Mehrere Projekte auf Schiene

Der Kirchplatz soll noch in diesem Jahr ein neues Gesicht erhalten und künftig den Charakter einer Begegnungszone annehmen bzw. als Austragungsort für kleinere Veranstaltungen dienen. RS-Foto: Hackl

Kanalsanierung, „Familien- und kinderfreundliche Gemeinde“, Neugestaltung des Kirchplatzes und Straßenbeleuchtung

Oberperfuss habe bereits viel zu bieten, nichts destotrotz gäbe es laut Bürgermeisterin Johanna Obojes-Rubatscher noch viel umzusetzen. Dementsprechend hat sie sich Einiges für dieses Jahr vorgenommen, wobei die Bevölkerung via Bürgerbeteiligungsprozess eingebunden wird. In Puncto Kanalsanierung sind die Planungsleistungen in greifbare Nähe gerückt, die Vorbereitungen für den Erwerb des Zertifikats „Familien- und kinderfreundliche Gemeinde“ sind angelaufen, der Kirchplatz wird ein neues Gesicht erhalten und auch die Straßenbeleuchtung wird Abschnittsweise ausgetauscht bzw. ausgedehnt.

Für Oberperfer ist es nichts Neues, dass ihr Kanalsystem nach einer Sanierung verlangt. Seit längerem bemüht sich die Gemeinde um eine zukunftsträchtige und nachhaltige Lösung. Nach einigen Schwierigkeiten und Rückschlägen geht es nun endlich in die Planung, lässt die Dorfchefin wissen: „Die Kanalsanierung ist unumgänglich und endlich auf Schiene. An diesem Vorhaben sind wir bereits lange dran. Manche Dinge brauchen bei allen Ambi-tionen Zeit, und es handelt sich um ein komplexes Projekt, das uns auf Jahre finanziell belasten wird. Unter anderem haben wir eine Kostenstudie auf 30 bis 40 Jahre erstellen lassen. Mit dem Ergebnis, dass das Beibehalten eines Mischkanalsystems die beste Lösung ist. Die Sanierung erfolgt in mehreren Baustufen. Das Projekt wird ausgeschrieben und die Planungsleistungen sind in greifbarer Nähe. Einige Ortsteile müssen erst an das Kanalnetz angeschlossen werden. Auch das werden wir im kommenden Jahr umsetzen.“

FAMILIENFREUNDLICHES OBERPERFUSS. Das Zusatzzertifikat „Familien- und kinderfreundliche Gemeinde“ wird angestrebt und mit Hilfe der Projektbegleiterin Martina Rizzo sowie einer eigens eingerichteten Projektgruppe realisiert. „In die Projektgruppe wurden die unterschiedlichsten Fraktionen eingebunden, um ein möglichst breites Feld abzudecken“, unterstreicht Rubatscher. Für den Erhalt des Zertifikats müssen beispielsweise innerhalb von zwei Jahren zwei bis drei familien- bzw. kinderfreundliche Projekte umgesetzt werden. Vergangene Woche fand am Donnerstag bereits der erste Workshop in dieser Sache statt. Einer, extra für Jugendliche, wird folgen, und zudem haben am 8. Mai alle Bürger die Möglichkeit ihre Ideen einzubringen. „Das ist eine tolle Sache. Es ist wichtig, dass sich die Bevölkerung einbringen kann, denn wir wollen eine Verbesserung für alle erzielen“, ist die Bürgermeisterin überzeugt, und deshalb werden die Wünsche und Bedürfnisse der Oberperfer darüber hinaus anhand einer Bürgerbefragung via Postwurf eruiert.

KIRCHPLATZ UND BELEUCHTUNG. Der zweite Bürgerbeteiligungsprozess betrifft die Neugestaltung des Kirchplatzes, die über die „Dorferneuerung“ abgewickelt wird. Der Startschuss für den neuen Kirchplatz ist mit dem Bürgerbeteiligungsprozess bereits 2019 gefallen. Das Vorhaben bzw. der entsprechende Kostenvoranschlag soll nun in der Gemeinderatssitzung vom Mai beschlossen und schnellstmöglich in die Tat umgesetzt werden. „Darüber freue ich mich ganz besonders. Uns fehlt ein einladender Dorfplatz, das hat mich schon immer gestört, und mit Gunnar Ploner haben wir den passenden Architekten dafür gefunden. Er ist Städte- und Gemeindeplaner und darin geübt, mit einem geringen Budget tolle Ergebnisse zu erzielen“, berichtet Rubatscher. 150.000 Euro werden für die Neugestaltung aufgewendet, und somit entsteht auf dem Areal vor der Kirche auf kostensparende Art und Weise eine Begegnungszone. Der Vorplatz wird unter anderem vergrößert, mit Bänken versehen und mit Bäumen eingerahmt. Das alte, ungenutzte Feuerwehrhaus wird als kleiner lichtdurchfluteter Veranstaltungsraum mit großen Fensterfronten einem neuen Zweck zugeführt. Die Parkplätze bleiben erhalten, wobei sich die Begegnungszone vom Friedhof bis zur nördlichen Friedhofsgrenze bzw. bis zum Vorplatz des Peter-Anich-Hauses erstreckt. In puncto Beleuchtung will die Gemeinde schrittweise vorgesehen. Jahr für Jahr werden einzelne Straßenabschnitte auf LED umgerüstet und kleine, noch unbeleuchtete Seitenwege nachgerüstet. Als nächstes wird, wie im Ausschuss beschlossen, die Silbergasse in Angriff genommen.

Von Beatrice Hackl

Bürgermeisterin Johanna Obojes-Rubatscher hat sich viel vorgenommen. RS-Foto: Hackl

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