewählt, holte die besondere, leicht morbide Stimmung der späten 20er Jahre auf die Bühne. Bei einem in französischer Sprache vorgetragenen Lied verbreitete sich im Nu exquisites Chansonfeeling. Nina Proll bestach durch enorme Bandbreite, wechselte dann im zweiten Teil nach der Pause zum energischen „damenhafteren“ Ausdruck.
Der szenische Liederabend wurde hervorragend vom Trio de Salón, in der Besetzung Peter Gillmayr, Violine, Andrej Serkov, Bajan und Roland Wiesinger, Kontrabass begleitet.
Das Trio schritt auch auf Solopfaden und interpretierte den „Alabama-Song“ Bertold Brechts. „Well, show me the way to the next whisky bar. Oh, don’t ask why …“. Wer dachte dabei nicht an Jim Morrison und die Doors …

Ungehorsam und tüchtig.
Eva Maria Gintsberg trug Texte rund um Frauen und Mädchen vor. RS-Foto: Schretter

Eva Maria Gintsberg unterhielt mit ausgewählten Texten, die Frauenthemen mit Humor, aber auch mit viel Gedankenarbeit darstellten.
Eigenartig zu hören, dass Hausarbeit gegen Blutarmut wirken soll und hygienischer Sport sei.
Unaufgeregt, aber mit einer umso ausdrucksstärkeren Stimme verstand Eva Maria Gintsberg genau die Balance zwischen belustigend und beängstigend/beschämend zu halten. Eva Maria Gintsberg war kurzfristig für Antonia Moretti eingesprungen, die einen Drehtag angesetzt bekommen hatte und daher nicht in der Kellerei mit dabei sein konnte.

Seit 22 Jahren Basis.

Seit 22 Jahren Basis. Seit 21. Mai 1997 gibt es das einzige und bis heute unabhängige Außerferner Frauenzentrum BASIS, das sich zu einem Beratungs-, Informations-, Kommunikations- und Genderkompetenzzentrum weiterentwickelt hat. Mädchen, Frauen, Paare und Familien erhalten hier anonym und kostenlos professionelle Hilfe und – wenn nötig – auch eine optimale Vernetzung mit anderen Einrichtungen im Außerfern.
„BASIS sieht sich als laute Stimme in der Region“, so Evelyn Mages, Geschäftsführerin des Frauenzentrums.