LK verleiht erstmals den „Tierwohlpreis“

Dass Tierwohl in Tirol großgeschrieben wird, zeigen die 80 Bewerbungen für den Tierwohlpreis, quer durch alle Gattungen, Betriebsgrößen und Bezirke. Insgesamt neun Betriebe wurden mit dem begehrten Preis ausgezeichnet. Foto: Die Fotografen

Unter anderem wurde auch ein Hof in Ranggen mit dem „Tierwohlpreis“ der Landwirtschaftskammer ausgezeichnet

Die Landwirtschaftskammer Tirol widmet sich in diesem Jahr intensiv dem Thema „Tierwohl“. Neben verschiedenen Initiativen zur Wissensvermittlung und Bewusstseinsbildung unter dem Motto „Tierwohl – wir schauen drauf!“ wurde auch ein Tierwohlpreis ausgeschrieben. Der Regionssieg (Region Mitte) ging an den Wölflhof der Familie Gratl aus Ranggen. 

Viele Menschen haben heute keinen Bezug mehr zum Thema Tierhaltung. Deshalb informiert die Landwirtschaftskammer in diesem Schwerpunktjahr verstärkt über Tierhaltung und Tierwohl und hat auch erstmal einen „Tierwohlpreis“ verliehen. Bewerben konnte sich jeder viehhaltende Betrieb, unabhängig von Tiergattung, Betriebsgröße oder Betriebsform. Der Zulauf war groß: Über 80 Bewerbungen sind eingegangen. Nach einer Jury-Sichtung der Bewerbungen und der darin enthaltenen Angaben im umfangreichen Kriterienkatalog wurde eine Vorauswahl an Betrieben getroffen. Diese Betriebe wurden dann von einer Expertenkommission besichtigt. Schließlich wurden je drei Regionssieger sowie ein Landessieger gekürt.„Nur wenn die breite Masse der Bevölkerung die Realität rund um Hof, Stall und Weide kennt, hat sie die Möglichkeit, durch bewusste und reflektierte Kaufentscheidungen selbst ‚Tierwohl‘ zu unterstützen. 

ZEIGEN UNSERE TIERHALTUNG GERNE HER. Keinem liegt mehr am Wohlergehen der Tiere als den Bauern. Es muss aber auch klar sein, dass wir Bauern von der Landwirtschaft leben müssen“, so LK-Präsident Josef Hechenberger. „Der rege Zustrom an Bewerbungen zeigt, dass dieses Thema auch bei den Bauern großgeschrieben wird. Ich darf allen Preisträgern herzlich zu ihren Betrieben und der Philosophie dahinter gratulieren“, freut sich LK-Vizepräsidentin Helga Brunschmid mit den Siegern.

LANDESSIEG GING NACH AMPASS. Insgesamt wurden beim LK-„Tierwohlpreis“ neun Betriebe, acht Regionssieger sowie ein Landessieger ausgezeichnet. Über den Landessieg durfte sich die Familie Klingler aus Ampass freuen. Auf ihrem „Eichhof“ hält sie rund 100 Ziegen sowie Hühner und Schweine. Die Ziegenmilch wird zur Verarbeitung nach Rotholz geliefert, das Kitzfleisch über Qualitätsprogramme der Agrarmarketing Tirol und direkt ab Hof vermarktet. Die Freude über den Landessieg ist groß: „Für uns ist diese Auszeichnung eine Bestätigung unserer Arbeit. Wir bemühen uns sehr, dass es allen Tieren gut geht und wir ihnen mit der Wertschätzung begegnen, die ihnen zusteht. Das geht auch manchmal zu Lasten des Profits, aber das ist es uns wert“, so Betriebsführer Robert Klingler.

REGIONSSIEG AN FAMILIE GRATL AUS RANGGEN. „25 Milchkühe und 40 Stück Jungvieh genießen bei uns ein tierwohlgerechtes Leben. Das Wohl unserer Tiere lag uns schon immer am Herzen und mit dem Bau des modernen, hellen Stalls vor zehn Jahren konnte der Komfort der Tiere unter anderem durch eine Kuhdusche weiter optimiert werden. Natürlich ist ein regelmäßiger, respektvoller, sorgfältiger und liebevoller Kontakt und Umgang mit den Tieren ein sehr wichtiger Punkt in Sachen Tierwohl. Das beginnt schon beim kleinen Kalb bis hin zur Kuh. Wir sind Direktvermarkter und unsere Kunden können sich beim Einkauf selbst vom Qualitätsstandard und der Tierfreundlichkeit überzeugen“, so Theresa Gratl gegenüber der RUNDSCHAU. 

Von Beatrice Hackl

So sehen stolze Gewinner aus. Der „Wölflhof“ der Familie Gratl in Ranggen wurde zum Regionssieger gekürt: Michaela, Theresa, Melanie und Veronika Gratl. Foto: Die Fotografen

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