Lösung scheint in Sicht

Seit über fünf Jahren geht nun das Gerangel um die Verleihung des Wasserrechts für ein Kraftwerk an der Trisanna im Paznaun. GF Anton Mattle lud zu einem Runden Tisch ein. RS-Fotos: Tiefenbacher

Kraftwerk an Trisanna: „Tauwetter“ zwischen Kontrahenten

Seit über fünf Jahren geht nun das Gerangel um die Verleihung des Wasserrechts für ein Kraftwerk an der Trisanna im Paznaun. Jetzt scheint das Eis für ein Miteinander gebrochen zu sein.

Wollen mehrere Kraftwerksprojekte an einem Fluss realisiert werden, entscheidet ein sogenanntes Widerstreitverfahren, welches von den eingereichten Projekten zum Zug kommt. Die Sache beinhaltet einen verborgenen Makel: Es können bis zur mündlichen Verhandlung neue bzw. modifizierte Projekte eingereicht werden. Ist das der Fall, geht das Widerstreitverfahren in eine weitere Zusatzrunde. Das heißt: Damit ist das Verfahren wieder offen. Die Sachverständigen müssen die neu eingereichten Projekte im Hinblick auf die Kriterien des Widerstreitverfahrens prüfen und bewerten. So kann jemand, wenn er will, das Verfahren bis zum „St. Nimmerleinstag“ hinausziehen. Diese Tendenz war beim Widerstreit-verfahren rund um das Kraftwerk an der Trisanna zu erkennen.

 

FÜNF PROJEKTE. Bis zum Frühjahr 2016 matchten sich vier Projekte. Von der Paznaun GmbH, bestehend aus den vier Talgemeinden des Paznauns und der Gebrüder Kofler GmbH aus Landeck, lag ein Projekt vor. Die Unternehmensgruppe Gebrüder Haider aus Oberösterreich schickte nach und nach drei Projekte ins Rennen. Im heurigen Frühjahr brachte die Donau Chemie ein fünftes Projekt an den Start. Das sorgte für weitere Verstimmung im Paznaun. Das vor allem deshalb, weil die Unternehmensgruppe Gebrüder Haider als Partner im Boot sitzt. Für Anton Mattle, Geschäftsführer der Paznaun GmbH, war dies der Anlass, weitere Aktivitäten in Richtung Konkurrenten zu setzen.

 

RUNDER TISCH. Mattle lud die Unternehmensgruppe Gebrüder Haider und die Donau Chemie zu einem Runden Tisch ein. Dieser sollte das Ziel verfolgen, den Widerstreit zu beenden. Um das Gespräch produktiver zu gestalten, ließ man von DDipl.-Ing. Regina Mayer (Bernard Ingenieure GmbH) eine Bewertung der eingereichten Projekte erstellen. Das erwies sich als hilfreich. Es kristallisierte sich nämlich eine Kooperationsvariante heraus, bei der sich die Investitionen wirtschaftlich positiv darstellen lassen. GF Mattle: „Diese Variante kann in 25 Jahren refinanziert werden. Wir waren uns einig, dass man versuchen sollte, diese Option gemeinsam umzusetzen.“ Die Gesprächspartner des Runden Tisches gehen nun in das zuständige Gremium ihrer Gesellschaft, um sich die Zustimmung zu dieser Idee zu holen. Als Zieldatum wurde Mitte/Ende Februar 2017 ins Auge gefasst. „Wir werden Mitte Jänner 2017 das Gesprächsergebnis in unseren Reihen diskutieren und darüber beraten“, erklärte Anton Mattle.

 

Von Herbert Tiefenbacher

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