Medaillensammlung im Hause Matt komplettiert

Der Flirscher Slalomfahrer Michael Matt holte sich bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang die bronzene Medaille. RS-Foto: Zangerl

Slalom-Ass Michael Matt holt sich in Pyeongchang die Bronzemedaille

 

Es waren spannende Minuten in den frühen Morgenstunden des 22. Februar, als der Flirscher Slalomfahrer beim Olympia-Rennen im zweiten Durchgang vom 12. auf den dritten Rang fuhr und somit eine Olympia-Medaille holte. Insgesamt waren fünf Sportler des Bezirks in Südkorea am Start: Der St. Antoner Freestyler Andy Gohl schaffte den Einzug ins Halfpipe-Finale und landete auf dem achten Rang – ein wenig Pech hatten Lisi Gram und Lara Wolf wie auch der Mathoner Marco Ladner.

 

Von Elisabeth Zangerl

 

Die Favoriten Marcel Hirscher (1. Durchgang) und Henrik Kristoffersen (2. Durchgang) fielen aus, und eine Medaille für Michael Matt nach einem 12. Platz im ersten Durchgang war auch nicht realistisch. Also gab es ein „Podest“ beim Olympia-Slalom in Südkorea, mit dem wohl kaum jemand gerechnet hat: Gold ging an den Schweden Andre Myhrer, Zweiter wurde der Schweizer Ramon Zenhäusern. Und der 24-jährige Flirscher Michael Matt schaffte im zweiten Durchgang Laufbestzeit, auch wenn er selbst im Ziel noch nicht wirklich überzeugt davon schien, weit vorne platziert zu sein. Aber er schaffte den Sprung aufs Stockerl. Im Interview schickte er Grüße heim: „Jetzt haben wir Gold, Silber und Bronze“ – immerhin schaffte sein ältes-ter Bruder Mario Gold im Olympia-Slalom in Sotschi 2014, sein zweiter Bruder Andreas Silber im Skicross in Vancouver (2010), somit ist die Olympia-Medaillensammlung im Hause Matt komplettiert.

 

GRAM VERPASST FINALE NUR KNAPP. Bei den Freestyle-Mädels hingegen lief es nicht ganz so gut. Die jüngste österreichische Olympia-Teilnehmerin, die 17-jährige Lara Wolf aus See wurde im Slopestyle 16. und schaffte die Qualifikation fürs Finale nicht: „Da ich bei den ersten Trainings krank war, konnte ich mich nicht allzu gut auf den Bewerb vorbereiten – aber schlussendlich zählt ja der olympische Gedanke“, so Wolfs Statement, das die RUNDSCHAU aus Südkorea erreicht. Die 21-jährige Fließerin Elisabeth (Lisi) Gram ging in der Disziplin „Halfpipe“ an den Start. Gram, die ein gelungenes Comeback hingelegt hat, nachdem sie dem Freestyle-Sport eigentlich schon den Rücken gekehrt hatte, verpasste das Finale um knappe 0,6 Punkte: „Im Großen und Ganzen war ich mit meiner Leistung zufrieden, zumindest dass ich den ersten Lauf runtergebracht habe“, resümiert die Fließerin ihre Olympia-Teilnahme gegenüber der RUNDSCHAU – auch mit einem weinenden Auge: „Allgemein konnte ich mein Können nicht ganz unter Beweis stellen, da schon das Training im Vorfeld nicht allzu gut gelaufen ist. Bitter ist natürlich, dass ich das Finale um 0,6 Punkte verpasst habe und diejenige, die mich sozusagen rausgekickt hat, nicht einmal im Finale angetreten ist“, bedauert Gram.

 

FINALEINZUG GESCHAFFT. In der Disziplin Halfpipe gingen auch der 19-jährige Mathoner Marco Ladner und der 24-jährige St. Antoner Andreas (Andy) Gohl an den Start, beide Athleten des Skiclub Arlberg. In den frühen Morgenstunden des 20. Februar wurde entschieden, dass Gohl der einzige Teilnehmer des österreichischen Halfpipe-Trios ist, der den Einzug ins Finale geschafft hatte. Es erwies sich jedoch als Zitterpartie, denn: Dass der Einzug ins Finale geschafft war, stand erst nach dem letzten Kandidaten fest – als Zwölftplatziertem gelang es Andy Gohl noch knapp. Das Finale selbst wurde am 22. Februar bestritten, und Gohl schaffte den achten Platz. Er resümiert: „Ich bin super happy, dass ich das Finale erreichen konnte, es war ein langes Zittern und es ging sich dann glücklicherweise gerade noch aus … Im Finale konnte ich meine ersten beiden Runs nicht stehen und im dritten hat es dann geklappt. Bin happy, dass ich bei einem gestanden bin, wahrscheinlich war das der beste, den ich jemals gemacht habe. Um mit den anderen mithalten zu können, war es jedoch zu wenig – diese sind in einer anderen Liga gefahren.“ In seiner Heimatgemeinde traf man sich im Hotel der Eltern, dem Hotel Pete, zum gemeinsamen Public Viewing.

 

„WIE EIN BRUDER“. Sympathisch und gut gelaunt zeigte sich der Mathoner Marco Ladner, der im Interview im Anschluss an den Bewerb betonte, sich „wie ein Bruder“ mit Andy Gohl mitzufreuen, und: „Aller guten Dinge sind drei“, so der 19-jährige Mathoner Freestyler, der nun den Blick schon in Richtung der nächsten olympischen Winterspiele richtet und die vergangenen resümiert: „Das Training verlief gut, bei der Qualifikation ist es mir nicht gelungen, den Run perfekt zu landen und deswegen habe ich es leider nicht ins Finale geschafft.“ In Pyeongchang reichte es schlussendlich für Platz 21. Dass sich sein „Bruder“ so sehr mit ihm freute, freute wiederum auch Gohl: „Wir kennen uns schon so lange und fahren schon lange Ski zusammen“, gestanden die beiden im Vorfeld, als sie vom SCA-Präsidenten Josef Chodakowsky in Richtung Südkorea verabschiedet wurden. Mit diesen Ergebnissen kann der Bezirk Landeck jedenfalls optimistisch auf die nächsten Olympischen Winterspiele 2022 in der chinesischen Hauptstadt Peking blicken.

Die 17-jährige Lara Wolf aus See schaffte im Slopestyle-Bewerb den 16. Platz. Foto: Roman Kuss
Lisi Gram aus Fließ verpasste den Einzug ins Halfpipe-Finale um knappe 0,6 Punkte. Foto: Roman Kuss
Andy Gohl (M.) schaffte im Halfpipe-Finale den achten Platz, Marco Ladner (r.) platzierte sich auf Rang 21. Die Aufnahme entstand bei der Verabschiedung der beiden Olympia-Teilnehmer durch SCA-Präsident Josef Chodakowsky. RS-Foto: Zangerl

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