Menschen und andere Landschaften

Die Galerie Theodor von Hörmann in Imst eröffnete die neue Saison mit teils großformatigen Werken eines „neuen Wilden“ der späten 70er-Jahre, dem Künstler Cäsar W. Radetzky. Im Bild: Christoph Stillebacher, Cäsar W. Radetzky, Christian Seiser und Andrea Schaller (v.l.). RS-Foto: Bundschuh

Vernissage von Cäsar W. Radetzky in der „Hörmann“

Vergangenen Donnerstag eröffnete die Galerie Theodor von Hörmann in Imst die neue Saison mit teils großformatigen Werken eines „neuen Wilden“ der späten 70er-Jahre im Beisein von Sponsorvertreter Christian Seiser sowie Laudator Kulturmanager Wilhelm Großmann, musikalisch begleitet von „find out“, Evelin und Peter Juen (Gesang und Gitarre) mit Hugo Gitterle (Percussion).

Von Friederike Bundschuh

„Wir gehen heuer in ein ganz besonderes Jahr, wir feiern das 44-jährige Bestehen der Hörmann-Galerie mit einer vortrefflichen Auswahl an Künstlern“, eröffnete Kulturreferent Christoph Stillebacher feierlich den Abend und weiter: „Herzlich willkommen, Cäsar W. Radetzky!“ Der international bekannte Künstler studierte Akt- und Portraitmalerei an der Akademie in München sowie an der Academia di Belle Arti in Florenz und präsentierte seine Werke unter anderem in der Schweiz, Italien, Frankreich oder den USA. Seit 2018 lebt und arbeitet er in Selb in Oberbayern und hat einen direkten Bezug zu Imst. Er präsentierte bereits im Jahr 2000 einen Ausschnitt seines umfangreichen Oeuvres, nämlich eine Videoinstallation seines malerischen Kreuzweg-Zyklus „Die blaue Krone“ zur Musikaufführung des Komponisten Hannes Beckmann in der Brennbichler Kirche. Diese 14 Gemälde sind nunmehr im Würzburger Museum am Dom zu sehen.

Schrille Farbe und Figurationen in abstrakter Formensprache.

„Cäsar W. Radetzky ist ein Vertreter einer radikalen, wilden, expressiven Malerei“, begann Kulturmanager Wilhelm Großmann seine Laudatio. Mehr als fünf Jahrzehnte arbeitet der Künstler schon an seinen thematischen Bildzyklen, inspiriert von der Literatur, der Musik und seinen vielen Reisen. Vor allem Beethoven hat er einen eigenen Zyklus gewidmet. Die Bilder Radetzkys sind gekennzeichnet durch schrille Farben und das Wechselspiel zwischen Figürlichkeit und Abstraktion. Insofern ähnelt er dem großen amerikanischen Künstler Willem de Koonig. „Malerei wird zum körperlichen Aktionsprozess, der von der Verfassung des Künstlers im Moment des Malens abhängt. Alle Möglichkeiten sind offen, nichts ist vorprogrammiert, nur das Ergebnis aus dem spontanen intuitiven Malakt wird bewertet“, so Großmann weiter. Radetzky arbeitet zu keiner Zeit an zwei Gemälden gleichzeitig. Jedes Bild entsteht für sich im Künstlergeist und muss teilweise hart erkämpft werden, wie der Künstler selbst erzählt. Die abstrakt-figuralen Bilder nehmen den Betrachter mit auf eine bunte Reise in Welten, die in der Fantasie des Kunstschaffenden leben, wie zum Beispiel die Südsee, verwirklicht im Zyklus „Noa Noa“ oder auch reale Alltagsszenerien, umgesetzt im „Reiseweg von einem, der aus dem 30. Stock aus dem Fenster sprang“ oder „Highway to Häfen“. Passend dazu intoniert „find out“ das Lied „Where can we go“, die Reise in die Fantasie kann beginnen. Die Ausstellung ist bis 10. November 2018 in der Städtischen Galerie Theodor von Hörmann zu sehen. Öffnungszeiten: Donnerstag, Freitag und Samstag von 14 bis 18 Uhr. Kontakt: kultur@imst.gv.at oder 066460698205 bzw. unter www.kultur-imst.at.

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