Marathon zu Pferde

Johannes Bilgeri und Jameel sind ein eingespieltes Team und haben einen tollen Sieg errungen. Foto: Bilgeri

Johannes Bilgeri war mit seinem Hengst Jameel der Beste

Distanzreiten oder -fahren ist eine sportliche Herausforderung für Mensch und Pferd und gilt als eine der schnellstwachsenden, aufregendsten und tierfreundlichen Pferdesportarten. Zum einen muss eine festgelegte Strecke schnellstmöglich bewältigt werden, zum anderen muss das Pferd bei allen vorgeschriebenen tierärztlichen Kontrollen in ausgezeichnetem Zustand sein. Somit heißt es „angekommen ist gewonnen“.

Der Tiroler Pinto Araber Züchter Johannes Bilgeri vom Wäldnerhof aus Nesselwängle erlangte mit seinem gekörten und leistungsgeprüften Deckhengst Jameel bei der Distanzfahrmeisterschaft im Burgenland den Sieg und wurde österreichischer Distanzfahrmeister für Großpferde. Johannes Bilgeri konnte die 45 km lange Strecke in einer Gesamtzeit von zwei Stunden, 59 Minuten und sieben Sekunden fahren und war mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 15,07 km/h Schnellster. Nach jeweils 15 Kilometern (d.h. dreimal auf der 45-km Distanz) wurde eine Tierarztkontrolle durchgeführt, bei der der Puls kontrolliert wurde. Dieser muss unter 64 Schläge/Minute liegen, ansonsten muss eine Zwangspause von 20 Minuten eingelegt werden. Wenn dann in diesem Zeitfenster der Puls nicht unter 64 Schläge kommt, erfolgt die Disqualifikation.
Weiters wurden die Atmung, Darm- und Magengeräusch, Schleimhäute (Augen und Zahnfleisch) sowie die Rückenmuskulatur untersucht. Anschließend musste das Pferd vor dem Tierarzt an der Hand im Trab gezeigt werden, um eventuelle Lahmheiten auszuschließen.
Die Bestzeit ist also nicht allein der Garant für den Sieg. Der Sieger kann erst nach der dritten, positiv abgeschlossenen Tierarztkontrolle ermittelt werden.

Marathon.

Distanzreiten oder -fahren kann als „Marathon zu Pferde“ erklärt werden. Dabei werden an einem Tag Strecken zwischen 20 und 160 Kilometern zurückgelegt. Die Herausforderung besteht dabei darin, diese Distanz mit einem gesunden und fitten Pferd zu meistern.  Dafür muss der Reiter die Gewohnheiten, Stärken, Schwächen und Vorlieben seines vierbeinigen Partners ganz genau kennen und diese einschätzen lernen.
Im Distanzsport geht es nicht nur um Schnelligkeit, auch Tierschutz wird großgeschrieben. Vor, während und nach dem Rennen werden die Pferde von Tierärzten auf Herz und Nieren durchgecheckt. Besteht das Pferd die strengen Tierarztkontrollen nicht, scheidet es aus dem Rennen aus.

Nebnen dem Fahren auch Reiten.

Das nächstes Ziel von Johannes Bilgeri ist es, die gleiche Distanz auch als Reiter zu bewältigen. „Am 21.  und 22. April ist in Babenhausen/Bayern ein Distanzritt und ich werde auch hier mit meinem Deckhengst Jameel an den Start gehen. Hier wird sich das Tempo sicherlich erhöhen, da nur Trab und Galopp geritten wird. Die Tierarztkontrollen sind hier gleich wie beim Fahren.“
Infos über die Zucht von Johannes Bilgeri und den Deckhengst Jameel sind  unter www.waeldnerhof.com zu finden.