„Mehr große Operationen“

Prim. Peter Sandbichler: Das operative Spektrum hat sich in Richtung Behandlung bösartiger Erkrankungen verändert. RS-Foto: Archiv

Jährlich gut 4000 Chirurgie-Patienten im Krankenhaus Zams

 

Rund ein Fünftel der stationär aufgenommenen Patienten im Krankenhaus St. Vinzenz in Zams sind ein Fall für Chirurgie-Primar Peter Sandbichler und sein Team. In den letzten Jahren führen sie immer mehr große Operationen durch.

 

Von Daniel Haueis

 

Pro Jahr werden rund 24000 Menschen im Krankenhaus St. Vinzenz in Zams stationär aufgenommen – 30 Prozent benötigen die Hilfe von „Interne“-Primar Ewald Wöll und seinem Team, um die 22 Prozent unfallchirurgisch zu Behandelnden kümmern sich Primar Anton Kath-rein und Co., und 18 Prozent sind ein Fall für die Chirurgie unter der Leitung von Prim. Univ.-Doz. Dr. Peter Sandbichler. Das Chirurgen-Team besteht aus neun Fachärzten (inklusive Sandbichler), vier Assistenten und fünf Turnusärzten. Nach Abschluss der derzeitigen Erweiterung des Krankenhauses werden sieben Operationstische zur Verfügung stehen, die Zahl der Chirurgie-Betten soll sich aufgrund des regionalen Strukturplans ein wenig verringern: von derzeit 55 auf 50.

 

BÖSARTIGE ERKRANKUNGEN. „In den letzten Jahren, hat sich, durch den Ausbau der Onkologie in Person von Prof. Wöll und der eigenen Pathologie (Obrist/Brunhuber) das operative Spektrum in Richtung der Behandlung bösartiger Erkrankungen verändert“, berichtet Sandbichler. Es finden auch mehr Brust-OPs statt, da Sandbichler nach strukturierter Abklärung bösartiger Brusterkrankungen den sofortigen Brustaufbau nach Operationen anbietet. „Weiters ist durch die Installierung eines gefäßchirurgischen Schwerpunkts eine deutlich erhöhte Operationsfrequenz an arteriellen Gefäßoperationen erreicht worden“, berichtet der Primar. Gestiegen ist auch die Zahl der OPs bei krankhaftem Übergewicht – dies ist seit einigen Jahren ein Schwerpunkt. „Insgesamt kann gesagt werden, dass die Zahl an größeren und großen Operationen deutlich zugenommen hat“, stellt Peter Sandbichler fest. Gleichzeitig ist es in den letzten Jahren zu einem schrittweisen Rückgang der Aufenthaltsdauer gekommen.

 

ZENTRALE MEDIZINISCHE ANLAUFSTELLE. Sandbichler, der seit knapp zwei Jahrzehnten Chirurgie-Primar in Zams ist, genießt einen ausgezeichneten Ruf. Und er denkt über den Operationssaal hinaus: „Unser Ziel ist es, als zentrale medizinische Anlaufstelle, in Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Kollegen, für das Tiroler Oberland zu dienen.“ Er hat mit Kollegen auch an der Weiterentwicklung des medizinischen Angebots der zentralen Gesundheitseinrichtung im Oberland mitgewirkt. Es gibt in St. Vinzenz etwa eine Gefäß-, Brust- und Adipositasambulanz, die mit jeweils zwei Fachärzten besetzt und auch sehr gut ausgelastet sind. „Durch Professor Wöll ist Zams sehr aktiv in der interdisziplinären Behandlung des Magenkarzinoms, wo auch internationale Studien, an denen wir teilnehmen, durchgeführt werden“, lobt Sandbichler das Engagement des Zammer Innere-Medizin-Primars Prim. Univ.-Prof. Dr. Ewald Wöll. Zusammengearbeitet wird etwa mit der Universitätklinik Innsbruck, mit deren Fachleuten komplexere Fälle besprochen werden.