Machbarkeitsstudie sorgt in Zirl für Zündstoff

Die Räumlichkeiten in der PI Zirl sind alles andere als zeitgerecht. Neue Räumlichkeiten müssen gefunden werden, sonst droht die Aussiedelung nach Kematen. RS-Foto: Schnöll

Bürgermeister Öfner bastelt am Projekt „Polizei & Wohnen“ – Vizedorfchefin Zangerl-Walser über Alleingang verärgert

In Zirl läuft bekanntlich die Suche nach adäquaten Räumlichkeiten für die örtliche Polizeiinspektion, ansonsten könnte die Dienststelle tatsächlich in die PI Kematen integriert werden, was die Zirler Gemeindepolitik allerdings verhindern will. SP-Bürgermeister Thomas Öfner präsentierte vergangenen Freitag gemeinsam mit Raumordnungsausschuss-Obmann GV Peter Pichler (beide Liste „Für Zirl“) eine Machbarkeitsstudie für das Projekt „Polizei & Wohnen“, das in der Nähe des Marktplatzes realisiert werden könnte. VP-Vizebürgermeisterin Iris Zangerl-Walser zeigt sich über den Alleingang verärgert. — Für Zündstoff ist gesorgt. 

„Leistbares Wohnen“ ist in der Marktgemeinde Zirl ein Dauerthema. Im Gespräch sind Wohnprojekte im Ortsteil „Eigenhofen“ und in der Nähe des Schwimmbades. Nun lässt Bürgermeister Thomas Öfner mit einem neuen Standort aufhorchen. Vergangenen Freitag informierte er die Gemeinderatsfraktionen über eine Machbarkeitsstudie, die er  gemeinsam mit Raumordnungsausschuss-Obmann GV Peter Pichler angestrengt hat. Auf dem gemeindeeigenen Areal östlich des Musikpavillons soll ein Mehrzweckgebäude errichtet werden, in das auch die PI Zirl übersiedeln soll.  „Wie alle Fraktionen bekennen auch wir uns zum ‚Leistbaren Wohnen‘ und zum Erhalt der Polizeidienststelle. Es ist uns nun gelungen, eine aus unserer Sicht ideale Lösung für beide Themen zu finden, die nicht nur den Erhalt der Polizeiinspektion absichern könnte und leistbare Wohnungen ermöglichen würde, sondern mit politischem Willen des Gemeinderates auch rasch umsetzbar wäre“, formuliert Dorfchef das Projekt „Polizei & Wohnen“ in einem Schreiben, das am vergangenen Freitag nach einer Pressekonferenz an die Gemeinderäte aller Fraktionen, an die Landespolizeidirektion und an Helmut Tomac, den Generalssekretär im Innenministerium, erging. 

NOCH NICHT IN STEIN GEMEISSELT. Im Projektentwurf  von Ing. Wolfgang Hütter sind im Untergeschoss Tiefgaragenplätze sowie Technik- und Nebenräume vorgesehen, in das Erdgeschoss könnte die PI Zirl einziehen, die beiden oberen Stockwerke würden je fünf Wohnungen beinhalten. „Unter Umständen wäre auch noch ein drittes Obergeschoß mit weiteren Wohnungen möglich“, schildert Öfner. Laut dem Marktgemeindechef soll die Machbarkeitsstudie eine Diskussionsgrundlage sein. „Es ist noch Nichts in Stein gemeißelt, wir sind lediglich bemüht, die Polizei im Dorf zu behalten!“ Eine Grundvoraussetzung, dass die PI Zirl erhalten bleibt, sei laut dem Bürgermeister auch die, dass sich die neue Dienststelle in zentraler Lage und nördlich des Inn befindet. „Mit dem Projekt neben dem Musikpavillon wären diese Voraussetzungen erfüllt“, so Öfner. Er kann sich vorstellen, dass das Projekt „Polizei & Wohnen“ von einem gemeinnützigen Bauträger auf Baurechtsbasis umgesetzt wird. 

VIZEBÜRGERMEISTERIN VERÄRGERT UND ENTTÄUSCHT.  Mit dem Erhalt der Polizeiinspektion befasst sich seit Monaten auch Vizebürgermeisterin Iris Zangerl-Walser. Sie ist über den Alleingang von Bürgermeister Thomas Öfner verärgert und enttäuscht. Gegenüber der RUNDSCHAU erklärt Zangerl-Walser: „Es gibt noch eine andere räumliche Lösung zum Erhalt der Polizeiinspektion Zirl. Die Vorgangsweise von Bürgermeister Öfner ist für mich eine Flucht nach vorne. Ich bin verwundert, dass der Erhalt der Polizeiinspektion parteipolitisch missbraucht wird. Ich werde mich nun mit meinen Fraktionskollegen beraten und eine umfassende Stellungnahme abgeben!“ 

SP-Bürgermeister Öfner: „Machbarkeitsstudie ist Diskussionsgrundlage!“ RS-Foto: Archiv/Schnöll
VP-Vizedorfchefin Iris Zangerl-Walser ist verärgert. RS-Foto: Archiv/Schnöll