Messerattacken: FPÖ fordert Konsequenzen

Bgm. Isabella Blaha, Bgm. Christian Härting, Moderatorin Maria Gschnitzer-Janka, „ibis acam“-Bereichsleiter Martin Straganz und „ibis acama“-Projektkoordinatorin Vanessa Sari (v.l.) informierten 2016 bei einem Diskussionsabend über das Asylheim in der Telfer Bahnhofstraße. RS-Foto: Archiv/Schnöll

Telfer FP-Gemeindevorstand Ebenbichler beklagt die jüngste Serie von Messerangriffen durch junge Asylanten in Telfs

Junge Asylwerber hielten in jüngster Zeit die Polizei Telfs in Atem. Zwei Vorfälle gab es in den vergangenen Tagen, bei denen es untereinander zu Messerattacken gekommen ist und Verletzungen zur Folge hatten. Ein weiterer Vorfall, bei dem eine Stichwaffe im Spiel gewesen sein soll, ist noch nicht geklärt. Die FPÖ Telfs forderte nun in einer Aussendung den Telfer Bürgermeister Christian Härting und die Scharnitzer Dorfchefin Isabella Blaha auf, „Verantwortung für ihre ‚Schützlinge‘ zu übernehmen“. 

Im Bereich Asylunterkunft beim Telfer Sportzentrum ist es am 22. März zu einer Auseinandersetzung zwischen einem 18-jährigen Afghanen und einem 16-jährigen Tschetschenen gekommen, bei der der Afghane seinem Kontrahenten ein Messer in den Bauch rammte, eine Woche später, am Gründonnerstag, verletzte in der Asylunterkunft in der Bahnhofstraße ein 16-jähriger Afghane einen gleichaltrigen Mitbewohner mit einem Messer an der Hand. Ein weiterer Vorfall in einer Telfer Asylunterkunft, bei dem ein Messer im Spiel gewesen sein soll, wird derzeit von der Polizei noch untersucht. Von Seiten der FPÖ Telfs fordert man nun Konsequenzen. „Genau vor solchen Übergriffen haben wir von Anfang an gewarnt, als wir uns gegen die Errichtung des Heimes für unbegleitete Minderjährige in Telfs gestellt haben“, erklärt der Telfer FPÖ-Ortsparteiobmann Alfred Pöschl in einer Aussendung und er betont, dass Bürgermeister Härting und die Scharnitzer Bürgermeisterin Isabella Blaha mit Beschwichtigungen dieses Projekt gegen den Willen der Bevölkerung durchgedrückt haben. „Nun sollen sie auch Verantwortung dafür übernehmen“, fordert Pöschl. FP-Gemeindevorstand Michael Ebenbichler erinnert daran, dass die Skepsis in der Bevölkerung groß gewesen sei, als die FPÖ im September 2016 – vor der Eröffnung der Asylunterkunft für unbegleitetet jugendliche Asylwerber in der Bahnhofstraße –  mit ihrem Tiroler Landesobmann Markus Abwerzger zu einem Diskussionsabend geladen hatten. „Unsere Warnungen wurden leider zu Unrecht ignoriert. Wir fordern, dass Bürgermeister Härting und seine Partei nun dafür geradestehen und für Ordnung sorgen. Die Verunsicherung in Telfs ist zurecht groß. Auch der Sicherheitsgemeinderat muss jetzt endlich aktiv werden“, so FPÖ-GV Michael Ebenbichler mit Nachdruck.

BÜRGERMEISTER HÄRTING WEHRT SICH. Bürgermeister Christian Härting erklärt wörtlich in einer Aussendung: „Wir nehmen die beiden Vorfälle sehr ernst und natürlich müssen die Täter gefasst und ausgewiesen werden. Meine Fraktion und ich als Bürgermeister setzen uns schon seit langem intensiv für die Sicherheit in Telfs ein. So haben wir erst vor kurzem die Petition zur personellen Aufstockung des Polizeipostens dem Nationalrat überreicht und arbeiten auch sonst ständig mit den Sicherheitskräften zusammen. Ähnlich konkrete Aktivitäten würde man sich auch von den Kritikern aus den Reihen der FPÖ wünschen, die ja mit dem FPÖ-Innenminister einen optimalen Ansprechpartner hätten. Sie scheinen es aber nur darauf anzulegen, in der Bevölkerung das Gefühl der Unsicherheit zu schüren, um daraus politisches Kleingeld zu machen. Beim FPÖ-Obmann liegt der Verdacht nahe, dass er auf solche Zwischenfälle mit Asylwerbern geradezu wartet, um in seinem Sinn politisch punkten zu können!“ Die Scharnitzer Dorfchefin Isabella Blaha versteht den Angriff der Telfer FPÖ überhaupt nicht. „Zur Diskussionsrunde in Telfs war ich lediglich eingeladen, um die Ist-Situation mit jungen Asylwerbern in unserer Gemeinde zu schildern. Über ein Asylheim in Telfs konnte und werde ich keinen Vorschlag machen. Auch in unserem Dorf gibt es jugendliche Asylwerber unter denen es manchmal zu Reibereien kommt. Grobe Vorfälle gab es bisher aber noch nie. Wobei ich aber schon sagen muss, dass man es nie in der Hand hat, ob bei einem Streit plötzlich ein Messer eingesetzt wird!“

VORSICHT. Die Asylunterkunft für unbegleitete Jugendliche in der Bahnhofstraße in Telfs wird von der „ibis acam Bildungs Gmbh“ betrieben und überwacht.  Bereichsleiter Martin Straganz erklärt gegenüber der RUNDSCHAU, dass die Messerattacke nicht zu verhindern gewesen sei. „So wie in jeder anderen Küche sind auch in unserer Gemeinschaftsküche Messer vorhanden!“ Der Telfer Polizeikommandant Hans Ortner sieht das auch so. „Vorkauen kann man den Asylwerbern die Speisen nicht“. Dennoch ist er besorgt. „Die Messerattacken in jüngster Zeit sind nicht ganz ohne. Wir Polizisten müssen bei derartigen Einsätzen besonders wachsam sein. Dafür werden wir auch laufend geschult. Man kann nie auschließen, dass ein Mensch plötzlich zu einer Waffe greift!“