Minister für Männer

Liebe Freunde der Gleichberechtigung!

Seit gut 30 Jahren haben wir in Österreich eine eigene Ministerin für Frauenangelegenheiten. Die erste war Johanna Dohnal, die dieses Amt am 17. Dezember 1990 übernahm. Das war damals wie ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk. Und auch höchst notwendig. Weil Frauen in vielerlei Hinsicht – speziell bei Rechten am Arbeitsplatz – benachteiligt waren. Inzwischen haben wir mit Susanne Raab bereits die 23. Frauenministerin. Fünf davon – der blaue Herbert Haupt, die roten Werner Faymann, Josef Ostermayer und Alois Stöger und sogar ganz kurz unser jetziger türkiser Kanzler Sebastian Kurz – waren in der Regierung als männliche Interessenvertreter für das schwache Geschlecht nominiert. Dass die Frauen das zugelassen haben, verwundert mich. Ebenso wie die Tatsache, dass in der Frage der Gleichbehandlung nie an eigene Minister für Männer gedacht wurde. Zu tun gäbe es genug. Derzeit dürfen die Männer bereits bis 65 Jahre arbeiten, die Frauen müssen bereits mit 60 in die Rente. Damit die Frauen hier nachziehen können, braucht es offenbar männliche Hilfe. Dasselbe gilt für das Bundesheer. Burschen müssen verpflichtend einen Staatsdienst verrichten, Mädchen dürfen, wenn sie wollen. Mir wäre wichtig, dass die beiden Minister – die für Frauen und die für Männer – eng zusammenarbeiten. Seite an Seite sollten sie wie eine gute Sozialpartnerschaft um das gemeinsame Wohl im Staat kämpfen. Vor allem auch um das unserer Kinder. Ein Ziel könnte sein, die Scheidungsrate zu senken. Und das Miteinander der Geschlechter vor das Gegeneinander zu stellen. Betätigungsfelder gäbe es genug. Von der Kinderbetreuung über das teure Wohnen bis hin zur Altenpflege brauchen Frauen wie Männer Macht, um etwas zu machen!

Meinhard Eiter