Marienfest

Das vierte Evangelium beim Pflegezentrum mit Pfarrer Alois Oberhuber und Diakon Andreas Sturm, einer Vielzahl Ministranten und im Hintergrund zwei Pfarrgemeinderäten, Christine Ladner und Friedl Fillafer. RS-Fotos: Krismer

Imster Kirchtag – Patrozinium der „Himmelfahrt Mariens“

(Jo) „Maria Himmelfahrt“ ist nicht nur Landesfeiertag, auch für die Imster ist er der wohl höchste kirchliche Feiertag im Jahreskreis, zumal ihre Pfarrkirche der „Himmelfahrt Mariens“ geweiht ist. Daher feierten am Dienstag letzter Woche die Imster ihr Patrozinium mit dem Hochamt und anschließender Prozession durch die Stadt.

Neben allen Traditionsverbänden nahm auch eine hohe Zahl an Gläubigen am Umgang teil. Der Weg führte von der Pfarrkirche zu den vier Altären am Sport-, Stadt- und Sparkassenplatz und beim Pflegezentrum, wo Stadtpfarrer Con. Alois Oberhuber jeweils die Evangelien verkündete und den Segen spendete. Zuvor aber zelebrierte er zusammen mit den Diakonen Andreas Sturm und Walter Hofbauer das Hochamt. Wie bei den Hochämtern am „Hohen Frauentag“ üblich blieb auch dieses Mal die Weihe gesammelter Kräuter nicht aus. Die seit dem neunten Jahrhundert bekannte Kräuterweihe zählt zu den Volksbräuchen im römisch-katholischen Glauben und geht der Überlieferung nach auf Johannes von Damaskus zurück, der bei der Öffnung des leeren Grab Mariens einen Wohlgeruch von Rosen und Kräutern vernommen haben soll. Dem Kräuterbuschen beigegeben werden in der Regel Johanniskraut, Wermut, Beifuß, Rainfarn, Schafgarbe, Königskerze, Kamille, Thymian, Baldrian, Eisenkraut und einzelne Getreidesorten. Am „Hohen Frauentag“ geweiht und kleinweis ins offene Feuer geworfen sollen diese Kräuter Haus, Hof, Tier und Mensch vor Blitzschlag und Gewitter und anderem Unheil schützen oder ins Futter gemischt kranken Tieren Genesung bringen. Ein weiterer Brauch, bei dem die geweihten Kräuter Verwendung finden, ist das Räuchern in den Rauhnächten. Das Marienfest selbst hat seit dem fünften Jahrhundert Bestand; eingeführt von Cyrill von Alexandrien, der für den Festtag „Mariä Aufnahme in den Himmel“ den 15. August bestimmte. Der Überlieferung nach sollen die herbeigeeilten Apostel Maria nach deren Tod in einem Grab bestattet und dieses mit einem großen Stein verschlossen haben. Christus aber sei mit einer Schar Engel gekommen und soll den Stein weggewälzt und seine Mutter aus dem Grab herausgerufen haben. Nachdem die Pfarrkirche der „Himmelfahrt Mariens“ geweiht ist, ist es auch nicht verwunderlich, dass die prunkvoll gemalten und zwischen 1889 und 1912 eingesetzten Fenster Stationen aus Marias Leben zeigen: Im Chor zu sehen sind die Darstellung von Pfingsten, der Himmelfahrt Mariä, der Anbetung des Kindes, Maria erscheint Johannes, der Geburt Mariä, der Verkündigung Mariä und im Langhaus Szenen der Darbringung, der Vermählung, der Hl. Familie mit Josef als Zimmermann, des Tempelganges Mariä, der Heimsuchung und der Beweinung Christi. Es wäre aber kein ordentlicher Imster Kirchtag, gäbe es nicht das traditionelle Kirchtagsfest der Schützen in ihrem Schützenheim. Dorthin ging es nämlich nach der Prozession, wo schon die berühmt-berüchtigten Spezialitäten aus der Schützenküche auf die Kirchgänger warteten. Die Küchen- und auch die Schankkompanie hatte alle Hände voll zu tun, damit keinerlei Wünsche offen blieben. Und wer keine Geduld aufbrachte, bis er kulinarisch versorgt war, konnte vom Vormittag bis in den Nachmittag hinein der zünftigen Musik eines hervorragenden Blechbläserensembles lauschen.

Auch die Imster Schützen hatten Ehrungen zu vergeben: Obmann, Leutnant Rolf Krabichler, Angela Schnegg und Aloisia Zangerl, die die Margarethenmedaille für besondere Verdienste um die Schützenkompanie Imst und Melanie Gustav, die das Ehrenzeichen in Bronze in Anerkennung und für Verdienste als Jungschützenbetreuerin und Marketenderin der Imster Schützenkompanie verliehen bekamen. Auch Bezirksmajor Heini Gstrein (v.l.) gratulierte herzlich.
Die Prozession verlässt die Pfarrkirche zur „Himmelfahrt Mariens“, um nach rund zweieinhalb Stunden wieder zu ihr zurückzukehren.

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