Literarischer Besuch am anderen Ende der Welt

Die Gäste ließen es sich sichtlich schmecken. RS-Foto: Claus

Gelungener Abend in der Bücherei Reutte mit asiatischen Büchern und Schmankerln

„Ostasien” hatte sich das Büchereiteam in diesem Jahr als Ziel für die 6. Kulinarisch-literarische Reise ausgesucht. „Wir hatten viele Regionen im Visier und haben uns letztendlich für Asien entschieden”, sagte Büchereileiterin Sonja Kofelenz bei der Begrüßung der Gäste.

Von Uwe Claus

In stilechtem Ambiente begrüßte Büchereileiterin Sonja Kofelenz die Gäste. RS-Foto: Claus

Ein nicht unbedingt einfaches Unterfangen, aus diesem Teil der Erde deutschen Lesestoff zu finden, da Übersetzungen der dort heimischen Literatur ziemlich rar sind. Und doch wurde das Team fündig und stellte Werke heimischer Autorinnen und Autoren aus Japan, China, der Mongolei, aus Taiwan und letztendlich aus Korea vor. Sehr dienlich waren die Beschreibungen der jeweiligen Länder, die wenigstens einen kleinen Einblick in die Welt mit oder ohne „Mangas” – wie „Die Wächter des Louvre” von Jiro Taniguchi (Japan), in „Sehende Hände”, einem feinfühligen und stellenweise witzigen Roman des chinesischen Autors Bi Feyiu oder die moderne Fabel „Das Huhn, das vom Fliegen träumte” der koreanischen Autorin Sun-mi Hwang gaben.

Am bekanntesten dürfte im deutschsprachigen Raum der Mongole Galsan Tschinag (*1943) sein, der von 1962 bis 1968 an der Karl-Marx-Universität in Leipzig Germanistik studierte und als Dozent an Universitäten in der mongolischen Hauptstadt Ulan Bator lehrte. In der Lesestunde wurde sein neuestes Werk „Kennst du das Land” vorgestellt. Tschinag, mongolisches Stammesoberhaupt und Schamane, schreibt seine Romane, Erzählungen und Gedichte meist auf Deutsch.

In unseren Breiten eher unbekannt, machte der Abend mit seinen verschiedenen Lesungen doch Appetit, sich – wenigstens versuchsweise – das ein oder andere Buch „vom anderen Ende der Welt” nach Hause zu holen und darin zu schmökern – einen Versuch ist es allemal wert! Apropos Appetit: das Team um Sonja Kofelenz hatte sich wieder viel Mühe gegeben, den Abend auch kulinarisch zu gestalten. An den festlich gedeckten Tischen im „Asia Look” bekamen die Gäste Köstlichkeiten aus den angesprochenen Ländern kredenzt. Es gab unter anderem japanisches Sushi, mongolischen Reistopf, Kokosreis mit Mangosauce, Matcha-Kekse (Matcha ist japanischer Grüntee) und chinesische Eiertörtchen. Einhellige Meinung aller Gäste: toll, was sich das Team für Arbeit gemacht hat – mit viel Liebe zum Detail in tollem Ambiente.

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