„Mia san mia“

Liebe Freunde von Laptop und Lederhose!

Jahrelang waren unsere nördlichen Nachbarn, die Bayern, ein Vorzeigemodell. In Tracht, Dirndl und kariertem Hemd schufen die Menschen im Land der Biertrinker ein Wirtschaftswunder nach dem anderen. Weltweit kam sie gut an, diese Mia-san-mia-Mentalität, gepaart mit Fleiß und Innovationskraft. Selbst im Umgang mit dem runden Leder brachten es die Fußballer von Bayern München bis hin zum liebevollen Kosenamen FC Hollywood. Gespickt mit Stars aus allen Ländern dominierte die Wiesen-Truppe national und international das Geschehen am grünen Rasen. Jetzt stottert der Motor nicht nur in der Allianz-Arena. Am Erbhof der Mutterpartei aller Schwesterparteien, der Christlich Sozialen Union, hat das Verteilen der Hostien den Futterneid zur selbst zerfleischenden Epidemie auswachsen lassen. Im Hause CSU herrscht Streit. Der Jungbauer baute bereits den Stall um obwohl der Altbauer noch nicht übergeben hatte. Statt die eigenen Felder im Freistaat zu bestellen, wildert Seehofer in Berlin und überholt ganz Europa rechts außen. Nur um seine ungeliebte Stiefmutter, die Pastorentochter aus dem Osten, katholisch zu machen. Doch Mutti will nicht vom Acker ziehen. So, sagen die Christdemokraten in Rest-Deutschland, sei das der Merkel nicht würdig. Vielleicht liegt es ja gar nicht an den handelnden Personen, sondern an der Landeskultur. Haben die Bayern beim kollektiven Besäufnis am Oktoberfest heuer nur über die Maßen in den Krug geschaut? Und im Katerzustand nicht mehr zwischen Links und Rechts unterscheiden können? Oder hat Uli Hoeneß, der Bayern-Präsident, seinen Laden nicht mehr im Griff? Während seine Freunde ständig die Grenzen dicht machen, holt der Wurstfabrikant einen Ausländer nach dem anderen aufs Spielfeld. Sogar Österreicher und Holländer. Und die CSU wechselt in der Rapid-Viertelstunde für Merkel Kurz ein. Was soll man dieser Union raten? Hoffentlich Allianz versichert!

Meinhard Eiter

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