Ludwig II. – der König zu Gast in Nassereith

Kabinetts-Sekretär von Ziegler (Hermann Krabichler, r.) bekniet König Ludwig II. (Stefan Krabichler) endlich die Regierungsgeschäfte wahrzunehmen. Der aber widmet sich lieber seinen Schlösserbauten. RS-Foto: Krismer

Theaterplatzkonzert über das Leben des Märchenkönigs

Mit dem Theaterplatzkonzert „König Ludwig II – Idylle zu Fernstein“ landete die Franz-Kranewitter-Bühne zusammen mit der Musikkapelle Nassereith wieder einen Volltreffer. Die Idee dazu hatte MK-Ehrenmitglied und Altkapellmeister Christoph Thurner, der auch das Buch schrieb und die musikalische Leitung übernommen hat. Das Stück beschreibt Zeitabschnitte aus dem Leben des bayrischen Königs – vor allem aber seine Beziehung zu Nassereith, respektive zu Fernstein.

Von Ewald Krismer

War Ludwig II. König von Bayern wirklich in Nassereith? Ja, sehr wohl. Im Frühjahr 1872 war es, als Georg von Dollmann, Oberbaurat seiner Majestät König Ludwig II. von Bayern, in Nassereih erschien, um für seinen Herrn Ausschau nach einer geeigneten Unterkunft zu halten. Der König liebte es, sich immer wieder in die abgeschiedene Tiroler Bergeinsamkeit zu begeben – nicht um sich von der Regierungsarbeit, die er mehr und mehr vernachlässigte, zu erholen, vielmehr um in aller Ruhe seinen Träumen nachzuhängen. Geeignete Räume dafür fand Dollmann im „Gasthaus Fernstein“ des Engelbert Sprenger, vulgo „Bummel“. Zwei Zimmer wurden daraufhin nach den Wünschen des Wittelsbacher Monarchen eingerichtet. Der König fand auch Gefallen an der, dem Zerfall preisgegebenen Sigmundsburg in der Mitte des Fernsteinsees, berichtete nach Erzählungen seines Vaters der Nassereither Johann Fitsch bei einem Radiointerview des Bayrischen Rundfunks einstmals 1975 – welches zu Beginn der Vorstellung dem zahlreich erschienenen Publikum vorgespielt wurde. Die damalige Gemeindeführung aber wollte einem Kauf durch den König nicht zustimmen. Vielleicht stünde heute ein weiteres Königsschloss den Millionen Besuchern aus der ganzen Welt zur Besichtigung zur Verfügung. Die Sigmundsburg ist weiter verfallen und das Gasthaus 1907 abgebrannt und mit ihm die zwei königlichen Räume.

Happy End.

Das Leben Ludwigs II. nahm in Wirklichkeit ein tragisches Ende, wie wir wissen. Nicht aber im Stück des Theaterplatzkonzertes. Ludwig war wieder nach Fernstein unterwegs und hinter ihm her seine Häscher. Mit einer von ihm herbeigesehnten Erfindung, welche er vom Tiroler Erfinder Franz Schreiner ausklügeln ließ, soll ihm die Flucht gelingen und der Geschichte einen glücklichen Ausgang bescheren. Wie nicht anders zu erwarten, bot das Ensemble der Franz-Kranewitter-Bühne unter der Regie von Lydia Thurner wiederum eine Glanzleistung und die Musikkapelle Nassereith musizierte auf höchstem Niveau. Eine weitere Aufführung gibt es noch am 31. August um 20.30 Uhr vor dem Musikhaus in Nassereith.

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